Aargauer Kantonalschwingfest

Siegermuni sucht Siegernamen – sogar mit eigener Mail-Adresse

Heute startet der Namenswettbewerb für den Preismuni des Aargauer Kantonalschwingfests 2020.

Kilian Küng heisst er, und ein König ist er tatsächlich. Noch vor dem Aschwinget zum Aargauer Kantonalschwingfest 2020 in Beinwil steht dieser König schon fest. Küng hat sich als Spender des Preismunis nämlich den Ehrentitel «Königspartner des Kantonalen» ergattert. Dafür brauchte er noch nicht einmal in die Zwilchhose zu steigen – er musste nur tief in die Tasche greifen. Doch das war es dem Geschäftsführer der Marcel Küng Haustechnik GmbH allemal wert, denn er sei «ein waschechter Beueler, und wenn du Beueler bist, dann siehst du nur Braunvieh.» Das Braunvieh, von dem er spricht, steht direkt neben ihm. Es ist der junge Muni, der nach dem Schlussgang, am 7. Juni kommenden Jahres, dem strahlenden Festsieger in der Arena auf der Chäbere übergeben wird.

Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Vor allem muss der Siegermuni aus der Zucht von Walter Rüttimann noch lernen, sich in Gesellschaft zu bewegen. Am Dienstagnachmittag hatte er dazu gute Gelegenheit, denn Königspartner Küng kam auf dem Eichrütihof vorbei, um seinen Preismuni endlich persönlich kennenzulernen. «Er hat ja eigentlich den Muni im Sack gekauft», witzelte OK-Präsident Hermann Bütler, während Küng den munteren Braunviehstier mit geübter Hand unter dem Kinn kraulte. «Wir haben ihn als Lebendpreisspender angefragt, und er hat sofort ja gesagt.»

Muni-Training: Züchter Walter Rüttimann geht mit dem noch namenlosen Siegertier spazieren, zusammen mit Spender Kilian Küng gewöhnt er ihn an Menschen und deren Berührungen.

Muni-Training: Züchter Walter Rüttimann geht mit dem noch namenlosen Siegertier spazieren, zusammen mit Spender Kilian Küng gewöhnt er ihn an Menschen und deren Berührungen.

Muni mit eigener E-Mail-Adresse

Für Küng gab es auch nicht viel zu überlegen: «Das Schwingen gehört zu unserer Kultur. Es ist ein ehrlicher Sport, und ich will dazu beitragen, diese Tradition am Leben zu erhalten. Für mich ist diese Spende eine einmalige Chance.» Auch eine einmalige Chance, um blaue Flecken abzubekommen, wie sich beim anschliessenden Spaziergang mit dem übermütigen Jährling zeigte. Rüttimann führte den jungen Stier zwar straff am Strick, aber das hinderte den Halbstarken, der am kommenden Montag seinen ersten Geburtstag feiert, nicht daran, immer mal wieder den Kopf rumzureissen und ein paar Sprünge ins verlockende Gras links und rechts des Weges zu wagen. «Er hat schon eine rechte Kraft», erklärte der Züchter und rieb sich etwas die Rippen, auf denen ein Stierhorn gerade Harfe gespielt hatte.

Hätte der Muni schon einen Namen, dann könnte ihn Rüttimann vielleicht gezielter an- oder zurechtweisen als mit «ho-ho!» und «he-he!». Im Züchterhandbuch ist der 400-Kilo-Jüngling zwar mit «Landor» eingetragen, aber das ist kein Name für den kraftstrotzenden ersten Preis eines Kantonalschwingfests, wie es die Beueler auf die Beine stellen. Darum hat das Organisationskomitee einen Wettbewerb ausgerufen, der ab heute läuft. Gesucht wird ein passender Name für den noch etwas publikumsscheuen, aber braven Muni, der bis in einem Jahr mit einem Kampfgewicht von gut einer Tonne und sicher ganz majestätisch durch die Arena schreiten wird.

Am Wettbewerb teilnehmen kann man über die Website des Kantonalschwingfests auf www.ag20.ch oder man füllt eine der Karten aus, die im Volg und im Restaurant Rössli in Beinwil aufliegen. Der noch Namenlose hat auch eine eigene Mailadresse. Namensvorschläge nimmt der Muni auch direkt auf muni@ag20.ch entgegen. Am 17. August ist Einsendeschluss. Dann erkürt eine unabhängige Jury den Siegernamen. Als Preis winkt ein Znacht im «Rössli».

Autor

Christian Breitschmid

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