Dottikon
Sie bestreitet am Wochenende ihren 20. Jungfrau-Marathon

Den 12. September hat Christina Wassmer vor längerer Zeit rot in der Agenda markiert. Gemeinsam mit 4000 Läuferinnen und Läufer startet die Dottikerin in Interlaken zum Jungfrau-Marathon.

Lukas Schumacher
Drucken
Teilen
Seriös vorbereitet und leicht angespannt: die Dottiker Arzthelferin Christina Wassmer vor ihrem Jubiläumslauf.sl

Seriös vorbereitet und leicht angespannt: die Dottiker Arzthelferin Christina Wassmer vor ihrem Jubiläumslauf.sl

Lukas Schumacher

Die 42,2 Kilometer hinauf auf die Kleine Scheidegg sind für die topfitte Arzthelferin «ein tolles Abenteuer und unvergleichliches Erlebnis.» Die Singlefrau schwärmt vom grandiosen Panorama, von den schneebedeckten Gipfeln von Eiger, Mönch und Jungfrau, von den zahllosen Zuschauern an der Strecke. Dass Christina Wassmer den anforderungsreichen Lauf mit den fast 1800 Höhenmetern zum 20. Mal in Angriff nimmt, wertet die 49-Jährige als «schönes persönliches Highlight.»

«Ein perfekter Ausgleich»

Christina Wassmer Sportbegeisterung ist enorm, ihr Trainingsfleiss immens. Sie kommt wöchentlich auf rund 50 Laufkilometer. Gelegentlich trifft man die Freiämterin auch auf dem Mountainbike oder dem Rennvelo an. Ende August schaffte sie das Alpenbrevet in Gold, indem sie mit dem Zweirad gleichentags die vier Pässe Grimsel, Nufenen, Gotthard und Susten bewältigte.

Der Sport sei für sie «ein perfekter Ausgleich zum Beruf.» Sie liebe die Bewegung in der Natur, unter freiem Himmel, das Unterwegssein in einer Gruppe oder alleine. Hallensport sei weniger ihr Ding. Bleibt beim grossen Trainingsaufwand überhaupt Zeit für andere Freizeitaktivitäten? «Nicht sehr viel», sagt die Dottikerin, der Sport sei seit mehr als 20 Jahren ein wichtiger, mit Emotionen verknüpfter Teil ihres Lebens. Gelegentlich unternimmt Christina Wassmer einen Abstecher in die Gesangskultur. Aushilfsweise singt sie dann als Gastsängerin in Chören mit, die bei Auftritten eine zusätzliche Sopranistin benötigen. «Solche Chorprojekte sind schon ein Genuss.»

50 Marathonläufe in den Beinen

Seit ihrem allerersten Laufbewerb, dem Hallwilerseelauf über 11 Kilometer im Oktober 1993, bestritt Christina Wassmer rund 50 Marathonläufe, darunter die Stadtmarathons Zürich, Barcelona und New York. Ein Dutzend Mal schnürte sie die Laufschuhe am «Fünfziger» in Burgdorf, zehnmal am Frauenfelder Waffenlauf, viermal am Zermatt-Marathon und bald 20-mal am Jungfrau-Marathon, ihrem Lieblingslauf. «Die Spannung und Anspannung steigen», erzählt die leidenschaftliche Läuferin, «je näher der Samstag rückt, desto mehr kribbelt es.» Die Nervosität werde unmittelbar nach dem Startschuss gänzlich verfliegen.

Was auf die Dottikerin in den Stunden nach dem Start zukommt, weiss sie genau: «Ein Mix aus Leiden, Freude, Kampf und Genuss.» Christina Wassmer will durchhalten und oben auf der Kleinen Scheidegg ankommen, wo sie dann von ihrer Schwester erwartet und beglückwünscht wird. Als Zeitlimit hat sie sich ambitiöse fünf Stunden gesetzt. «Sollte ich länger unterwegs sein, wäre das halb so wild. Ich will vor allem durchkommen.» Das schaffte die Dottikerin fast immer. Ein einziges Mal hat sie den Jungfrau-Marathon aufgeben müssen. Dabei soll es bleiben.

Aktuelle Nachrichten