Stadtbibliothek Bremgarten

Seit vielen Jahren brennen sie für Bücher und ihre Kunden

Beatrice Wehrli (links), Leiterin der Stadtbibliothek, und ihre Stellvertreterin Beatrice Meier sind stolz auf ihre Arbeit.

Beatrice Wehrli (links), Leiterin der Stadtbibliothek, und ihre Stellvertreterin Beatrice Meier sind stolz auf ihre Arbeit.

Das Team der Stadtbibliothek Bremgarten ist stolz auf das 40-Jahr-Jubiläum. An diesem Wochenende feiern sie mit einem Rundgang.

Beatrice Meier kann sich noch gut erinnern, wie das Ausleihsystem in der Stadtbibliothek Bremgarten im Zeughaus in ihrer Jugend funktioniert hat. Denn digitale Bücherlisten und Kundenkarteikarten gab es zu dieser Zeit noch nicht. «Damals hatten wir sogenannte Lesetaschen. Wenn man ein Abonnement löste, erhielt man ein paar dieser Täschchen, für jedes durfte man ein Buch ausleihen. Als Schülerin habe ich mir extra welche dazugekauft», erzählt sie und lacht herzlich.

In diesem Jahr feiert die Stadtbibliothek Bremgarten ihren 40. Geburtstag. Viele ihrer Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte konnte die stellvertretende Leiterin selbst miterleben – und das nicht nur als treue Kundin. Seit 18 Jahren arbeitet Meier selbst als Bibliothekarin in Bremgarten. Auf das Jubiläum sind sie und Leiterin Beatrice Wehrli, die seit 2009 im Team ist, stolz. An eine der bedeutendsten Wendungen in der Geschichte der Stadtbibliothek Bremgarten können sich beide Frauen noch sehr gut erinnern. Denn sie geschah vor noch gar nicht allzu langer Zeit.

Die Stadt übernahm die Bibliothek von den Kirchen

«2015, am Ende des Jahres, in dem ich die Leitung übernommen hatte, wurde die Stiftung Stadtbibliothek Bremgarten aufgelöst», erzählt Wehrli. Die Stiftung sei damals im Jahr 1980 mit der Vertretung der katholischen Kirchgemeinde, der Ortsbürger- sowie der Einwohnergemeinde gegründet worden. Zuvor wurde die Stadtbibliothek von der katholischen Kirchgemeinde als eine Jugend- und Volksbibliothek im Kirchgemeindehaus und später im Stadtschulhaus betrieben. Dass die Stiftung Ende 2015 aufgelöst wurde, habe vor allem finanzielle Gründe gehabt. «Zuerst ist die reformierte und später auch die katholische Kirchgemeinde als Zahler weggefallen», erklärt Meier. Eine Stiftung aufrecht zu erhalten, deren Geld sowieso nur von der Stadt kommt, ergab keinen Sinn. «Und so wurden wir eine Abteilung der Stadt.»

Vor der Zeit von digitalen Kundenkarteikarten lieh man Bücher mit Lesetaschen aus.

Vor der Zeit von digitalen Kundenkarteikarten lieh man Bücher mit Lesetaschen aus.

Heute leben in der Stadtbibliothek Bremgarten viele Ideen und Innovationen weiter, die während dieser 35 Stiftungsjahre umgesetzt wurden. So gibt es noch immer ein Obergeschoss, um das die Stadtbibliothek 1989 bei der Integration der Bezirksschulbibliothek erweitert wurde. Auch die Erzählnacht, die erstmals 2005, zum 25. Geburtstag der Stadtbibliothek eingeführt wurde, gibt es noch. Und seit März 2014 wird das Ausleihangebot auch mit elektronischen Medien wie E-Books oder E-Audios stetig erweitert. Während nach dem ersten vollständigen Betriebsjahr 1981 ein Bestand von 6230 Medien verzeichnet wurde, gibt es heute 14129 Medien in der Stadtbibliothek Bremgarten.

Ein grosser Wunsch des Teams musste für seine Erfüllung jedoch bis zum 40. Geburtstag warten. «Dass es hier keinen Lift gab, hat uns schon beschäftigt, als ich 2002 hier zu arbeiten begann», erzählt Meier lachend. Etwas ernster fügt sie an: «Wir hatten immer wieder Kunden, die ihr Abonnement nicht erneuerten, weil die steile Treppe für sie ein Hindernis war. Der neue Lift ist für uns eine grosse Erleichterung.»

Auch nach vielen Jahren bleibt es ihr Traumjob

Obwohl Meier und Wehrli schon lange in der Stadtbibliothek Bremgarten arbeiten, geniessen sie jeden Arbeitstag. «Das ist das Schöne an unserem Team, wir brennen alle für das Gleiche», sagt Beatrice Wehrli. Sie freue sich immer, wenn Kunden sie bei der Bücherwahl um Rat fragen oder mit ihr über ein Werk diskutieren. «Für mich ist es der absolute Traumjob.» Beatrice Meier stimmt ihr zu. «Es ist auch immer ein besonderes Erlebnis, wenn wir neue Bücher erhalten», erzählt sie strahlend. «Wenn man die Kiste öffnet, knackt es ganz speziell, die Bücher riechen ganz neu und man denkt: Ich bin jetzt die Erste, die sie in den Händen hält.»

Der 40. Geburtstag der Stadtbibliothek wird morgen, Samstag, von 10 bis 16Uhr, zusammen mit der Wiedereröffnung nach dem Umbau des Zeughaus/Oberer Zoll mit einem Rundgang gefeiert. Ausserdem gibt es eine Lesung von Krimiautor Martin Rüfenacht (15Uhr, Anmeldung erforderlich). Für die kleinen Besucher wird Globi ebenfalls dabei sein (11 und 13.30Uhr). «Und wer ihm eine Zeichnung mitbringt, erhält von ihm eines seiner Bücher», verrät Beatrice Wehrli.

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