Wohlen-Anglikon

Seit 25 Jahren Klärmeister: Auch Jahrhundert-Hochwasser konnten ihn nicht aufhalten

Seine Aufgaben als Klärmeister und Betriebsleiter in ARA erledigt Stefan Irniger seit Jahren mit viel Freude.

Seine Aufgaben als Klärmeister und Betriebsleiter in ARA erledigt Stefan Irniger seit Jahren mit viel Freude.

Stefan Irniger arbeitet seit 25 bei der ARA im Blettler. Die Bewerbung für seine Stelle als Klärmeister bereut er bis heute nicht.

Gleich drei Jahrhundert-Hochwasser begrüssten Stefan Irniger vor 25 Jahren in seinem neuen Job als Klärmeister. Von einem davon waren die ARA im Blettler und Irniger in seinem neuen Job direkt betroffen. «Das war überhaupt nicht lustig», erinnert sich der heute 58-Jährige. Doch abgeschreckt haben ihn diese Launen der Natur nicht: «Ich habe damals viel gelernt.»

Bevor Irniger sich dem Wasser von Wohlen-Anglikon und Umgebung widmete, war der gelernte Maschinenschlosser als Werkstattchef einer Firma für Blechbearbeitung und professionelle Biegerei tätig. Doch die Stelle der ARA habe ihn aus der Werkstatt in Baden gelockt und ins Freiamt verschlagen. «Ein Kollege von mir war damals Klärmeister. Das hat mich inspiriert, mich für diese Stelle hier zu bewerben», erzählt Irniger begeistert. Bereut habe er diesen Entscheid bis heute nie.

Seit 25 Jahren mit Freude dabei

Nach fünf Jahren als Klärmeister hatte Irniger dann die Möglichkeit, die Betriebsleitung des Abwasserverbandes zu übernehmen. Als Betriebsleiter ist Irniger für die ganze Geschäftsführung verantwortlich. «Ich habe das Personal unter mir und bin für das Budget und die Finanzen zuständig», erklärt er. Daneben agiert er auch als Ansprechperson für den Kanton.

Die Aufgaben des Betriebsleiters, wie auch die des Klärmeisters erledigt Irniger nach all den Jahren immer noch gerne. Auch, wenn er in den vergangenen 25 Jahren die eine oder andere schwierige Situation meistern musste. So zum Beispiel ein Unfall mit einer grossen Menge Speiseöl, die ins Abwasser gelangte. «Wenn so etwas passiert, wäre es gut, wenn wir informiert würden, bevor das verschmutzte Wasser hier bei uns landet.»

Zusammen mit seinen Mitarbeitern konnte Irniger Probleme wie dieses über die Jahre hinweg souverän meistern. «Wenn man mit Wasser arbeitet, gibt es eben die guten wie auch die schlechten Seiten», erklärt der ausgebildete Klärfachmann schulterzuckend.

Abfall gehört nicht ins WC

Das Schöne am Wasser sei, dass es unser Leben sei, das «zukünftige Gold». «Es lohnt sich, dazu Sorge zu tragen», betont er. Das Bewusstsein der Leute für die Bedeutung des Wassers und der damit verbundenen Arbeit bedeutet Irniger viel: «Es ist wichtig, dass die Leute wissen: Wenn sie etwas die Toilette runterspülen, steht da jemand dahinter. Es ist zehn Mal schwerer, etwas aus dem Wasser zu nehmen, als es direkt in den Abfalleimer zu werfen.»

Alles in allem halte sich die Bevölkerung jedoch gut an die Regeln. «Wir haben nicht mehr so viel Rechengut wie früher. Zum Glück hat sich die Entsorgung per WC nicht durchgesetzt.»

Die Projekte gehen ihm nicht aus

Dass er mit seiner Arbeit einen Beitrag zum Naturschutz leisten kann, dass sie ihm so viel Spass macht und dass unter den Angestellten ein gutes Arbeitsklima herrscht, hat Stefan Irniger so lange in diesem Beruf gehalten. «Ich hoffe, dass ich noch bis zu meiner Pensionierung hier arbeiten kann.»

Dass er für gewisse Aufgaben auch mal an einem Samstag arbeiten muss, stört Irniger nicht. Auch die Pikettdienste, die er zehnmal im Jahr für jeweils eine Woche ausführt, seien nicht schlimm: «Das gehört einfach dazu. Und wir haben ein gutes Team und wechseln uns ab.»

Die Natur ist dem Vater von zwei erwachsenen Töchtern nicht nur in seinem Job wichtig. Seine Freizeit verbringt er gerne mit seiner Frau auf dem Velo oder in den Bergen, beim Skifahren oder auf Ski- und Bergtouren. So wird es ihm wohl auch nach seiner Pensionierung nie langweilig. Doch bis es so weit ist, wird Stefan Irniger in der Ara noch gebraucht: «Ich habe noch ein paar Projekte vor mir.»

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