Waltenschwil

Seit 44 Jahren im Traumberuf: Judith Antogninis letzte Tage als Klassenlehrerin

Im Juli wird Judith Antognini in Waltenschwil als Klassenlehrperson verabschiedet. Sie wird aber auch zukünftig Zeichnen und Musik unterrichten.

Im Juli wird Judith Antognini in Waltenschwil als Klassenlehrperson verabschiedet. Sie wird aber auch zukünftig Zeichnen und Musik unterrichten.

Das Klassenzimmer der P2a ist freundlich und einladend. Im Flur zeigt eine kleine Galerie die Bilder des letzten Projektes zum Thema «Froschkönig». Die Tafel zieren bunte Zeichnungen. Warmherzig lächelnd zeigt Judith Antognini die aktuellen Klassenfotos, auf denen Schüler und Lehrer fröhlich in die Kamera lachen. Schon bald bricht ihr letzter Tag als Klassenlehrperson an, aber endgültig wird sie sich noch nicht von der Schule verabschieden.

«Im Moment mache ich mit meiner Kollegin Job-Sharing», erläutert die Lehrerin, «sie unterrichtet Mathematik und Turnen, ich Deutsch und alles andere.» Also die Fächer, die ihr persönlich auch meisten Spass bringen. Sie sei aber für alle Bereiche der Primarschule ausgebildet worden. Judith Antognini dazu: «Meine Berufsausbildung habe ich im Lehrerseminar in Menzingen gemacht, diese dauerte damals fünf Jahre.» Dafür musste man zuerst einmal eine Aufnahmeprüfung bestehen. Zu den Voraussetzungen gehörten auch, ein Instrument spielen zu können, Singen und Zeichnen. Sehr hilfreich sei der stetige Bezug zur Praxis während ihrer Ausbildung gewesen. «Nach diesen fünf Jahren habe ich mich für den Beruf gut vorbereitet gefühlt. Lehrerin war schon immer mein Traumberuf und er ist heute noch schön.»

Kleine Momente machen es aus

Besonders gefallen habe ihr der ganzheitliche Ansatz des Seminars, den sie auch in ihrem eigenen Unterricht verfolge. Davon zeugt die Bilderreihe der Froschkönige auf dem Flur. Sie unterrichte nicht strikt ein Fach, sondern versuche, diese miteinander zu verbinden. Gerade erst habe sie mit ihrer Klasse den Bruno Weber Park in Dietikon besucht, wo es Natur und Skulpturen zu sehen und erkunden gibt. «Jetzt schreiben die Schüler Geschichten über ihre Erlebnisse.»

Ihr mache es grosse Freude, die Kinder ein Stück weit auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten und sie dabei zu fördern. Die Lehrerin stellt fest: «Es ist immer wieder spannend, den Kindern Lesen beizubringen – wenn aus Silben Wörter und schliesslich ganze Sätze werden.» Es seien diese vielen kleine Steine, die das Lehrersein so wertvoll machen.

Kein endgültiger Abschied

Etwas mühsam an ihrem Beruf sei manchmal das Organisatorische. «Das ist mit den Jahren mehr geworden. Wobei ich nicht die Elterngespräche meine, die gehören ganz klar zum Lehrer-Dasein dazu», betont Judith Antognini. An diesen Terminen seien die Kinder mit dabei, das sei konstruktiv, schliesslich ginge es um sie. Die Lehrerin ergänzt: «Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig, um die Kinder weiterzubringen.» Seit 1975 übt Judith Antognini ihren Traumberuf aus, in wenigen Tagen wird sie als Klassenlehrperson verabschiedet. Doch das ist kein Grund für Wehmut. «Ich werde weiterhin Zeichnen und Musik hier an der Schule unterrichten», erklärt sie lächelnd. Nur auf eine eigene Klasse verzichte sie. «Ich habe darüber nachgedacht, aber wenn ich eine 1. Klasse übernehme, dann begleite ich sie wieder die nächsten zwei Jahre», führt die engagierte Lehrerin ihre Beweggründe aus. «Ich finde, die Kinder brauchen die Kontinuität.» Neben der Schule werde sie in Waltenschwil an zwei Vormittagen in der Woche Deutsch als Fremdsprache unterrichten.

«Ausserdem bin ich ein kreativer Mensch, ich möchte gern wieder mehr Klavier spielen, meine Fremdsprachenkenntnisse ausbauen und mehr Golf üben. Langweilig wird mir sicher nicht», erzählt Judith Antognini lachend. Und was im nächsten Jahr sei, das lasse sie gespannt auf sich zukommen.

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