Muri Söriken

Seine Hühner legen die perfekten Bio-Ostereier – dank Randen und Bärlauch

Per Zufall hat Beat Küng entdeckt, wie man rote und grüne Ostereier bekommt, ohne dass man sie färben muss.

Per Zufall hat Beat Küng entdeckt, wie man rote und grüne Ostereier bekommt, ohne dass man sie färben muss.

Beat Küng verfüttert seinen Hühnern Randen und Bärlauch. Denn dadurch legen die Hühner farbige Bio-Eier. Auf die Idee brachte ihn ein ausgebüxtes Huhn, das - zurück im Stall - plötzlich ein leicht rötliches Ei legte.

Beat Küng hat dieses Jahr ganz besondere Ostereier in seinem Angebot – rote und grüne. Das ist an sich noch nicht bemerkenswert. Dass die Eier schon farbig aus dem Huhn kommen schon.

Die neuen Bio-Ostereier hat Küng einem Ausreisser zu verdanken. Ein Huhn entwischte unbemerkt aus dem Gehege und verbrachte die Nacht draussen. «Hühner sind sehr neugierige Tiere», erzählt Küng.

Die Mitarbeiter von Küng haben in der Nähe des Stalls Pflanzplätze, also Gemüsegärten im Feld. Bei seinem nächtlichen Ausflug hat das Huhn offenbar eine Rande angepickt. Nachdem das Tier zurück im Stall war, bemerkte Küng ein Ei, das eine rötliche Färbung aufwies.

«Anfangs war ich überrascht. Das Ei schmeckte aber noch gut, und so kam ich auf die Idee, dass irgendwie ein Farbstoff in die Eierschale gelangt sein muss. Also machte ich mich auf Spurensuche, und als ich dann die angepickte Rande sah, war der Fall klar.»

Nun legen die Tiere nicht einfach rote Eier, wenn man ihnen Randen verfüttert. «Der Trick ist, dass man die Randen am Abend verfüttert, denn die Schalenbildung findet über Nacht statt», erklärt Küng. Für eine schöne Färbung muss das Tier genug von dem roten Gemüse zu sich nehmen, dazu wird es sehr klein gehackt und unter das normale Futter gemischt.

«Wir haben herausgefunden, dass sich die Eierschalen mehr oder weniger rot färben, je nach dem, was die Hühner sonst noch fressen», sagt Küng. Je nach Ernährung könne es das Betanin – den roten Farbstoff in den Randen – besser aufnehmen. Seine genaue Futtermischung bleibt aber ein Geheimnis.

«Der Nachteil ist, dass wir vor dem zu Bett gehen zusätzliche Arbeit haben, aber das Resultat ist die Mühe wert. So können wir auf die Lebensmittelfarbe verzichten, die sonst für das Eierfärben eingesetzt wird.»

Bärlauch funktioniert, Kürbis nicht

Die Eier nehmen nicht nur die Farbe der Rande auf, sondern bekommen auch einen leichten Randengeschmack. Das brachte den Bauer auf die Idee, mit weiteren Futterzusätzen zu experimentieren. «Bärlauch wird in vielen Produkten eingesetzt und ist sehr beliebt, deshalb kam ich auf die Idee vom Bärlauch-Ei». Diese sind nicht nur grün, sondern nehmen den Geschmack vom Bärlauch sehr gut an. Mit Kürbis hat das Experiment nicht funktioniert. «Die Eier blieben völlig weiss, warum weiss ich auch nicht.» Auch geschmacklich sei das Ei hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Noch ist Küng am Experimentieren, die Produktion ist noch nicht massentauglich. Nicht alle Eier haben die gleiche Farbintensität. Ausserdem hat Küng bemerkt, dass nicht alle Hühner das Futter mit Randen oder Bärlauch fressen. Momentan bekommen je zehn Hühner das Spezialfutter.

«Ich vermarkte sehr wenig direkt. Wenn wir den Dreh raus haben, liefern wir die Randen- und Bärlaucheier an unseren Partner Hosberg aus Rüti, der unsere ‹normalen› Bioeier jetzt schon vermarktet.» Er habe bereits mit den zuständigen Personen gesprochen, das Interesse am neuen Produkt sei gross. Bosberg beliefert auch Grossabnehmer wie Coop oder Migros – Ziel ist es, dass an Ostern 2016 die Eier aus Muri im Regal stehen.

Momentan gibt es die Eier aber erst direkt vom Bauern, in begrenzter Auflage. «Bis jetzt haben wir erst einige Exemplare an unsere Stammkunden verkauft, das Echo war aber positiv», sagt Küng. Die Eier gibt es vorderhand nur in 4er-Schachteln mit zwei grünen und zwei roten Eiern. Wegen des Zusatzaufwands sind sie etwas teuerer: Fünf Franken kostet die Schachtel mit vier naturgefärbten Ostereiern.

Liebe Leserinnen und Leser, bei diesem Text handelt es sich um einen Aprilscherz. 

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