Muri-Sins
Singen geht auch mit Zeitverzögerung

Das «Elki-Singen» der Reformierten Kirche Muri-Sins kann ab morgen online stattfinden.

Melanie Burgener
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Kristina Müller weiss, wie man am Bildschirm musiziert.

Kristina Müller weiss, wie man am Bildschirm musiziert.

Zur Verfügung gestellt

Singen in einer Gruppe, ausserhalb von Familien oder obligatorischen Schulklassen, ist nicht gestattet. So lautet eine von vielen Massnahmen, die der Bundesrat vor einigen Wochen zur Eindämmung des Coronavirus verhängt hat. Ein Verbot, dem viele Freizeitaktivitäten zum Opfer fallen. So auch das Eltern-Kind-Singen der Reformierten Kirche Muri-Sins.

Unter der Leitung von Kristina Müller organisierte die Kirche bis anhin wöchentliche Singstunde für Eltern und ihre Kinder zwischen zwei und fünf Jahren aller Religionen und Konfessionen. Mit den Coronamassnahmen fällt dieses Angebot in Muri und in Sins aus. Das habe bei den Familien für grosse Enttäuschung gesorgt. «Viele Eltern sind auf mich zugekommen und haben mir gesagt, dass ihre Kinder das Singen sehr vermissen würden», erzählt Kristina Müller.

Die Singstunde braucht nur einen Link und eine Kamera

Nun hat die diplomierte Eltern-Kind-Musikpädagogin jedoch eine Lösung gefunden, wie sie weiterhin mit den Familien singen, musizieren und tanzen kann. So startet ab morgen, dem 8. Januar, das erste «Elki-Singen» per Videochat. «Mit dem Tool ‹Zoom› geht das super», freut sich Müller. Denn über diese Onlineplattform kann ganz einfach per QR-Code oder per Link an den Liveübertragungen teilgenommen werden. Müller leite neben dem «Elki-Singen» auch noch weitere musikalische Kurse und habe diese digitale Möglichkeit da bereits ausprobiert. «Bis jetzt ist das ganz gut angekommen. Man ist zwar leicht zeitverzögert, aber das stört gar nicht.»

Es sei schön, dass man sich auf diese Weise trotzdem sehen und das Singen durführen könne. «Und so können die Kinder lernen, dass man nicht nur mit Instrumenten, sondern auch mit Haushaltsgegenständen musizieren kann», erklärt Müller. «Ich werde jetzt vor allem Winter- und Schneelieder mit ihnen singen. Dazu begleite ich die Kinder mit meiner Ukulele oder schlage mit den Schlaghölzern den Takt dazu. Die Kinder könnten das zum Beispiel mit Holzlöffeln machen.»

Andere Instrumente könne man auch ganz leicht selbst basteln. «Wenn jemand keine Rassel zu Hause hat, könnte man auch einfach Reis in eine Flasche füllen», rät die Musikerin.

Bei Müllers Singstunden steht vor allem das Spielerische im Vordergrund. Auch das lasse sich über die Kamera gut umsetzen. «Für einige Lieder werde ich mit Stofftieren in die Kamera zeigen. Die Kinder können ihre Geräusche nachmachen oder selbst ihre Tiere zeigen», freut sich Müller hörbar.

Teilnahme ist kostenlos und braucht keine Anmeldung

Das Eltern-Kind-Singen wird jeweils am Freitagmorgen um 9.30 Uhr stattfinden und ungefähr 30 bis 40 Minuten dauern. Da dieses kostenlose Angebot unverbindlich bleiben soll, ist eine Anmeldung im Voraus nicht nötig.

«Es haben sich aber schon viele Eltern bei mir gemeldet und gesagt, dass sie diese Idee toll finden und sich darauf freuen würden», sagt Kristina Müller. Das Onlineangebot soll so lange andauern, bis ein persönliches Zusammenkommen wieder möglich ist.

Teilnahme und weitere Infos unter www.ref-muri-sins.ch