Niederwil
Sieben Jahre voller Höhepunkte

Nach sieben Jahren, geben sie und ihre Mitorganisatorin Maria Küng das Amt als Veranstalterinnen des bekannten und äusserst beliebten «Bibliothek Niederwil präsentiert» ab.

Lisa Stutz
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Christina Stauber übergibt Conny Sander-Reinhardt die «Adresskartei zum Erfolg». lis

Christina Stauber übergibt Conny Sander-Reinhardt die «Adresskartei zum Erfolg». lis

«Der Abend mit dem Pantomimen Carlos Martinez war ein Höhepunkt in den sieben Jahren. Aber auch, dass es gelungen ist, ‹Ohne Rolf› nach Niederwil zu holen, war aussergewöhnlich. Als der Künstler Martin O hier war, hat er den ganzen Saal verzaubert. Und ‹Voxtasy› bekam sogar Standing Ovations.» – Christina Stauber, die sieben Jahre lang die zahlreichen Kleinkunstanlässe mit der Bibliothek Niederwil organisiert hat, kann sich offenbar nicht entscheiden, welcher Künstler den Höhepunkt der langen Zeit darstellt. «Die Kleinkunst in Niederwil hat mir so viel Spass bereitet, sie besteht aus unzähligen wundervollen Momenten. Das kann ich gar nicht zusammenfassen», erklärt sie.

Nun, nach sieben Jahren, geben sie und ihre Mitorganisatorin Maria Küng das Amt als Veranstalterinnen des bekannten und äusserst beliebten «Bibliothek Niederwil präsentiert» ab. Nun arrangiert das neue Bibliotheksteam mit Conny Sander-Reinhardt und Fränzi Mordasini die Veranstaltungsreihe.

«Das ist eine Kleinkunstbühne.»

«Alles hat damit angefangen, dass ich im Jahr 2001 in Niederwil ein Fest mit einem Künstler gefeiert habe», erinnert sich Stauber. «Ich merkte sofort, dass die Bühne im Alten Schulhaussaal eine Kleinkunstbühne ist.» Nachdem sie die Idee von der Kleinkunst in Niederwil vier Jahre lang mit sich herumgetragen hatte, überlegte sie sich, in welchem Rahmen sie ihre Vorstellungen verwirklichen könnte. «Niederwil ist kulturell sehr aktiv, es hat viele Musik-, Sport- und Theatervereine. Ich musste irgendeine Lücke finden», erläutert sie lachend.

Mit der Bibliothek fand sie die perfekte Lösung: Beim ersten Kleinkunstanlass kamen zwischen 70 und 80 Besucher. «Unerwartet schnell ist eine unglaubliche Eigendynamik entstanden, wir hatten uns nach sehr kurzer Zeit ein Stammpublikum aufgebaut.» Die grosse Leidenschaft, die die ehemalige Niederwilerin für die Kleinkunst aufbringt, übertrug sich wahrscheinlich auf die Besucher. «Die Kleinkunst ist ein grosses Hobby von mir, eine Leidenschaft und auch eine Sucht», schwärmt sie. Ausserdem habe die Sache auch einen missionarischen Charakter: «Ich möchte, dass die Leute das für sich entdecken, was ich für mich entdeckt habe.»

Ein Monat Arbeit pro Jahr

«Ich höre einerseits auf mit ‹Bibliothek Niederwil präsentiert›, weil ich von Niederwil weggezogen bin, und andererseits, weil ich die viele Zeit nun anders investieren will.» Stauber habe für die Veranstaltungsreihe rund einen Monat Arbeit pro Jahr investiert. Sie arbeitet als Lehrerin und in einer Künstleragentur. «Mein Traumberuf wäre das, was ich bei den Kleinkunstanlässen in Niederwil getan habe, als richtigen Job auszuüben.» Die Arbeit bei «Bibliothek Niederwil präsentiert» war stets ehrenamtlich.

Kleine Veränderungen

Conny Sander-Reinhardt, die mit ihrer Kollegin Fränzi Mordasini die Veranstaltungsreihe weiterführt, freut sich auf die Herausforderung. «Wir treten in grosse Fussstapfen», weiss sie, «aber wir werden unser Bestes geben und hoffen, das Publikum weiterhin überzeugen zu können.» Was neu ist: In Zukunft wird es mehr bibliotheksspezifische Anlässe geben. Von den neu vier Veranstaltungen im Jahr werden zwei davon Lesungen sein. «Mein Wunsch ist, dass die Veranstaltungsreihe bestehen bleibt. Ich habe ein gutes Gefühl», sagt Stauber. Sie hat schon ein Jahresabo geschenkt bekommen. «Ich werde auf jeden Fall Bestandteil des neuen Stammpublikums sein», lacht sie.

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