Serie
Endspurt Richtung Schulabschluss: Die Lehrstellensuche läuft erfreulich gut

Im vergangenen Schuljahr begleitete die AZ in einer losen Serie Mutscheller Schulklassen bei ihrer Suche nach Schnupperlehren in Coronazeiten. Für die Drittklässler der Sekundarschule scheint es bei den Bewerbungen mittlerweile gut zu laufen.

Verena Schmidtke
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Hier schauen die Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Mutschellen positiv auf die nächsten Wochen.

Hier schauen die Schülerinnen und Schüler der Kreisschule Mutschellen positiv auf die nächsten Wochen.

Verena Schmidtke

Kurz nach Beginn der Unterrichtsstunde herrscht auf dem Schulflur der Kreisschule Mutschellen erneut Gewusel – die Schülerinnen und Schüler der dritten Sekundarschulklasse teilen sich auf vier Klassenräume auf. In verschiedenen Gesprächsrunden wollen sie sich darüber austauschen, wie es bei der Suche nach einer Lehrstelle läuft. Gerhard Oester, Klassenlehrer der 3c, unterstreicht dabei: «Der Austausch ist wichtig, es ist ein Geben und Nehmen. Ihr könnt wirklich davon profitieren, wenn ihr euch gut beteiligt.»

Aurora Gigliotti, Tatjana Hartmann, Gerhard Oester und Thomas Vock, die Lehrpersonen der dritten Sekundarklassen, begleiten die Gespräche. «Wir haben die Jugendlichen in vier Gruppen aufgeteilt», teilt Vock vor der Stunde mit. «In einer sind die Schülerinnen und Schüler, die bereits einen Vertrag haben oder kurz davor sind, einen zu unterschreiben. Die zweite Gruppe ist auf einem guten Weg, in einer anderen sind sie noch ein bisschen unsicher. Und eine Runde ist noch etwas planlos.» Zur Freude der Lehrenden verteilen sich die meisten jungen Leute auf die ersten beiden Gruppen.

In dieser Gruppe läuft es bei den Schülerinnen und Schülern recht gut.

In dieser Gruppe läuft es bei den Schülerinnen und Schülern recht gut.

Verena Schmidtke

Zwischen Engagement und Orientierungslosigkeit

In einem grossen Quadrat sitzen die Jugendlichen im Klassenraum von Thomas Vock, sie haben ihren Lehrvertrag bereits in der Tasche oder so gut wie. «Was ist bei euch wahrscheinlich anders gelaufen als bei euren Mitschülern?», fragt der Lehrer interessiert. Ein Mädchen meint, es sei wohl auch sehr viel Glück dabei gewesen: «Bei der Vertragsunterzeichnung hiess es, es sei sehr eng gewesen, wir Bewerber waren anscheinend alle gleich auf.»

Einer ihrer Mitschüler stellt fest, dass es sehr wichtig sei, sich für das Unternehmen, in dem man arbeiten möchte, zu interessieren. «Wir haben einen Test gemacht mit allgemeinen Fragen», führt er aus. «Es gab aber auch einige zur Firma.» Da er sich im Voraus gut informiert hatte, konnte er am Test am besten abschneiden. Ein weiterer Schüler wirft ein: «Es kommt auch darauf an, wie das Bewerbungsdossier aussieht. Da sollen oft welche dabei sein, die unvollständig sind.»

Mutig sein wird auch noch als wertvoller Tipp genannt. Eine Schülerin berichtet:

«Oft steht auf den Websites der Firmen gar nicht, dass sie ausbilden. Manchmal ist es gut, da einfach anzurufen und zu fragen.»

Einig sind sich alle, dass ein Ausbildungsvertrag eine gute Motivation sei, sich weiterhin in der Schule anzustrengen.

Zu viele Interessen oder gar keine – beides macht es schwierig

Nicht ganz so zufrieden zeigen sich die drei Jugendlichen bei Gerhard Oester, sie sind noch etwas orientierungslos bei ihrer Stellensuche. «Es fehlt mir etwas Motivation», gibt ein Schüler zu, er wisse nicht so recht, welcher Beruf ihn anspreche. Sein Sitznachbar hat derweil genau das gegenteilige Problem: «Mich interessieren so viele Sachen, mir fällt es schwer, mich da zu entscheiden.» Die dritte im Bunde nickt zustimmend.

Vielleicht sollten sie versuchen, quasi einen Schritt zurückzugehen und sich intensiv damit zu befassen, was sie wirklich anspreche, versucht Oester den dreien einen Weg aufzuzeigen. Dabei könne neben Schule und Familie auch die Berufsberatung «Ask» eine gute Unterstützung sein. Der Lehrer räumt ein:

«Natürlich ist der Weg mitunter mühsam. Aber auch spannend und lehrreich.»

Zum Abschluss verlassen die Schülerinnen und Schüler den Klassenraum mit etwas mehr Zuversicht.

In der Gesprächsrunde erfragen die Lehrpersonen, wie es bei der Lehrstellensuche der Abschlussklassen vorangeht.

In der Gesprächsrunde erfragen die Lehrpersonen, wie es bei der Lehrstellensuche der Abschlussklassen vorangeht.

Verena Schmidtke

Bei Tatjana Hartmann ist die Gesprächsrunde schon ein paar Minuten vor dem Pausenläuten vorbei. Gut gelaunt gehen die Jugendlichen Richtung Flur. «Es läuft gut», teilt die Lehrerin zufrieden mit. «Hier sind die meisten kurz davor, einer Stelle zu bekommen. Es gibt aber auch andere Wege, einer wird weiter zur Schule gehen, statt eine Lehre zu machen.» Es gebe ja verschiedene Möglichkeiten, den Weg zu einem Beruf zu beschreiten. Hartmann stellt fest:

«Gerade wenn es nicht so gut läuft, wenn es viele Absagen gibt, dann ist es hilfreich, zu sehen, anderen geht es bei der Suche auch nicht unbedingt besser.»

Und sie findet: «Es ist schön mitzubekommen, wie sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig mit Ratschlägen unterstützen.»

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