Bewährtes wird beibehalten, Neues gewagt: Karl Suter, der frühere Merenschwander Gemeindeammann, ist neuer Präsident der Kulturkommission und damit Nachfolger von Bruno Schellenberg, der dieses Amt nach 15 Jahren abgegeben hat. «Die Kulturkommission ist nicht nur für das Ortsmuseum Postlonzihus zuständig», macht Suter klar, «aber das Museum ist sozusagen das Herzstück.» Und das muss in die Zukunft geführt werden. Kurator Bruno Käppeli will etwas kürzer treten. Obwohl immer munter und voller Tatendrang, wird auch er nicht jünger.

Was ein paar Männer – in den Anfängen Leo Weber, Bruno Käppeli, Josef Küng und Fredy Keusch – realisiert haben, sucht seinesgleichen nicht nur im Freiamt. Das Ortsmuseum Merenschwand, das mit einer grossartigen Vielfalt überrascht, zieht schon längst Besucherinnen und Besucher aus der weiteren Region an.

Hier ist vor allem altes Handwerk, liebevoll in verschiedenen authentisch aufgebauten Werk- und Wirkungsstätten, zu bewundern. Ergänzt wird die Sammlung durch zahllose Fotos und sehr viele Filme, die oft auch erklärend in den einzelnen Werkstätten laufen.

Viel, aber längst nicht alles

Wer das Museum betritt, sieht also unglaublich viel, aber längst nicht alles. «Eine der wichtigsten Aufgaben für uns ist, einmal zu sichten, was sonst noch vorhanden ist», sagt Suter. Denn Käppeli, der Sammler und Bewahrer, hat noch unzählige Zeugen vergangener Zeiten in vier oder fünf dezentralen Lagern zusammengetragen. «Wir müssen den Überblick gewinnen, was da zusammen gekommen ist. Und auch, was wir erhalten können und wollen», sieht Suter viel Arbeit auf die Kommission zukommen.

Das beurteilt Käppeli genau so: «Es macht keinen Sinn, alles im Museum abdecken zu wollen.» Er habe selber schon einiges weggegeben, etwa landwirtschaftliche Maschinen, weil es dafür geeignetere Orte wie das Agrarmuseum Burgrain oder inzwischen das Museum zwischen Pflug und Korn in Muri gibt. Und auch, weil in Merenschwand der Platz inzwischen ziemlich knapp geworden ist.

«Ein Glücksfall»

Für Käppeli ist die Zusage Suters, das Präsidium der Kulturkommission zu übernehmen, «ein Glücksfall». Er kenne die Gemeinde und die Leute hier sehr gut und habe sich schon immer für die Arbeit des Postlonzihus interessiert. Suter selber hat gerne Ja zu diesem Amt gesagt, «weil wir auf einem sehr gut gemachten Ortsmuseum aufbauen können und weil es sich lohnt, sich für diese wirklich wertvolle Sache zu engagieren». Hinter den Kulissen hat die Verjüngung auch schon stattgefunden: André Käppeli, Sohn des heutigen Kurators, hat die Betreuung des umfangreichen Filmarchivs übernommen, und Benedikt Niederer ist für den Unterhalt des Museums besorgt. Schon länger dabei sind neben dem Kurator Vizeammann Claudia Dober, Pia Käppeli und Verena Sidler. Sie können auf eine Defizitgarantie von 15 000 Franken abstützen, die sie aber bisher praktisch nicht benötigt haben.

Neue Wege suchen

Neben der Weiterführung von bewährten Ausstellungen und Anlässen – etwa der Mostete im Herbst – will Suter zusammen mit seinen Leuten auch neue Ideen entwickeln und darüber brüten, wie das Museum mit der Zeit gehen kann. Man könnte beispielsweise das Museum zwischendurch auf eine andere, überraschende Art den Leuten zugänglich machen. Eine Idee ist etwa das «Museum in der Nacht», vielleicht zusammen mit Geistergeschichten. Möglicherweise werden zusätzliche Anlässe dazukommen.

Aber es wird auch mit dem neuen Präsidenten nicht zu einem harten Schnitt kommen. «Ich werde weiterhin für Führungen im Museum zur Verfügung stehen», stellt Käppeli fest. Er möchte zudem vermehrt Schulbesuche im Postlonzihus fördern, «die Jugendlichen nehmen das Angebot jeweils mit viel Interesse auf». Schliesslich hat er, sozusagen wie immer, neue Filmprojekte am Laufen oder im Kopf und sammelt weiterhin, was er als erhaltungswürdig einstuft. «Es ist halt schon eine Art Krankheit», lacht er und blickt mit Freude auf sein Lebenswerk – das Ortsmuseum Postlonzihus.