Kallern

Singende Menschen auf dem Balkon als Inspiration: Corona schafft es sogar als Rolle in die Operette

Die letzte Operettenaufführung fand vor drei Jahren auf dem Niesenberg statt.

Die letzte Operettenaufführung fand vor drei Jahren auf dem Niesenberg statt.

Trotz Corona: Das Ensemble «Die Fledermäuse» führt auf dem Niesenberg Ende Juli «Spiel mir das Lied vom Leben» auf. Kurzfristig hat Regisseurin Hanna Matti das aktuelle Thema noch in ihr neustes Stück eingebaut. «Die Erfahrung Corona hat viele Leute geprägt», sagt sie.

Das kulturelle Leben steht wegen des Coronavirus diesen Sommer bis auf wenige Ausnahmen still. Eine dieser Ausnahmen ist die Operettencollage des Ensembles «Die Fledermäuse» im Hof der Wirtschaft Niesenberg in Kallern. Dank den Lockerungen kann die Produktion «Spiel mir das Lied vom Leben» Ende Juli aufgeführt werden. Gestaltet und getextet hat die Collage wie schon die früheren Produktionen Hanna Matti, die auch Regie führt und eine kleine Rolle inne hat.

«Die Schutzmassnahmen können wir gut umsetzen. Bei jedem Tisch gibt es mindestens eine Kontaktadresse, weil die Plätze vorher reserviert werden müssen. Durch die grosszügige Bestuhlung und das luftige Ambiente ist der Abstand kein Problem», sagt Matti. Zu Beginn der Coronakrise im März sei die Skepsis grösser gewesen, ob die siebte Produktion auf dem Niesenberg stattfinden kann. Auch bei Veranstalter und Restaurantgastgeber Jürg Meyer. Denn gerade das Publikum der Operettencollage ist traditionell grösstenteils älter. Dennoch wagen die «Fledermäuse» begleitet vom Orchester «La Jalousie» die Auftritte. Erstmals ist auch eine Tanzgruppe mit von der Partie.

Singende Menschen auf Balkonen als Inspiration

«Im letzten Sommer begann ich mit den ersten Entwürfen. Als Corona ausbrach im März war ich noch nicht ganz fertig mit dem Text», sagt Regisseurin Matti. Als sich abzeichnete, dass die Aufführungen zustande kommen, begannen im Mai die musikalischen Proben. Seit Anfang Juli laufen die szenischen Proben des sechsköpfigen Ensemble auf der Bühne. «Wir bespielen im Stück nicht nur die Bühne, sondern auch den kleinen Pavillon im Garten», verrät Matti. «Spiel mir das Lied vom Leben» ist ein gesellschaftliches Stück und handelt von den 1920er- und 2020er-Jahren. Ein utopisches Märchen aus unserer Zeit mit Melodien aus der Operettenwelt von Namen wie Brecht, Weill oder Tucholsky. Topaktuell wurde auch Corona personifiziert und kurzfristig als Rolle in das Stück eingebaut. «Die Erfahrung Corona hat viele Leute geprägt. Meine Inspiration, dies ins Stück zu verweben, waren die singenden Menschen auf den Balkonen in Italien», sagt Matti. Die Premiere steigt am 31. Juli, weitere Vorstellungen finden bis 7. August statt.

Meistgesehen

Artboard 1