Auch die eisige Kälte hält sie nicht davon ab: Monika Huber ist meistens mit dem Velo in Muri unterwegs. Die Geschichts- und Ethnologiestudentin kommt deshalb frisch und wach zum Gespräch über ihre Gemeinderatskandidatur. Sie arbeitet neben dem Studium mit einem 40 Prozent-Pensum bei ETH Alumni, Zürich, einer Vereinigung, in der über 25 000 ehemalige Studentinnen und Studenten der ETH Zürich zusammengeschlossen sind, in den Bereichen Administration, Information und Organisation.

Sie studieren Geschichte und Ethnologie. Sie hören sicher oft die Frage, was Sie damit beruflich einmal machen werden.

Monika Huber: Ja, das ist eine offene Frage. Ich würde gerne in die Museumsarbeit einsteigen und versuche, über ein entsprechendes Praktikum in diesen Bereich zu kommen. Das wäre eine spannende Arbeit, Nachforschung an Ort für ein interessiertes Publikum.

Jetzt gibt es Leute, die sagen, Sie seien viel zu jung für das Amt einer Gemeinderätin.

Ich weiss. Ich werde erst 27 Jahre alt, aber ich glaube nicht, dass das ein Handicap ist. Im Gegenteil: Ich muss mich fachlich noch besser präsentieren als jemand, der bereits Erfahrung vorweisen kann. Gerade deswegen werde ich mich besonders gewissenhaft in die Aufgabe einarbeiten. Von meinem Studium her bin ich es gewohnt, mich intensiv in neue Themen einzuarbeiten und verschiedene Perspektiven einzunehmen.

Weshalb kandidieren Sie für den Gemeinderat?

Für mich ist Muri meine Heimat. Ich würde gerne meiner Heimat etwas zurückgeben und etwas bewegen zu ihrem Wohl. Im Gemeinderat kann ich mich aktiv in die Politik miteinbringen.

Es wird um die Besetzung des Ressorts Bau und Planung gehen. Ist Ihnen die Thematik nicht komplett fremd?

Ich habe mich bereits eingelesen und finde es sehr spannend, in diesem Bereich zu arbeiten. Es geht hier ja nicht nur ums Bauen, das Ressort hat zahlreiche Berührungspunkte mit den anderen. Es betrifft die ganze Entwicklung der Gemeinde und es gilt, in einem Team die richtigen Lösungen für das Dorf zu finden.

Was unterscheidet Sie – ausser Geschlecht und Alter – von Ihrem Mitbewerber Beat Küng?

Ich habe mit der SP eine sehr aktive Partei im Rücken, die in Muri verankert ist und auch einen Sitz im Gemeinderat haben sollte.

Warum gehört die SP in den Gemeinderat?

In den Grossratswahlen hat die SP drei Prozent Stimmenanteil zugelegt. Mit der SP ist zudem neben der bürgerlichen Sicht eine weitere Perspektive im Gemeinderat vertreten. Das ist für das Gremium und für die Politik bereichernd. Die SP Muri arbeitet engagiert in der Gemeindepolitik mit. Ich war als SP-Vertreterin persönlich an Workshops dabei.

Weshalb engagieren Sie sich in der SP und nicht in einer anderen Partei?

Für mich vertritt die SP Werte wie Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit. Die SP versucht, auch Minderheiten zu vertreten, und das liegt mir sehr am Herzen. Die Partei ist sehr zukunftsorientiert, und das entspricht mir.

Gehören Sie zum klassenkämpferischen Wermuth-Flügel oder zum pragmatischen Jositsch/Bruderer-Flügel?

Ob ich eher zum linken oder rechten Flügel dieser Partei gehöre, spielt meiner Ansicht nach in der Kommunalpolitik keine grosse Rolle. Ich bin weder Wermuth noch Jositsch, ich bin Monika Huber. Ich zähle mich nicht zum Flügel ganz rechts in dieser Partei, finde aber die Bandbreite in unserer Partei spannend.

Sie haben sich im Blauring und bei der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft engagiert. Ist Ihnen ehrenamtliche Arbeit wichtig?

Ich habe in beiden Vereinen als Kind angefangen. Ich habe von der Arbeit der Leitenden profitiert. Mit meiner ehrenamtlichen Arbeit kann ich wieder etwas zurückgeben. Kommt hinzu, dass es sehr schön ist zu sehen, wie die Kinder etwas lernen – mit Kenntnissen im Rettungsschwimmen können Leben gerettet
werden.

Was sagen Sie dazu, dass junge Leute insofern unberechenbar sind, als sich ihre Lebensumstände manchmal schnell verändern?

Niemand kann versprechen, 12 oder 16 Jahre im Gemeinderat zu bleiben. Mein Ziel ist klar, dieses Amt möglichst lange auszuüben. Ich stehe an einem Punkt im Leben, wo noch nicht viel entschieden ist. Ich muss das Amt des Gemeinderates deshalb nicht in ein bestehendes Berufs- und Familienumfeld integrieren, sondern bin freier. Ich kann meine Zukunftsziele nach dem Amt auszurichten. Das ist sicher ein Vorteil.

Wo sehen Sie die Stärken der Gemeinde Muri?

Muri bietet kulturell sehr viel, ist familienfreundlich, passt sich den Veränderungen ständig an und ist zukunftsorientiert. Der Wandel ist positiv, es herrscht eine gute Atmosphäre im Dorf.

Und die Schwächen?

Der zunehmende Verkehr. Man könnte und müsste noch mehr zur Erhöhung der Fussgänger- und Velofahrerfreundlichkeit machen. In kultureller Hinsicht dürfte es noch mehr Angebote für die Jungen
geben.

Wenn Sie gewählt werden: Wie lautet Ihr Wahlversprechen, auf das Sie sich behaften lassen?

Ich arbeite vorausschauend und zukunftsorientiert. Ich lege Wert darauf, Probleme gemeinsam anzupacken und konstruktive, zukunftsorientierte Lösungen im Team zu suchen.