Wohlen
Sie bringen Deutschrock ins Freiamt

Zum zweiten Mal findet die Deutschrocknacht in Wohlen statt – vielleicht wird sie zukünftig zum Open Air. Die Veranstalter betonen, dass jeglicher Rechtsextremismus in der Deutschrockszene unerwünscht ist.

Dominic Kobelt
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Ralph Preysch, Samuel Felber und Patrick Staub (v. l.) organisieren mit der Rockkultur Freiamt die Deutschrocknacht in Wohlen.

Ralph Preysch, Samuel Felber und Patrick Staub (v. l.) organisieren mit der Rockkultur Freiamt die Deutschrocknacht in Wohlen.

Dominic Kobelt

Die Idee, in Wohlen eine Deutschrocknacht durchzuführen, entstand – wie so viele Ideen – bei einem Bier. Ralph Preysch und Patrick Staub, die zusammen schon ähnliche Konzerte in der ganzen Schweiz besuchten, wollten den Deutschrock ins Freiamt bringen.

Nachdem im letzten Jahr mit rund hundert Besucherinnen und Besuchern die Plattform Wohlen praktisch ausverkauft war, hoffen die Organisatoren, die kleine Konzerthalle dieses Mal ganz zu füllen. Dazu hat man aufgerüstet: Die erste Deutschrocknacht wurde von den beiden Jonern alleine organisiert, jetzt haben sie mit fünf Freunden den Verein Rockkultur Freiamt gegründet.

«Dieses Jahr spielen doppelt so viele Bands», sagt Preysch und lacht, denn bei der ersten Durchführung standen nur die «Böhsen Bengelz» auf der Bühne. In diesem Jahr werden sie durch die Band «Herzlos» unterstützt.

Gegen Extremismus

Deutschrock wird immer wieder kontrovers diskutiert. Grund dafür sind die «Böhsen Onkelz», die Begründer des Deutschrocks, die in ihrer Anfangszeit auch Lieder mit rassistischen Inhalten aufnahmen, sich aber später klar von der rechtsextremen Szene distanzierten.

Nachdem sie sich aufgelöst hatten, gründeten sich viele Bands, die sich an den «Onkelz» orientierten. Weil die Musik auch in rechten Kreisen Anklang findet, stehen viele Bands und deren Fans unter einem Generalverdacht. Patrick Staub betont aber, dass jeglicher Extremismus in der Deutschrockszene unerwünscht ist.

«An jeder Veranstaltung kann es schwarze Schafe haben, aber die Aussagen der Bands sind klar – Rechtsextreme sind nicht willkommen.» Die erste Deutschrocknacht ist indes friedlich verlaufen.

Ziel ist ein Open Air

Nach dem erfolgreichen Start hofft man bei Rockkultur Freiamt, in ein paar Jahren ein kleines Open Air durchführen zu können. «Wir müssen noch bekannter werden und unsere finanziellen Mittel für einen solchen Anlass sind noch nicht da, aber das ist unser längerfristiges Ziel», erklärt Vereinspräsident Samuel Felber.

Dabei wäre die Durchführung der ersten Deutschrocknacht beinahe ins Wasser gefallen: «Eine andere Band hatte uns mündlich zugesagt, war dann aber kurzfristig verhindert. Patrick hat dann alle Deutschrock-Bands, die wir kennen, angeschrieben», sagt Preysch. Die «Böhsen Bengelz» hatten die beiden noch nie live gehört, waren aber vom Auftritt überrascht: «Sie waren unkompliziert und hatten sich über ihren ersten Auftritt in der Schweiz sehr gefreut», sagt Staub.

Neben dem Konzert hat der Verein auch schon ein Jassturnier organisiert und möchte im nächsten Frühling wieder einen ähnlichen Anlass durchführen. Dem Konzert schauen sie in diesem Jahr etwas gelassener entgegen. Staub: «Wir hatten beim ersten Mal keinen Plan, und so etwas zu zweit zu organisieren bedeutet viel Arbeit.»

Die 2. Deutschrocknacht findet am 12. Oktober ab 20 Uhr in der Plattform Wohlen statt. Der Eintritt ist ab 18 Jahren und kostet 20 Franken.