Serie (Teil 2)
Auf der Suche nach einer Schnupperlehre: Sie verrät Freiämter Jugendlichen wertvolle Tipps, die helfen sollen

Die AZ begleitet Freiämter Schüler bei ihrer Suche nach Schnupperlehren in Coronazeiten in einer losen Serie. Im zweiten Teil geht es um Beratungsdienste, die die Jugendlichen in Anspruch nehmen können.

Verena Schmidtke
Merken
Drucken
Teilen
Susanne Mauerhofer-Gasser von ask! in Wohlen berät, wenn es Jugendlichen um die berufliche Zukunft geht.

Susanne Mauerhofer-Gasser von ask! in Wohlen berät, wenn es Jugendlichen um die berufliche Zukunft geht.

Verena Schmidtke

Wenn es an der Zeit ist, eine Stelle für eine Schnupperlehre zu finden, sind neben Schule und Eltern vor allem Berufsberatungen wichtige Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler. Die ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf sind dabei eine wichtige Anlaufstelle für junge Leute, die sich um ihre Zukunftsplanung kümmern wollen.

In Wohlen ist die Berufsberaterin und Teamleiterin Susanne Mauerhofer-Gasser eine der Ansprechpartnerinnen, sie informiert: «Ab der 2. Oberstufenklasse beraten wir die Jugendlichen, einerseits in der Schule und andererseits hier vor Ort.»

Das erfolge in enger Abstimmung mit den Schulen. «Wir besprechen uns mit den Lehrpersonen sowie der Schulleitung in einer Koordinationssitzung, bevor ein neues Schuljahr beginnt», führt die Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin aus. In der aktuellen Situation mit der Coronapandemie seien neben den normalen Schnupperlehren zusätzlich viele Angebote in digitaler Form möglich.

Schnupperlehrensuche in Zeiten von Corona

Zum Thema Unterstützung berichtet Mauerhofer-Gasser: «In den Gruppenberatungen mit den Jugendlichen helfen wir weiter, wo sie Informationen zur Schnupperlehre erhalten können. Dazu gehören Adressen sowie Tipps, woran die jungen Leute denken sollten, wenn sie bei einem Betrieb schnuppern möchten.» Ein Merkzettel fasst zusammen, welche Punkte bei einer telefonischen Anfrage wichtig sind.

Berufsberaterin Susanne Mauerhofer-Gasser.

Berufsberaterin Susanne Mauerhofer-Gasser.

Verena Schmidtke

«Wenn es Schwierigkeiten gibt, zeigt die Berufsberatung weitere Möglichkeiten auf, die die Schüler ausprobieren könnten. Mittlerweile gibt es aufgrund der Pandemie auch virtuelle Schnupperveranstaltungen», legt die Teamleiterin dar und fügt hinzu:

«Manchmal gibt es sogar die Gelegenheit, eine Berufsperson zu interviewen.»

Wobei es natürlich schade sei, wenn Jugendliche Berufe aufgrund der Coronabeschränkungen nicht vor Ort näher kennen lernen können. Doch für einige gebe es unter Umständen eine Alternative: «Wenn Restaurants geschlossen sind, könnte jemand, der gern als Koch schnuppern möchte, vielleicht in eine Spital- oder Seniorenheimküche ausweichen.» Offen für andere Wege zu sein, sei wichtiger denn je.

«Es ist wichtig und wir sind froh, wenn trotz der Pandemie möglichst viele Betriebe Schnupperlehren anbieten», sagt Mauerhofer-Gasser. Auf diese Weise erhielten die jungen Leute schliesslich einen realistischen Eindruck vom Berufsalltag. Allerdings hätte es schon immer Berufsfelder gegeben, wo es auch vor Corona nicht leicht gewesen war, eine Stelle zu finden. «Ein gutes Beispiel dafür sind Berufe im Bereich Architektur.»

Ausserdem seien Angebot und Nachfrage nicht ausser Acht zu lassen, in einigen Sparten brauche es mehr Anrufe. «Eine Absage ist natürlich eine Enttäuschung, besonders in diesem Alter», stellt die Teamleiterin fest, «da ist es gut, wenn sie sich mit Eltern oder Freunden über deren Erfahrungen austauschen können.»

Ein Blick in ein Schnuppertagebuch, das die Jugendlichen führen können.

Ein Blick in ein Schnuppertagebuch, das die Jugendlichen führen können.

Verena Schmidtke

Wenn eine Anfrage geglückt ist, bietet ask! ein Schnuppertagebuch an, worin die Schülerinnen und Schüler festhalten können, was ihnen gut und weniger gut gefallen hat. Der Berufsbildende hat auch die Möglichkeit, in dem Heft seine Auswertung zu vermerken. Die Berufsberaterin dazu: «Das ist hilfreich zur Reflexion, ob die angestrebte Ausbildung wirklich das Richtige ist.»

Ihr sei bewusst, dass viele Jugendliche gerade mit einer schwierigen Situation zurechtkommen müssen. Mauerhofer-Gasser betont:

«Das allerwichtigste ist, aktiv zu bleiben und sich Unterstützung zu holen.»

Gerade dann, wenn man mutlos sei, sollten die jungen Leute mit Eltern oder jemandem in der Schule oder mit einer ask!-Beratungsperson sprechen. ask! bietet unentgeltliche Beratungen für Schülerinnen und Schüler an den Schulen und an unseren Standorten in Wohlen, Aarau, Baden und Rheinfelden an.

Weitere Informationen zu ask! gibt es auf www.beratungsdienste.ch/