Sins ist auf das Huhn gekommen. Im gesamtschweizerischen Vergleich liegt die Gemeinde mit rund 92'000 Nutztieren auf Platz sechs, wie die Zahlen für 2017 des Bundesamtes für Statistik ausweisen. Zählt man nur die Hühner zusammen, kommt Sins mit 78'681 Hühnern sogar auf Platz fünf. Für Gemeindeammann Josef Huwiler ist nicht verwunderlich, dass Sins einen Spitzenplatz einnimmt. «Wir haben hier mit grossen landwirtschaftlichen Flächen eine sehr gute Grundlage und fruchtbare Böden», sagt er. In der Gemeinde Sins arbeiten noch fast 100 eigenständige Bauern, die Direktzahlungen beziehen. «Die vielen Hühner heben die Zahl der Nutztiere natürlich nach oben», erklärt Huwiler, selber Bauer. Negative Auswirkungen hat der hohe Tierbestand auf die Gemeinde nicht, wie er ausführt. «Je nach Witterung kann es hin und wieder zu einer Geruchsbelästigung kommen, aber wir hören aus der Bevölkerung keine Klagen.» Der hohe Anteil Landwirtschaft in der Gemeinde sei für die Sinserinnen und Sinser normal und gewohnt. Huwiler sieht seine Gemeinde nicht nur bei den Nutztieren weit vorne: «Wir verbessern uns ja laufend auch in anderen Bereichen», lacht er, «zum Beispiel bei den Finanzen oder bei der Verkehrsinfrastruktur.»

Die Fläche von 2031 Hektaren umfasst die Ortskreise Aettenschwil, Alikon, Fenkrieden/Gerenschwil, Meienberg/Wannen und Reussegg. Die Landwirtschaftsfläche beträgt 1487 Hektaren oder 73 Prozent der Gemeindefläche, 356 Hektaren oder 18 Prozent sind Wald. Lange Zeit war Sins die flächenmässig grösste Gemeinde im Kanton Aargau. Durch Fusionen ist sie inzwischen allerdings von der Gemeinde Mettauertal mit 2159 Hektaren Fläche überholt worden.

Sonst Mittelfeld

Bei Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen sowie Pferden schafft es keine Aargauer Gemeinde in die ersten zehn Ränge. Und es gibt keine einzige Freiämter Gemeinde, die keine dieser Tiere hat. Selbst in der kleinsten Gemeinde, Geltwil, leben beispielsweise sechs Pferde. Die Bestände haben sich in den letzten 30 Jahren allerdings markant verändert. So legten die Hühner um knapp 83 Prozent von 6,237 Mio. im Jahr 1985 auf 11,408 Mio. zu. Bei den Schweinen gab es im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 26,6 Prozent auf noch 1,966 Mio., bei den Rindern ein Minus um 16,4 Prozent auf 1,544 Mio. Im Plus sind die Schafe, wie das Onlineportal Watson aufzeigt: Hier ist der Bestand um 26 Prozent auf 217'780 Tiere angewachsen, bei den Ziegen sogar um 46,4 Prozent auf 53'386 Tiere. Prozentual besonders markant gestiegen ist der Pferdebestand, von 37'354 auf 76'209 oder um 104 Prozent.

Auch Sins ist selbstverständlich längst nicht nur Landwirtschaft mit Viehzucht, Acker- und Obstbau. Das Klein- und Mittelgewerbe ist ebenfalls zahlreich vertreten. Das erste Industrieunternehmen, die Lonza AG, siedelte sich 1941 an. 15 Jahre später ging aus der Lonza die Tochterfirma Airex AG, heute Alcan Airex AG, hervor. 1983 wurde die Produktion der Lonza von der Firma EVC (Switzerland) AG, heute INEOS Compounds Switzerland AG, übernommen. 1973 eröffnete im Bodenfeld die Bossard + Staerkle AG, heute Spaeter AG, Sins, aus Zug ihren Zweigbetrieb.