Glückliche Seniorinnen, Senioren und Behinderte in Niederwil! Sie profitieren von einem gut ausgebauten sozialen Netz in der Gemeinde und sind «ned elei i eusem Dorf». Das ist nicht bloss ein vielversprechender Slogan, sondern so heisst das umfangreiche Dienstleistungsangebot in Niederwil und Nesselnbach, dem seit März 2015 probeweise auch Fischbach-Göslikon angeschlossen ist.

Umfangreiche Dienstleistungen

Aus einer Projektphase unter der Organisation des Seniorenrats entstand vor zweieinhalb Jahren eine Dienstleistungspalette für Ältere und Behinderte. Dabei geht es darum, Personen ab dem 65. Altersjahr sowie Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Behinderung kostengünstig zu helfen, ihren Alltag in der gewohnten Umgebung besser bewältigen zu können.

Die Unterstützungsdienste werden von mittlerweile 26 Frauen und Männern aus Niederwil und Nesselnbach geleistet, zusätzlich von 4 Helferinnen und Helfern aus Fischbach-Göslikon. Hinzu kommen 11 Personen im Mahlzeitendienst, die zusammen 8 Fahrerteams bilden und täglich rund einem Dutzend Bezügerinnen und Bezügern das Mittagessen ins Haus liefern. Die meisten sind selber bereits im Rentenalter, aber noch längst fit genug für ein Engagement bei «ned elei i eusem Dorf». Alle beteiligen sich freiwillig und sind während ihrer Einsätze durch die Gemeinde versichert.

Folgende Dienstleistung werden angeboten: Fahrdienste (ausgenommen solche für Arzt, Spital, Therapie und Kuren, welche bereits das Schweizerische Rote Kreuz durchführt), kleinere handwerkliche Verrichtungen in Haus und Wohnung sowie administrative Arbeiten wie Korrespondenz erledigen, Beratung und Mithilfe bei finanziellen Dingen, Einzahlungen erledigen und so weiter.

Beliebt sind kleine Handreichungen im Haushalt, Hilfe beim Tätigen der Einkäufe sowie Reparaturen. Auch Nähen, Flicken, Bügeln und die Unterstützung bei Gartenarbeiten werden angeboten. Gerne in Anspruch genommen wird die Unterstützung beim Bedienen und Einrichten von Computern, Telefon und Fernsehgerät. Die Angebotsliste vervollständigen Besuche, Gespräche führen, Vorlesen, die Begleitung bei Spaziergängen und der Feriendienst mit Blumen giessen oder der Betreuung von Haustieren.

Die Gesuche für Dienstleistungen sind im Normalfall mindestens zwei Tage vor dem gewünschten Einsatz an Denise Müller in Nesselnbach zu richten. Sie ist die Koordinatorin von «ned elei i eusem Dorf».

Entgelt von 10 Franken pro Stunde

Begleitung bei Spaziergängen, Besuche, Vorlesen und Krankenbesuche sind gratis. Hingegen kosten die anderen Dienstleistungen 10 Franken pro Stunde oder angefangene Stunde. Allfällige Materialkosten gehen zulasten des Hilfesuchenden. Für die Autobenützung der Hilfsperson werden 70 Rappen pro Kilometer berechnet, plus allfällige Parkgebühren. Die aufgewendete Zeit ist in der Kilometerentschädigung enthalten. Bei Kleinsteinsätzen entscheidet der Helfer über die Höhe der Entschädigung.

«Das Echo in der Bevölkerung ist durchwegs positiv – das Dienstleistungsangebot wird als sehr gut empfunden», erwähnte Denise Müller gegenüber der az. Sie betonte, dass mit den angebotenen Alters- und Behindertendienstleistungen in Niederwil, Nesselnbach und Fischbach-Göslikon weder andere soziale Einrichtungen, noch das Gewerbe konkurrenziert werden. «Es handelt sich um ein durchdachtes Angebot, das sich inzwischen recht gut entwickelt hat», führte die Koordinatorin weiter aus und nannte ein paar Eckdaten und Zahlen: «Gestartet sind wir im Oktober 2013. Bis Ende 2015 wurden von insgesamt 27 Helferinnen und Helfern total 220 Dienstleistungen erbracht.»