Sins
Kinobetreiber ist erleichtert: Der Kulturbau Küngsmatt ist einen Schritt weiter

Am Mittwochabend sagten die Sinserinnen und Sinser deutlich ja zum Investitionsbeitrag der Gemeinde zum Kulturbau Küngsmatt. Das multifunktionale Gebäude soll ab 2024 unter anderem auch das Kino Cinepol beheimaten.

Pascal Bruhin
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So soll der Kulturbau Küngsmatt in Sins aussehen – wenn alles gut läuft bereits 2024.

So soll der Kulturbau Küngsmatt in Sins aussehen – wenn alles gut läuft bereits 2024.

Visualisierung/zvg

Auf dem Areal Küngsmatt, das rund um das Gemeindehaus verläuft, soll Grosses entstehen. In früheren Zeiten stand auf dem Gelände im ehemaligen Pfarrhof Sins eine Scheune. Nun soll der Platz wieder der Öffentlichkeit und Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Und zwar zur «Erfüllung von Aufgaben des allgemeinen Interesses». Dazu gehört auch das dorfeigene Kino Cinepol, das bisher im ehemaligen Coop-Gebäude untergebracht gewesen ist, dort aber raus muss, weil das Gebäude anderweitig genutzt wird.

135 Sinserinnen und Sinser kamen am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle Ammansmatt zur ordentlichen Gemeindeversammlung zusammen. Das Projekt Kulturbau Küngsmatt stach besonders ins Auge. Mit 250'000 Franken soll sich die Einwohnergemeinde am Projekt der Kirchgemeinde beteiligen.

Die Küngsmatt, das Areal um das Gemeindehaus, gehört der Kirchgemeinde.

Die Küngsmatt, das Areal um das Gemeindehaus, gehört der Kirchgemeinde.

Eddy Schambron (2008)

«Trifolium» lautet der klangvolle Name des Siegerprojekts, das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen ist, der bereits 2008 durchgeführt wurde. Vor rund drei Jahren wurde die Projektbearbeitung des Kulturbaus Küngsmatt daraus wieder aufgenommen. Die katholische Kirchgemeinde, Besitzerin des Grundstücks, suchte das Gespräch mit der Einwohnergemeinde sowie dem Kino Cinepol.

Bibliothek, Ludothek und das Kino Cinepol sollen einziehen

Die Kirchgemeinde möchte im Gebäude zwei grössere Räume zur multifunktionalen Nutzung für Religionsunterricht, Sitzungen und Aktivitäten verwirklichen. Die Einwohnergemeinde ihrerseits will mit der Nutzungsmöglichkeit an einem Saal mit Bühne für rund 300 Personen sowie Räumen für die Bibliothek und Ludothek Platz für die Öffentlichkeit schaffen. Im Untergeschoss sollen vier Kinosäle entstehen, in die sich das Kino Cinepol einmieten würde.

Der neue Saal, an dem sich die Gemeinde beteiligt, soll zu 300 Personen Platz bieten und eine Bühne enthalten.

Der neue Saal, an dem sich die Gemeinde beteiligt, soll zu 300 Personen Platz bieten und eine Bühne enthalten.

Visualisierung/zvg

Die federführende Kirchgemeinde möchte mit dem Kulturbau Küngsmatt ein Anlageprojekt realisieren. Auch Mitbenutzung von Räumen durch die Gemeinde und die Schule würden in einem langfristigen Mietvertrag vergeben. Die Kirchgemeinde hatte am 27. November 2019 dem Planungskredit von 120'000 Franken bereits zugestimmt.

Keine einzige Gegenstimme am ganzen kurzen Abend

Nun galt es für die Einwohnergemeinde, über einen Investitionsbeitrag am Gesamtprojekt abzustimmen. Das tat sie überraschend deutlich. Keine einzige Stimme widersprach dem Anliegen, die Absichtserklärung wurde einstimmig genehmigt. Ebenso deutlich fielen die Resultate bei den anderen Traktanden aus, beispielsweise über die Besoldung des Gemeinderats oder das Baurecht des Seilziehclubs für den Seilziehunterstand Letten. Nach rund einer Stunde war die Gemeindeversammlung schon beendet.

Für Bruno Arnold, Betreiber des Kinos Cinepol, der ebenfalls an der Gemeindeversammlung teilnahm, war die Erleichterung über die klare Zustimmung gross: «Wir haben es gehofft, aber erwarten darf man so ein deutliches Resultat nie. Am Ende entscheidet der Stimmbürger», sagte er auf Anfrage. Er fügte an: «Bei einem Nein hätten wir aber anfangen müssen, uns einen Plan B zu überlegen.»

Kinobetreiber Bruno Arnold ist erleichtert über den Entscheid des Sinser Stimmvolks.

Kinobetreiber Bruno Arnold ist erleichtert über den Entscheid des Sinser Stimmvolks.

Foto: Nathalie Wolgensinger (2020)

Der Kinobetreiber kann aufatmen, allerdings nur bis nächste Woche. Denn am 16. Juni stimmt die Kirchgemeindeversammlung ihrerseits über die Absichtserklärung und ihre Beteiligung von ebenfalls 250'000 Franken ab. Arnold sagt schmunzelnd:

«Es ist wie bei der Corona-Impfung: Die erste Dosis haben wir jetzt erhalten. Nun braucht es noch die zweite.»

Sollte auch die Kirchgemeinde dem Projekt erneut zustimmen, nimmt das 10 Mio. Franken teure Vorhaben die nächste Runde. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Gebäude 2024 bezogen werden können.