Muri
Sie haben das ganze Jahr Frühlingsputz – Littering ist ein Ganzjahresthema

Neun Mann sorgen dafür, dass Muri sauber bleibt. Littering ist zwar ein Ganzjahresthema, doch mit den wärmeren Tagen haben die Mitarbeiter des Werkdienstes einen vermehrten Aufwand.

Eddy Schambron
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Herbert Küng, Leiter des Werkdienstes, putzt den Brunnen beim Coop Muripark. Hier werden oft Bierdosen entsorgt.

Herbert Küng, Leiter des Werkdienstes, putzt den Brunnen beim Coop Muripark. Hier werden oft Bierdosen entsorgt.

Eddy Schambron

Frühlingsputz ist angesagt in vielen Häusern. Das ist auch beim Werkdienst der Gemeinde Muri nicht anders. «Im Frühling reinigen wir beispielsweise alle Brunnen und stellen die im Winter neu gestrichenen Sitzbänke wieder hinaus», erklärt deren Leiter, Herbert Küng. Aber er macht auch deutlich: Die Arbeit des Werkdienstes geht nie aus, er hat sozusagen das ganze Jahr Frühlingsputz.

Im Wald werden sämtliche Sitzbänke kontrolliert und wenn nötig defekte Holzbretter ausgetauscht. Alle Brunnen werden gereinigt und wieder in Betrieb genommen, sämtliche Rabatten an den Strassen und im Klosterhof geschnitten, gejätet, gedüngt und mit Rindenschnitzeln abgedeckt. Die Blumenkübel werden gejätet und mit Osterglocken bepflanzt. «Im Frühling treffen wir nicht nur bei den Brunnen und Rabatten auf mehr Abfall, sondern auch entlang der Strassen», erklärt Küng.
Der Grund ist ein einfacher: Mit den wärmeren Temperaturen sind wieder mehr Leute im Freien. An neuralgischen Stellen – Sportplatz Brühl, Bahnhofstrasse, Grillstelle Märzenstein und Tobelweiher – nimmt die Abfallmenge sofort zu. Im Brunnen beim Coop liegen jeweils Dutzende von Alu-Bierdosen, wenige Meter von Tankstellen mit Shop entfernt verunstalten Pappbecher – «Kaffee to go» – und Verpackungsmaterial den Strassenrand, beim Bahnhof zeugen unzählbare Zigarettenstummel am Boden von der Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt. «Wenn alle ihren Abfall in die Kübel werfen oder zu Hause ordnungsgemäss selber entsorgen würden, hätten wir wesentlich weniger Aufwand», unterstreicht Küng. Noch schlimmer sind zerschlagene Bierflaschen. «Die Scherben gefährden kleine Kinder und Tiere.»

Littering das ganze Jahr

Zusammen mit den Lehrlingen sorgen neun Mann dafür, dass Muri sauber bleibt. «Der Aufwand ist über das ganze Jahr etwa gleich, höchstens die Art der Arbeit variiert ein bisschen», sagt Küng. Littering ist ein Ganzjahresthema. Bei der Putzarbeit entlang der Strasse kommen so gut und gerne sechs 700-Liter-Container Abfall zusammen, die auf Kosten der Steuerzahler entsorgt werden.
Pro Woche gibt es aus den Leerungen der Abfallkübel und Robidog-Kästen ebenfalls zwei Container zu 700 Liter und sieben Stunden Arbeit für den Werkdienst. Die Leerung der Kübel erfolgt immer am Freitag, an den am stärksten frequentierten Orten – Marktstrasse, Bahnhofstrasse und Fussballplatz Brühl – zusätzlich noch am Montag. Küng wünschte sich, dass die Leute nicht nur Abfall vermeiden, sondern ihn auch ordentlich entsorgen. «Man darf auch jemanden, der achtlos Abfall wegwirft, darauf aufmerksam machen, dass das nicht in Ordnung ist.»

Jeder illegal abgelagerte Abfall wird vom Werkdienst untersucht, um auf die Spur des Übeltäters zu kommen. «Das ist eine besonders unangenehme Arbeit», weiss Küng. «Da hat man nachher keinen Hunger mehr.» Es ist schwieriger geworden, Abfallsünder zu überführen, weil sie vorsichtiger geworden sind und weniger Hinweise auf sich selber hinterlassen. Das Sparpotenzial bei illegaler Abfallentsorgung ist gering, werden Abfallsünder erwischt, wird es für sie aber teuer. Ebenso gibt es «Kunden», die ihren Haushaltabfall jeweils in kleine Säcke packen und ihn so sozusagen portionenweise in öffentlichen Abfallkübeln entsorgen. «Dagegen können wir nichts machen.» Auch hier ist der Spareffekt bescheiden: Ein 35-Liter-Kehrichtsack kostet gerade mal Fr. 2.45.

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