Es duftet süsslich. Der Rauch wabert durch den Raum. Fröhliche Gesichter erhellen die Szenerie. Es wird getrunken, gelacht und vor allem geraucht. Nein, nicht Glimmstängel oder Zigarren. Es geht um die Hookah, Nargile oder üblicher: die Shisha – zu Deutsch Wasserpfeife. Sie erfreut sich auf der ganzen Welt grosser Beliebtheit. Ob im Zentrum von Istanbul oder Katar, ob in Berlin oder Baden, die Shisha-Bars und Cafés sind aus dem Nachtleben vieler Städte nicht mehr wegzudenken.

Auch in Wohlen und Hägglingen hat es bereits solche Raucherhöhlen. In Villmergen plant der 21-jährige Senad Fetahi, eine Shisha-Bar zu eröffnen, und in der Altstadt von Bremgarten sattelt das Western-Restaurant O Yes ebenfalls auf die Wasserpfeife aus dem Osten um: Aladdin Morgül übergibt sein Geschäft an Necmiye Kul und ihren Sohn Hakan.

Es gehe einfach nicht mehr, gibt der erschöpfte Aladdin Morgül zu: «Wirten ist ein knüppelharter Job.» Jetzt übernimmt der 31-jährige Hakan Kul die Zügel: «Aladdin unterstützt uns in der Anfangszeit noch mit seinem gastronomischen Wissen und wird sich nach und nach zurückziehen.» Vom Konzept Shisha-Bar ist der junge Türke überzeugt: «Die Shisha ist im Trend. Man raucht Wasserpfeife, um zu geniessen und nach einem harten Arbeitstag zu relaxen; nicht des Nikotins wegen.»

Ähnlich sieht es Senad Fetahi: «Shisha zu rauchen ist etwas ganz anderes.» Denn es gehe dabei ganz nach orientalischer Tradition um den Genuss. Dementsprechend wird er seine Shisha-Bar Timeless nennen. Zeitlos scheint die Shisha wirklich zu sein: In den Kaffeehäusern im Orient trafen sich früher nur die Männer, um zusammen Kaffee zu trinken, Wasserpfeife zu rauchen und «grosse Politik» zu machen. Heute gehören vor allem jüngere Leute zur Stammkundschaft einer Shisha-Bar. So sagt die 28-jährige Jessica Czerny aus Sarmenstorf: «Ich liebe das gemütliche Flair einer Shisha-Bar und treffe mich oft mit Freunden dort.» Ob nun in Bremgarten oder Baden, Hauptsache, sie könne den süsslichen Tabak mit ihren Freunden geniessen. Und: «In den meisten Clubs ist es derart laut, dass man sich anschreien muss – das ist in einer Shisha-Bar ganz anders.» Die Shisha-Lounge ist für die gebürtige Zürcherin ein Ort für mehr Gespräche und Geselligkeit in unserer Gesellschaft.

Neben allem Genuss: Aladdin Morgül und Hakan Kul sehen einen weiteren Vorteil in der Wasserpfeifen-Bar. «Die Shisha-Lounge kann dazu beitragen, die jungen Leute von der Strasse zu holen», gibt Morgül zu bedenken. Denn die Jungen hätten, besonders bevor sie ausgehen, keinen sicheren Ort, an den sie gehen würden. «Die kaufen sich eine Ladung Dosenbier und gehen auf den Schulhausplatz, um zu trinken.» Hier könnte die Shisha-Bar eine Alternative bieten. «Es ist mir lieber, wenn die jungen Leute bei mir trinken als irgendwo auf der Strasse», sagt Hakan Kul, aber natürlich nur, wenn sie alt genug seien. Die Shisha-Bar könne Jung und Alt wieder näher zusammenbringen.

Zudem habe das Rauchverbot viele Gruppen entzweit: In Nichtraucher, die drinnen bleiben, und in Raucher. «Immer wenn man eine Zigarette rauchen will, muss man rausgehen», sagen Hakan Kul und Aladdin Morgül unisono. Die Shisha-Bar könnte verschiedenste Gruppen wieder näher zueinander bringen – ganz im Sinne der orientalischen Tradition.