Rottenschwil
Selbst gebastelter Sprengkörper beim Reservoir gezündet

Die Wasserversorgung ist davon nicht betroffen, doch Tür und Wand des Reservoirs wurden stark verschmutzt.

Andrea Marthaler
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Das Öl aus dem gesprengten Kanister verspritzte das Reservoir. zvg

Das Öl aus dem gesprengten Kanister verspritzte das Reservoir. zvg

Bei seinem wöchentlichen Kontrollgang am Reservoir bot sich dem Wasserwart von Rottenschwil ein hässliches Bild. Die Tür zum Reservoir sowie die Wand darum waren mit einer öligen Flüssigkeit verspritzt. Beim genaueren Hinschauen entdeckte Herbert Koller einen völlig zerstörten Kanister. «Dieser wurde mit einem elektrischen Zünder gesprengt», sagt der Wasserwart. Weil er direkt vor die Reservoir-Tür hingestellt wurde, war die Sauerei an der Aussenseite des Reservoirs gross. «Ich habe am Montag sieben Stunden lang weggeputzt», so Koller.

Dennoch ist er froh, dass die Schweinerei nicht noch schlimmer war. Denn am Gitter zum Entlüftungsschacht bemerkte Koller gelöste Schrauben. «Vermutlich wollten sie den Kanister in den Entlüftungsschacht stellen. Dann wäre der Vorraum zum Reservoir betroffen gewesen.» Eine der Schrauben liess sich aber nicht herausdrehen.

Das Wasser im Reservoir ist von der Tat zum Glück nicht betroffen. Das Trinkwasser kann weiterhin bedenkenlos getrunken werden, ist den Gemeindenachrichten von Rottenschwil zu entnehmen. Trotzdem bittet der Gemeinderat um Hinweise zum Vorfall. Denn wer den Kanister gesprengt hat, ist nicht bekannt. «Ich denke, da haben Jugendliche etwas ausprobiert, ein Lausbubenstreich», sagt Koller. Dass absichtlich versucht wurde, das Trinkwasser zu verunreinigen glaubt er nicht. Das wäre mit dem Sprengsatz auch kaum möglich gewesen, der Wasserspeicher ist gut geschützt.

Bei der Kantonspolizei glaubt man ebenfalls nicht an einen Anschlag aufs Grundwasser. «Vermutlich hat jemand einen Sprengkörper gebastelt und dachte, das Reservoir im Wald sei ein guter Ort um die Wirkung auszuprobieren», sagt Mediensprecher Bernhard Graser. Aufgrund der Rückstände konnte der elektrische Zünder ausgemacht werden. Als Behälter wurde ein mit Öl gefüllter Kunststoffkanister benutzt, auf dem noch die Etikette «Bioethanol» klebte.

Hinweise nimmt die Kantonspolizei Muri entgegen: Telefon 056 675 76 20