Bremgarten

Sie fangen den Marchese auf – Premiere von «Paganini» naht

Melanie Wurzer (rechts) amüsiert sich darüber, wie ihr Duettpartner, Fabio De Giacomi, als Marchese in den Armen des Balletts landet.

Melanie Wurzer (rechts) amüsiert sich darüber, wie ihr Duettpartner, Fabio De Giacomi, als Marchese in den Armen des Balletts landet.

Bald feiert die Operettenbühne mit «Paganini» Premiere. Das Ballett spielt in diesem Stück eine wahrhaft tragende Rolle.

Es ist Mittwochabend, dreieinhalb Wochen vor der Premiere von «Paganini», der aktuellen Produktion der Operettenbühne Bremgarten. Im Spiegelsaal Bremgarten hält das Operettenballett seit Januar jede Woche drei seiner mindestens sechs Trainingsstunden pro Woche ab.

Heute ist eine spezielle Probe, denn das Ballett probt gemeinsam mit zwei Solisten: Fabio De Giacomi und Melanie Wurzer singen das Duett «Mit den Frau’n auf du und du» und werden dabei von den Ballettdamen umringt. Sie wollen den schönen «Marchese» (De Giacomi) bezirzen und ihn von seiner Geliebten ablenken. Natürlich lassen sich auch die zwei Solisten von der Stimmung mitreissen und schwingen selber das Tanzbein.

Alle kommen zur Geltung

Die Choreografin Patrizia Aimi erteilt Anweisungen, schaut einzelne Bewegungen nochmals mit der Gruppe an und kümmert sich gleichzeitig um Ausdruck und Haltung der Solisten. Sie ist darauf bedacht, dass Ballett und Solisten gut zur Geltung kommen, dass keine und keiner den anderen verdeckt, die Bewegungen synchron ausgeführt werden und doch jede Tänzerin ihren persönlichen Ausdruck und Charakter zeigen kann. Eine nicht ganz leichte Aufgabe, doch für Aimi keineswegs Neuland.

«Paganini» ist bereits die achte Produktion der Operettenbühne Bremgarten, die sie choreografiert. Auch als Tänzerin und Schauspielerin stand sie jahrelang in der ganzen Schweiz auf der Bühne. Ihre Stücke überzeugen mit viel Kreativität, und sie lässt ihre Tänzerinnen nicht nur Schritte ausführen, sie lässt sie eine Geschichte erzählen. Mitten im Proberaum sind mehrere Stühle und auch ein Tisch platziert. Die Gruppe bewegt sich gekonnt drum herum.

Das Tanzen mit Requisiten, seien dies Tücher, Tische, Stühle oder ein Sofa, will gelernt sein. Während Aimi dem Solistenpaar Ratschläge erteilt, feilen die Tänzerinnen im Hintergrund an Kleinigkeiten und besprechen gemeinsam, wie die einzelnen Bewegungen im Detail ausgeführt werden sollen.

Sieben Frauen mit ganz unterschiedlichem Berufshintergrund gehören zum Operettenballett. Auf der Bühne werden jeweils sechs zu sehen sein. Jede kommt tänzerisch aus einer anderen Richtung: vom klassischen Ballett über Hip-Hop zu Poledance, vom Vertikaltuch über Flamenco zu Jazz und Salsa. Pünktlich zur Operettensaison treffen sich ihre Tanzstile aber in der Mitte, und sie proben während dreier Monate wöchentlich mindestens sechs Stunden. Eine intensive Zeit, die zusammenschweisst.

Nach einer kurzen Stärkungspause wird in Windeseile alles zusammengeräumt, und die Stücke werden nochmals akribisch durchgetanzt. Es wird eifrig diskutiert, wie der fallende «Marchese» aufgefangen werden soll. Welche Dame steht wo, in welcher Pose kann De Giacomi noch problemlos singen, und wie wirkt dabei alles noch dynamisch und natürlich?

Aufwand darf man nicht sehen

Es wird probiert, umgestellt, beraten und De Giacomi fällt und fällt, bis alle Griffe schliesslich perfekt sitzen. Das Operettenballett übt mehr als nur Schritte ein. Die Tänzerinnen feilen von Anfang an am richtigen Ausdruck und werden auch schauspielerisch in mehreren kleinen Szenen herausgefordert. Bis zur Aufführung sitzt dann alles so gut, dass man den enormen Aufwand dahinter nicht mehr erkennt, sondern sich an einer perfekten Show erfreuen kann. (az)

Premiere ist am 23. März, 19 Uhr. Tickets und Infos gibts online unter www.operette-bremgarten.ch/tickets

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