Manchmal, wenn Toni Bieler sich in seinem Gartenteich abkühlt, schaut ihm ein Frosch zu. Auch mit Molchen und Libellen muss er seinen Pool teilen.

Im Laubhaufen nebenan versteckt sich oft der Igel. Bachstelzen und Wasserläufer halten sich gerne in Bielers Garten auf. Nicht zu vergessen die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die gerade fleissig Nektar sammeln.

Der Naturteich ist das Zentrum in Bielers Garten. Er braucht zwar regelmässige Pflege – Algen müssen entfernt und die Steine geputzt werden – dafür kommt er ganz ohne Chemikalien aus. «Wenn ich schwimmen war, muss ich nicht mal duschen, weil das Wasser ja kein Chlor enthält», sagt Bieler.

Natur- statt Orgelspiel

Wenn Bieler nicht gerade schwimmt, dann sitzt er gerne auf der Holzveranda und beobachtet die Natur. Früher hat er oft Orgel gespielt und gesungen, heute nutzt er hauptsächlich seinen Garten, um sich zu entspannen. Bevor sich der Lehrer morgens auf den Weg zum Unterricht macht, läuft er durch seinen Garten – «dann gehe ich zufrieden zur Schule». Wenn es warm ist, dreht er auch gerne vor dem Mittagessen ein paar Runden im Teich.

Ein Jahr lang hat er zusammen mit dem Gärtner sein kleines Paradies geplant. «Wir haben den Garten sozusagen komponiert. Die Pflanzen wechseln sich ab – wo es heute rot blüht, war vor zwei Wochen noch alles gelb», sagt Bieler.

Fünf Familienbäume

Der bunte Garten ist durchdacht, nicht nur, was Farben und Blütezeit der Pflanzen betrifft: «Das Geheimnis ist, dass jede Pflanze an einem Platz steht, an dem es ihr wohl ist», verrät Bieler.

Viele haben für ihn auch eine persönliche Bedeutung. Den Rosenbusch, den er von Schülern bekommen hat. Oder die fünf Amberbäume, für jedes Familienmitglied einen. Für seinen ältesten Sohn Andreas hat er einen japanischen Zierahorn gepflanzt, der direkt neben dem Gartenteich steht und so den Fröschen und Libellen wertvollen Schatten spendet.

«Früher war der Garten das Reich der Kinder, sie konnten hier herumtollen und Fussball spielen», erzählt Bieler. Als die Kinder ausgezogen waren, verwirklichte er seinen Traum von einem Naturteich vor dem eigenen Haus. Auch der Rest des Gartens wurde neu gestaltet, nur der Andreas-Baum behielt seinen Platz. Die Kinder kommen auch heute noch oft vorbei, um im Garten ein bisschen zu entspannen. «Mir gibt der Garten Lebensqualität und Gelassenheit – für die Arbeit, und für das Leben überhaupt», so Bieler.

In den Sommerferien war der Lehrer nicht mehr, seit sein Garten umgestaltet wurde, nur noch in einigen Schullagern. «Im Garten entspanne ich mich am besten», sagt Bieler.
Das liege wohl daran, dass er immer neugierig auf die Natur geblieben sei. «Das ist etwas, das ich auch den Schülern mitzugeben versuche.»