Boswil
Siegerprojekt: Ein filigraner Glaspavillon für die Alte Kirche von Boswil

Die Alte Kirche Boswil erhält ein neues Kirchenfoyer und neue Räumlichkeiten im historischen Sigristenhaus. An einem Projektwettbewerb unter fünf Architekten überzeugten die Vorschläge von Gian Salis, Zürich, Jury und Stiftungsrat am meisten.

Eddy Schambron
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Mit dem Siegerprojekt: Stefan Hegi, Vizepräsident Künstlerhaus Boswil, Geschäftsführer Michael Schneider, Präsident Peter Wipf und der Projektverfasser Gian Salis in der Alten Kirche (von links).

Mit dem Siegerprojekt: Stefan Hegi, Vizepräsident Künstlerhaus Boswil, Geschäftsführer Michael Schneider, Präsident Peter Wipf und der Projektverfasser Gian Salis in der Alten Kirche (von links).

ES

Vor 2016 wird es allerdings nicht zu Bautätigkeiten kommen. «Jetzt wird das Projekt weiter bearbeitet und das notwendige Geld aufgetrieben», stellen Peter Wipf, Präsident der Stiftung Künstlerhaus Boswil, Stefan Hegi, Vizepräsident und Vorsitzender der Jury, sowie Geschäftsführer Michael Schneider fest.

Besonders beeindruckt hat die Jury an Gian Salis Entwurf vom Kirchenfoyer, dass es sich durch Zurückhaltung, Eleganz, Funktionalität und mit viel Respekt in das historische Ensemble einfügt.

Der neue, auf drei Seiten verglaste Pavillon wird nicht nur als grosszügiger Zugang zur Alten Kirche, sondern auch als Vorraum, Kassenstandort und Pausenraum genutzt, wie Hegi ausführte. «Er lässt grossen Spielraum für verschiedene Funktionen.»

Unangetastet bleibt auch die archäologisch wichtige Ruine. Im Innern sorgt ein Lift dafür, dass die Alte Kirche und die Toiletten barrierefrei benutzbar sind. Mit dem Neubau des Foyers, Kernstück zur besseren künftigen Nutzung des historischen Kirchenbezirks, gewinnt die Alte Kirche zusätzlichen Platz für das Publikum bei Konzerten.

Ebenfalls grosse Bedeutung kommt dem Umbau des Sigristenhauses zu. Auch hier überzeugte der Vorschlag von Salis, den er zusammen mit dem Holzbauingenieur Walter Bieler erarbeitet hat. Das historische Haus wird neu genutzt, ohne sein Volumen zu verändern. Das Sigristenhaus wird künftig die bisher in einem separaten Pavillon untergebrachten Büroräumlichkeiten des Künstlerhauses, Musikstudios, Serviceräume sowie Gästezimmer aufnehmen.

Die Innendämmung des Hauses ermöglicht es, zwei grosse Arbeitsräume mit Raumhöhen bis unter die jeweiligen Giebel der grossen Dachvolumen einzurichten. Im früheren Tenn ist die gesamte vertikale Erschliessung mit Treppen und Lift vorgesehen.

«Bei den ganzen Umbauten wird mit dem grösstmöglichen Respekt vor der historischen Substanz vorgegangen», unterstreicht Hegi. Voraussetzung für das gute Gelingen ist für ihn auch, dass die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeberin und dem Architekten nicht nur auf technischer und administrativer Seite klappt. «Wir spüren bei Gian Salis Empathie für das Künstlerhaus Boswil».

Rund neun Millionen Franken

Die Bauvorhaben werden, inklusive Umgebungsarbeiten, rund neun Millionen kosten, davon allein das Sigristenhaus etwa 4,5 Mio. Franken. «Jetzt müssen wir die Finanzierung sicherstellen», macht Schneider klar. Er setzt auf vier Säulen: private Gönner, Stiftungen, der Verkauf des Werderhauses an die Ortsbürgergemeinde Boswil und schliesslich Beiträge der öffentlichen Hand. «Im besten Fall», so Hegi, «kann im Frühjahr 2016 mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden.»

Sämtliche Projekte des Studienauftrages Architektur des Künstlerhauses Boswil sind in der Alten Kirche am Sonntag, 24. August, 13 bis 17 Uhr sowie Montag bis Freitag, 25. bis 29. August, jeweils von 15 bis 19 Uhr öffentlich zugänglich. Einsehbar sind sie auch auf www.kuenstlerhausboswil.ch

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