Hilfsprojekte
Sie bietet mit viel Herzblut «Hilfe aus der Ferne»

Die 19-jährige Kanti-Schülerin Fabienne Hubschmid aus Nesselnbach sammelt Spenden für Costa Rica. Sie setzt sich für das Hilfsprojekt Techo ein, das Arme und mittellose Familien in Drittwelt-Ländern unterstützt.

Lisa Stutz
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Fabienne Hubschmid (Mitte) mit zwei anderen Techo-Helfern.

Fabienne Hubschmid (Mitte) mit zwei anderen Techo-Helfern.

Zur Verfügung gestellt

Eine grosse Reise, ein spontaner Entscheid und ein Schicksal einer obdachlosen Frau – all das führte Fabienne Hubschmid aus Nesselnbach dorthin, wo sie sich heute befindet: mitten in ein Projekt, in dem ihr ganzes Herzblut steckt. Für dessen Realisierung aber noch 9500 Franken fehlen.

Doch von vorne: Die Schülerin Fabienne Hubschmid wollte ihr zweites Kanti-Jahr im Ausland verbringen und entschied sich für Costa Rica. Nachdem sie einige Monate dort war, reiste die heute 19-Jährige durchs Land. Schnell wurde sie mit der herrschenden Armut konfrontiert. «Wir fuhren mit dem Car an Slums vorbei. Ich hatte so etwas noch nie zuvor gesehen», erinnert sie sich.

Drei von vier Kindern weg

Per Zufall hörte sie vom Hilfsprojekt Techo. Ohne lange zu überlegen, meldete sie sich an. Wenig später ging es los: Zusammen mit 63 anderen Techo-Mitgliedern reiste sie in ein Armenviertel, um in drei Tagen für acht Familien Unterkünfte aus Holz zu bauen. «Das war harte Arbeit, aber trotz der grossen Anstrengung hat es mir Spass gemacht.» In diesem Armenviertel erlebte Hubschmid, die jetzt in die vierte Kanti geht, einen Schlüsselmoment: «Wir bauten ein Haus für eine Frau. Sie erzählte uns, dass ihr ein paar Tage zuvor wegen der schlechten Lebensbedingungen drei ihrer vier Kinder weggenommen worden seien. Ihr Schicksal machte mich traurig und beschäftigte mich lange – doch es motivierte mich auch, etwas zu ändern.»

Diese Motivation nahm Hubschmid mit in die Schweiz. «Es hatte mich gepackt. Ich verfolgte Techo und deren Aktionen von der Schweiz aus interessiert. Ich wusste, dass ich ab jetzt immer armen Leuten helfen wollte.» Im Rahmen ihrer Maturarbeit lancierte Hubschmid dann eine Spendenorganisation für Techo. Das Ziel der Spendenaktion, die sie «Ayuda desde lejos» (Hilfe aus der Ferne) nennt, ist, im April acht obdachlosen Familien ein Dach über dem Kopf zu bieten. Dafür werden im Ganzen 19500 Franken benötigt. 10000 Franken hat Hubschmid schon beisammen. «Das Ganze ist für mich längst keine Maturarbeit mehr, es ist schon ein paar Stufen höher», sagt sie lachend. Die bisherigen Spenden sammelte sie innerhalb von fünf Monaten durch Flyeraktionen, persönliche Besuche bei Unternehmen, Leute aus dem Bekanntenkreis und Projektanträge bei Stiftungen.

Im April selbst vor Ort

«Ein grosser Meilenstein für mich war, als eine Stiftung aus Zürich mich in ihren Dachverband aufgenommen hat, sodass meine Spenden jetzt steuerbefreit sind», sagt die angehende Rechtsstudentin. Für die fehlenden 9500 Franken hofft sie auf noch offene Projektanträge bei Stiftungen und viele Einzelpersonen, die helfen wollen. Dass jeder Rappen der Spenden ankommt, stellt sie sicher, indem sie im April selbst vor Ort in Costa Rica sein wird.

«Ich habe während des Projekts einige Höhen und Tiefen erlebt. Doch ich habe immer mit Freude weitergemacht. Ich wünsche mir so sehr, dass alles klappt wie geplant.»

Über das Projekt kann man sich auf der Seite www.ayudadesdelejos.ch von Fabienne Hubschmid informieren.