Larissa-Katharina Frei, die in Bad Cannstadt bei Stuttgart ein Kunststudium absolvierte, zeigt im Wohler Gemeindehaus Aktbilder und Plastiken, die in den letzten Jahren entstanden sind. „Die Form und Bewegung des Körpers fasziniert mich“, sagt sie selbst über sich. Das zeige die Künstlerin mit ihren Werken exemplarisch, meinte die Kunsthistorikerin Vesna Pantic. „Der Mensch ist dargestellt im Kontext der künstlerischen Auseinandersetzung mit seinem seelischen un dkörperlichen Empfinden: Ruhehaltung und Bewegung, Entspannung und Anspannung – jede körperliche Haltung hat auch einen psychischen Aspekt.“

Auf Larissa-Katharina Frei treffe zu, was schon Wassily Kandinsky vor hundert Jahren über die Kunst gesagt habe: „Die Seele ist wie ein Klavier mit vielen Saiten. Der Künstler ist die Hand, die diese in Vibration bringt.“ Die Titel, die die Künstlerin ihren Bildern und Plastiken gegeben hat, unterstreichen dies: „In natura“, „Liegender Akt mit Hand“, „Die Vertiefte“, „Die Sinnliche“oder „Die Erinnerung“, dann aber auch „Tanzende“, „Kauernde“ oder „Fortuna“.

Was die Leute, die im Gemeindehaus als Kunden aus- und eingehen oder dort arbeiten, bei den Vorbereitungen der Ausstellung zu ihr gesagt hätten, sei aufschlussreich, meinte Hanny Corboz, Präsidentin der Kunstkommission. Die einen seien von de nausgestellten Aktbildern und Plastiken spontan begeistert gewesen, anderen seien sie im ersten Moment fremd vorgekommen. Die Kunstkommission habe sich in diesem Jahr auf die „junge Kunst“ konzentriert und sich um Künstler bemüht, die man in Wohlen noch nicht kenne. Das treffe auf Lisa-Katharina Frei zu. Nun sei das Publikum dazu eingeladen, sich auf die erste Begegnung einzulassen. „Die Kunstkommission ist glücklich, dass der Einwohnerrat den Kunstkredit nicht gestrichen hat“, meinte Hanny Corboz.

Das Publikum kam zu einem doppelten Kunstgenuss. Denn an der Vernissage trat zum ersten Ma ldas Trio Farandole“ aus der Region Bern auf. Die drei Musiker Regula Hannich ,ihres Zeichens innovative Leiterin der Wohler Musikschule, Jean-Luc Reichel und Berkant Nuriev begeisterten mit einem schwungvoll vorgetragenen Konzertprogramm in einer ungewöhnlichen Zusammensetzung - mit den zwei Flötisten und dem Pianisten.