Der Badener SVP-Grossrat Daniel Aebi ist sauer. Sauer auf Ingo Malm, aber auch auf die Aargauer Kantonsbehörden. Sie haben dem Treiben Malms zu lange zugeschaut, findet Aebi.

Das Ärztezentrum Mutschellen, dessen Verwaltungsrats-Präsident der Aargauer Skandalarzt ist, sitzt auf offenen Rechnungen von mehr als einer Million Franken. Es handelt sich um Versicherungsleistungen für seine Angestellten, Steuern und Berufliche Vorsorge. Alleine der Kanton wartet auf 200'000 Franken. Ausserdem gibt es Hinweise, wonach Malm wieder als Arzt tätig ist – obwohl er 2012 die Bewilligung verlor.

Aebi will jetzt beim Kanton Druck machen. Im Januar reicht er eine Interpellation ein, wie "TeleM1" berichtet. Darin will er vom Regierungsrat wissen, wieso man die Ausstände bei der Aargauer Sozialversicherungsanstalt (SVA) bis auf 200'000 Franken anwachsen liess und ob es hier keine Kontrolle durch den Kantonsarzt gebe. Auch will er wissen, ob dieser kontrolliert, ob Malm als Arzt arbeitet.

Aebi, Geschäftsführer einer Apotheke in Dättwil, geht es zu weit, dass Malm nicht einmal die Arbeitgeberbeiträge für seine Angestellten bezahlt: "Am Schluss wird die SVA, also der Steuerzahler, dafür aufkommen müssen."

"Hör auf mit den Investitionen"

Gustav Rothen ist ein ehemaliger Patient Malms. Mit der Behandlung ist er immer zufrieden gewesen. Als pensionierter Vorsorgefachmann half er Malm in der Vergangenheit, wenn dieser finanziell in Schwierigkeiten geriet. Er riet ihm, nur das anzuschaffen, was er sich leisten könne. "Ich sagte ihm, hör auf mit den Investitionen, wegen denen du danach auf dem Zahnfleisch läufst." Das sei Malm aber nicht beizubringen. Rothen sagt, er würde Malm auch dieses Mal helfen.

(mwa)