Wohlen

Sie schenkt Waisen in Uganda ein Daheim

Alles, was Harriet Suter mit ihren Aktionen verdient, ist für «ihre» Kinder in Uganda. Natasha Hähni

Alles, was Harriet Suter mit ihren Aktionen verdient, ist für «ihre» Kinder in Uganda. Natasha Hähni

Harriet Suter will in ihrer Heimat Uganda ein Waisenhaus für 120 Kinder bauen. Der Grundstein ist bereits gelegt – an einer Benefizveranstaltung hofft die Wohlerin auf Unterstützung

Am Samstag, 4. November, wird in der Bleichi Wohlen gefeiert; und das für einen guten Zweck. «Alle Einnahmen sowie sämtliche Spenden gehen an die Waisenkinder in Uganda», verspricht Organisatorin Harriet Suter.

Sie ist in Uganda geboren und aufgewachsen. Bereits mit 17 Jahren nahm die heute 40-Jährige fünf Kinder, die an ihrem damaligen Schulweg lebten, bei sich auf. Als sich immer mehr Waisen dazugesellten, mietete sie schliesslich ein Haus. Ihre Mutter zog ebenfalls ein, um sich um die Kinder zu kümmern. Dafür verliess sie ihr Haus und ihr Leben in der Stadt.

Harriet selber reiste nach Europa, um Deutsch und Französisch zu lernen. Sie wollte Dolmetscherin werden. Hier lernte sie ihren Mann kennen und gründete eine Familie. Ihr Hilfsprojekt führt sie jetzt von Wohlen aus.

Aus Waisen werden Ärzte

Zurzeit leben 33 Waisenkinder verteilt auf zwei Häuser in Mokono und Buloba, Uganda. Harriet, ihre Mutter und zwei zusätzliche Betreuungspersonen geben ihnen, neben einem Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch und einer Schulausbildung, vor allem Liebe und Geborgenheit. Bleiben dürfen die Kinder, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Ihre Bemühungen zahlen sich aus:

Aus den Waisenkindern wurden beispielsweise ein Hotelfachmann, ein Ingenieur und eine Ärztin. «Das macht mir Mut», erzählt Suter strahlend. Zu sehen, wie aus Kindern, die eigentlich keine Chance im Leben hatten, geachtete Mitglieder der Gesellschaft werden, zeige ihr, dass sie auf dem richtigen Weg sei. Das motiviere sie, weiterzumachen. Und das tut sie: «Wir sind daran, ein neues, grösseres Haus zu bauen. Es soll auf zwei Ebenen Platz für rund 120 Kinder und Betreuer bieten. Der Grundstein ist bereits gelegt», schwärmt Suter.

Bald Platz für 120 Kinder

Neben dem geplanten Haus befindet sich eine Plantage, von deren Erträgen sich die Kinder teilweise selbst versorgen können. Doch damit nicht genug: «In naher Zukunft will ich ein Spital in der Nähe des Waisenhauses bauen. Das nächste ist etwa 100 Kilometer weit entfernt. Es sterben immer wieder junge Frauen, die zum Beispiel einen Kaiserschnitt benötigt hätten und zu spät im Spital waren. Das möchte ich verhindern», sagt Suter.

Bei ihren Projekten kommen ehemalige Waisenkinder regelmässig, um mitzuhelfen: «Ich kann auf meine Kinder zählen. Wenn ich sie brauche, kommen sie immer nach Hause», erzählt Suter, die von den Kindern liebevoll «Mami», genannt wird. Das ist nicht der einzige Weg, auf dem sie sich bedanken: «Sie schreiben immer wieder Briefe.» Die Briefe trage sie stets bei sich.

Von der Benefizveranstaltung erhofft sich die Wohlerin einen fröhlichen Abend und viele Spenden für ihr Neubauprojekt.

Infos zum Hilfsprojekt und zur Veranstaltung unter www.vision4ugandakids.ch. Anmeldung bis zum 27. Oktober.

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