Niederwil
Sieben Künstler haben 50 Mal «ungleich» gemalt

Die Ausstellung «ungleich» im Reusspark präsentiert 50 Bilder mit verschiedenen Stilen und Materialien zu einem Thema

Hanna Widmer
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Schichten: Schicht um Schicht fügt die Künstlerin Mariella Casella-Folie zusammen und kreiert so ihre Bilder. Hanna Widmer

Schichten: Schicht um Schicht fügt die Künstlerin Mariella Casella-Folie zusammen und kreiert so ihre Bilder. Hanna Widmer

Hanna Widmer

Was passiert, wenn man sieben Künstlerinnen und Künstlern ein Thema vorgibt und sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen dürfen? Die Ausstellung «ungleich» im Reusspark gibt eine Antwort darauf. Dort werden die rund 50 dabei entstandenen Werke während dreier Wochen präsentiert. «Mit Leidenschaft und Herzblut habt ihr auf diese Ausstellung hin gearbeitet», sagte Irene Briner, Verantwortliche für die Kultur im Reusspark, an der Vernissage.

Kunst aus Wegwerfgegenständen

Unterschiedliche Stile, Malutensilien und Gestaltungstechniken zeichnen die sieben Bilder vom «Atelier 8» aus. Gabi Neuenschwander etwa braucht für ihre Werke nicht Papier, sondern alte Bieberschwanzziegel, auf denen sie ihre bunten Vögel kreiert. Margrit Kristensen verleiht Wegwerfgegenständen eine neue Identität, während David Poole vom vergangenen Frühling und farbigen Schmetterlingen träumt und sich Rita Bauer-Wacker auch malerisch ihrer Leidenschaft «Pferd» widmet.

Mariella Casella-Folie ist «Schichtarbeiterin» – zumindest was die Kunst anbelangt. Sie bedient sich den unterschiedlichsten Materialien, um ihre fast schon dreidimensionalen Objekte zu gestalten. Gedanken über die Welt macht sich Melanie Binggeli in ihrem Schaffen: Ihre Bilder sollen auch den Betrachter zum Nachdenken anregen.

Viel braucht Margrit Kristensen für ihre Kunstwerke nicht. Einzig mit Filzstift und Verpackungsmaterial kreiert sie spezielle Objekte. Wie sie darauf gekommen ist? Nachdem sich die Tochter eine Stereoanlage gekauft hatte, warf Kristensen die Kartonverpackung nicht etwa weg, sondern deponierte sie im Atelier. «Als meine Tochter für zwei Monate nach Irland reiste, packte ich diese wieder aus», sagte Kristensen. Dann bemalte sie die Verpackung weiss und fügte anschliessend Tausende kleine Punkte und Striche darauf. Eine zeitintensive und sehr feine Arbeit mit erstaunlichem Resultat.

Einschusslöcher auf Acryl

In eine ganz andere Stilrichtung bewegt sich die Hausener Künstlerin Eli Vock. Ihre Sujets: verlassene alte Autos vor gespenstisch-idyllischem Hintergrund. Sie selbst fährt kein solches – würde aber gern. «Das mit den Einschusslöchern gefällt mir am besten», meinte sie, schmunzelte und zeigte auf einen rostigen Wagen in einer steinigen Wüstenlandschaft. Nach Landschaftsbildern und Porträts berühmter Hollywoodlegenden schwenkte Eli Vock auf Pferdestärken (PS) und Zylinder um. Die Idee, Hot Rods zu malen, hatte sie im letzten August: «Eine Barbetreiber fragte mich an, ob ich ein Wandbild mit eben diesen amerikanischen Autos gestalten würde», erzählte die junge Künstlerin. Aus Freude und Lust am Motiv nutzte sie den Moment der Inspiration und liess die Werke entstehen. Rund acht Stunden braucht sie, bis sie eines fertig auf Leinwand gebracht hat.

Ausstellung «ungleich»: Die Kunstwerke sind noch bis zum 6. Oktober in der Eingangshalle Reusspark und im Verbindungsgang zwischen Restaurant und Klosterkeller zu begutachten.

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