Eggenwil
Seit die Post im Gemeindehaus ist, läuft das Geschäft wieder

2008 wurde beschlossen, die Poststelle ins Gemeindehaus zu integrieren. Die Zahlen sprechen für sich:Es wurde richtig entschieden.

Loredana di Fronzo
Drucken
Teilen
Eggenwil hat als einzige Gemeinde im Freiamt die Post ins Gemeindehaus integriert. LD

Eggenwil hat als einzige Gemeinde im Freiamt die Post ins Gemeindehaus integriert. LD

Loredana Di Fronzo

Am 30. August 2008 ging die alte Poststelle in der Gemeinde Eggenwil aus wirtschaftlichen Gründen zu. An einer Gemeindeversammlung wurde im Vorfeld entschieden, dass die künftige Poststelle dafür in die Gemeindeverwaltung einbezogen wird. Bereits am 1. September 2008 eröffnete schliesslich eine neue Postagentur direkt im Gemeindehaus, wobei sie neu zusätzlich über längere Öffnungszeiten verfügte. Neben der Post wurde auch das Schulsekretariat in das Gemeindehaus integriert. Für die Betreuung dieser beiden Stellen wurde eine Halbtagsstelle genehmigt, die der Gemeinderat mit Doris Wernli besetzte.

Nachfrage bleibt konstant

Eine Post direkt im Gemeindehaus? Hierzulande doch noch eine ziemlich unübliche Sache. «Im Aargau befindet sich die Post nur an sechs weiteren Standorten im Gemeindehaus», sagt Potsprecherin Yvonne Raudzus. Zu diesen Gemeinden gehörten Biberstein, Erlinsbach, Holziken, Reitnau, Rekingen und Siglistorf. Im Freiamt sei Eggenwil als einziges Dorf davon betroffen.

Für Eggenwil zahlte sich diese Lösung jedoch aus. Denn auch sieben Jahre nach der Neueröffnung der Poststelle ist die Nachfrage nach Postdienstleistungen konstant. Während der offiziellen Öffnungszeiten des Schalters von 32 Stunden pro Woche werden durchschnittlich 95 Kunden bedient. Von diesen Besuchern beanspruchten 56 Prozent ein Angebot der Post, 36 eines der Gemeindeverwaltung und acht Prozent beanspruchten die Dienstleistungen von Post und Gemeinde. Am meisten besucht wird die Post dank ihrer langen Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr am Montag.

Erfolgreiche Kostendeckung

39 Prozent der Postgeschäfte betreffen Sendungsabholungen, knapp ein Drittel sind Sendungsaufgaben. Die übrigen postalischen Dienstleistungen bewegen sich seit dem 1. September 2008 in gleichbleibendem Rahmen. Während des vergangenen Jahres wurden in der Postagentur insgesamt 10 820 Briefe und Pakete durch das Sendungsmodul selbstbedient frankiert und über die Schalterkasse der Gemeindeverwaltung abgerechnet. Gleichzeitig wurden viele bereits vorfrankierte Sendungen bei der Postagentur abgegeben. 292 Personen machten vom Bargeldbezug Gebrauch und bezogen insgesamt 93 531 Franken. Gesamthaft erledigten 316 oder im Schnitt 26 Personen monatlich ihre Einzahlung am Schalter.

Die Gemeinde erbringt die Postdienstleistungen im Namen der Post auf ihre eigene Rechnung. Die Gegenleistung der Post für die Leistungen des Partners wird aus fixen, variablen sowie Bonuskomponenten zusammengesetzt. Der fixe Teil der Gegenleistung entschädigt für nicht transaktionsabhängige Leistungen. Der variable Teil wird in Abhängigkeit vom erzielten Umsatz und der Anzahl durchgeführter Transaktionen ausgerichtet. Die Bonuskomponente wird bei Erfüllung der Qualitätsstandards ausbezahlt. Die anfänglich von der schweizerischen Post vorhergesagte Abgeltung von 19 000 Franken pro Jahr oder rund 1600 Franken pro Monat wurde in jedem Monat übertroffen. Sie betrug 2014 durchschnittlich 1960 Franken pro Monat. Damit gelang es der Postagentur, auch im vergangenen Jahr die Kosten decken zu können.

Aktuelle Nachrichten