Muri
Seit 40 Jahren Unterstützung für Pilger

Über 800 Freiämterinnen und Freiämter verehren die Muttergottes. Sie bezeugen das unter anderem mit ihrer Mitgliedschaft im Lourdes-Pilgerverein Freiamt, der am Sonntag sein 40-jähriges Bestehen in Muri feiert.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Freiämter Pilger auf einer Wallfahrt 2014 in Lourdes. zvg

Freiämter Pilger auf einer Wallfahrt 2014 in Lourdes. zvg

Eddy Schambron

Mit über 800 Mitgliedern ist der Lourdes-Pilgerverein Freiamt gross. Aber auch er kämpft mit Mitgliederschwund. «Noch vor 20 Jahren hatten wir gegen 1500 Mitglieder», sagt Stephan Ritter, der seit 2007 Präsident des Vereins ist. Er und der Vorstand bemühen sich deshalb , junge Familien für die Mitgliedschaft zu gewinnen und so den Verein in die Zukunft zu führen.

Der am 18. November 1975 im Hotel Ochsen in Muri von 48 Personen gegründete Freiämter Lourdes-Pilgerverein will kranken, invaliden und bedürftigen Mitmenschen die jährlich stattfindende Interdiözesane Wallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz nach Lourdes ermöglichen. In den vergangenen 40 Jahren hat er unzählige Pilgerinnen und Pilger dabei unterstützt und damit beigetragen, dass viele neue Hoffnung schöpfen konnten und so Linderung in ihren Leiden erfahren durften. Die Teilnahme an den Wallfahrten ist nicht von der Mitgliedschaft abhängig.

Ritter ist überzeugt, dass sich schon viele Wunder in Lourdes ereignet haben, auch wenn er selber konkret noch keines gesehen hat. «Immer wieder sind aber kleine Wunder zu erleben. Den Menschen geht es nach einer Wallfahrt oft viel besser.» Alljährlich führt sein Verein auch Wallfahrten an Maria Himmelfahrt (15. August) in bestimmte Gotteshäuser oder Lourdes-Grotten durch. Im Freiamt gibt es solche in Boswil, Besenbüren und Waltenschwil.

Bekannter Pilgerort

Seit über 150 Jahren pilgern Menschen aus aller Welt zum Marienwallfahrtsort Lourdes in Südfrankreich. In 18 Erscheinungen in der ersten Hälfte des Jahres 1858 sprach, so die Geschichte des Wallfahrtsortes, Maria durch Bernadette zu den Menschen. Bis zum 11. Februar 1858, dem Tag der ersten Erscheinung, war Lourdes ein Städtchen in den Pyrenäen, das sich wohl in nichts von den anderen Städten im südwestlichen Teil Frankreichs unterschied.

Doch mit der Erwählung der kleinen Bernadette Soubirous, die weder lesen noch schreiben konnte, wurde Lourdes zu einem der grössten Marienwallfahrtsorte der Welt. Jedes Jahr pilgern gegen sechs Millionen Menschen, darunter 65 000 Kranke zur Grotte von Massabielle. Von den etwa 7000 Heilungen, die bis heute in Lourdes verzeichnet wurden, sind 69 Heilungen durch die Kirche als Wunder anerkannt worden. Der einzige Schweizer darunter, Bruder Leo Schwager aus dem Kloster Uznach, wurde auf wunderbare Weise am 30. April 1952 während der Sakramentsprozession von multipler Sklerose im Endstadium spontan vollkommen geheilt. Seine Genesung wurde von den zwei Ärzte-Kommissionen als «auf natürliche Weise nicht erklärbar» anerkannt.

Bischof Gmür in Muri

Der Festgottesdienst mit Bischof Felix Gmür, der die Festpredigt halten wird, beginnt am Sonntag, 14. August, um 10.30 Uhr in der Klosterkirche. Von den 23 in der Schweiz existierenden Lourdes-Pilgervereinen haben deren 14 ihr Erscheinen mit einer Fahnendelegation zugesichert. Zum Festgottesdienst selber ist jedermann eingeladen. Nach dem Apéro im Foyer des Festsaals finden das Mittagessen und der Jubiläumsanlass im Festsaal für eingeladene Gäste statt; das Nachmittagsprogramm wird von den Klosterspatzen bereichert. Am Jubiläumsanlass nehmen rund 200 Personen teil.