Die vielen Dokumente zur Gesamtrevision lagen im März und April dieses Jahres auf, die ausserordentliche Gemeindeversammlung wird in einer Woche darüber befinden. An einer Orientierungsveranstaltung informierten Gemeinderat und Planungsgestalter die Gemeindebewohner über die geplanten Neuerungen der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland.

Über 200 interessierte Sinser Stimmbürgerinnen und Stimmbürger besuchten den Informationsanlass in der Mehrzweckhalle Ammannsmatt. Gemeindeammann Josef Huwiler, Vizeammann Andreas Villiger und Saša Subak, Planungsmitglied von der Metron AG, standen ihnen Red und Antwort.

Tempo des Wachstums drosseln

«Die Ausgangslage im Jahr 2007 war klar: Das grosse Wachstum in Sins konnte so nicht weitergehen», erklärte Subak. Das bisher bestehende Baugebiet hätte die bis ins Jahr 2030 angestrebte Einwohnerzahl von rund 4500 Personen nicht schlucken können. Eine Revision der Nutzungsplanung habe sich deshalb aufgedrängt.

Fast einstimmig haben die Stimmberechtigten dem Planungskredit vor fast sechs Jahren, am 21. November 2007, zugestimmt. Zügig waren im Jahr darauf die Arbeiten am Entwurf des räumlichen Gesamtkonzepts als Basis der Nutzungsplanung aufgenommen worden.

Die Revisions-Ziele standen bald einmal fest: Sins soll als regionales Zentrum weiter ausgebaut – oder besser, überbaut – werden. In die Fläche bauen wolle man nicht, «vielmehr möchten wir mit der Fläche gut haushalten und verdichtet bauen», betonte Planer Subak.

Spielräume und Regeln für ein moderates Wachstum wurden damals aufgestellt. So soll das Tempo des Wachstums gedrosselt werden, damit bis ins Jahr 2030 ein differenziertes Wohnraumangebot geschaffen werden kann. Dazu müssen die letzten verbleibenden freien Grundstücke für Überbauungen genutzt werden. Zudem sind auch qualitative bauliche Verdichtungen in bestehenden Wohnquartieren nötig.

5,67 Hektaren werden eingezont

Um 5,67 Hektaren soll zudem das bereits bestehende Bauland durch Einzonungen vergrössert werden – ohne Grünzonen. Davon entfallen 1,23 Hektaren auf Kernzonen, 2,70 Hektaren auf Wohnzonen und 1,74 Hektaren auf Zonen für öffentliche Bauten und Anlagen. Die geplanten Flächen für Überbauungen sind auf den Ortsteil Sins konzentriert. Insbesondere steht dabei die Schliessung der Lücken zwischen den Siedlungsgebieten Oberdorf und Freudenberg im Fokus.

Einzonungen sind unter anderem in der Langweid Nord (2,7 Hektaren), in der Brudermatt (1,2 Hektaren) und in der Lette (0,54 Hektaren) vorgesehen. Für die Bebauungen an sich solle schliesslich eine Gestaltungsplanpflicht zur Anwendung kommen, führte Planungsfachmann Subak aus.

Während der öffentlichen Auflage der Planwerke waren 26 Einwendungen eingetroffen. Die Einigungsverhandlungen mit den Einsprechern erfolgten in den letzten Monaten. Aufgrund dessen wurden die Revisions-Entwürfe in einzelnen Punkten angepasst.

19 Änderungen

Insgesamt 19 Änderungen gegenüber der ursprünglichen Vorlage sind angebracht worden. Die Änderungen betreffen unter anderem die Wohnzone Langweid Süd, wo es zu keinen Neueinzonungen kommen wird. Das Gebiet Zentrum Aettenbühl soll nun doch in der Landwirtschaftszone verbleiben, und die Gestaltungsplanpflicht im Gebiet Gewerbe Nord entfällt. «Die Entwicklung des Gebiets erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Gemeinde und den Grundeigentümern», merkte Subak an.

Rücksicht auf Denkmäler

Sasa Subak erwähnte auch, dass mit Rücksicht auf Denkmäler geplant worden sei. «Schutzobjekte dienen dem Erhalt des baulichen Erbes der Gemeinde», sagte er. So sollen etwa die Gebäude aus dem Kurzinventar der Kulturgüter in kommunale Schutzobjekte umgewandelt werden. Mit einem Grenzstein, Wegkreuzen und einem Brunnen sollen weitere Kulturobjekte geschützt werden.