Auw
Scirocco brachte die Brass Band von Afrika in die Schweiz

Mit dem Wüstenwind «Scirocco» trat die Brass Band Auw am Jahreskonzert eine Reise in Richtung Heimat an, nachdem sie letztes Jahr nach Afrika aufgebrochen war. Dirigent Alex Elmiger gab bei diesem Konzert seinen Abschied vom Auwer Verein.

Lisa Stutz
Drucken
Teilen
Mit originellen Einlagen wie hier von Cornelia Fischer und Josef Imbach überzeugte die Brass Band Auw an ihrem Jahreskonzert. Lis

Mit originellen Einlagen wie hier von Cornelia Fischer und Josef Imbach überzeugte die Brass Band Auw an ihrem Jahreskonzert. Lis

Wenn der Wüstenwind «Scirocco» durch Auw fegt, dann hat die dorf eigene Brass Band ihre Trompeten, Posaunen und Trommeln im Spiel. Denn unter dem stürmischen Motto führte sie ihr diesjähriges Jahreskonzert auf. «Nach dem letztjährigen Thema ‹Afrika› bringt uns der Wüstenwind ‹Scirocco› wieder zurück auf unseren Kontinent», erzählte der Dirigent der Brass Band, Alex Elmiger. «Der Wind, der über der Sahara entsteht und via Südeuropa Sand bis in die Schweiz trägt, hat uns zu unserem zweiten Konzertteil inspiriert.»

Nachdem die Band den ersten Teil des Konzerts mit typischer Brass Band Musik bestritt, schlichen die Musikanten nach der Pause unter Wind nachahmenden «Sch»-Lauten von allen Seiten her auf die Bühne. Ein Blick auf die zerzausten Sturmfrisuren, die einige der Musikanten plötzlich trugen, gab dem Publikum das Gefühl, sich inmitten eines Sturms zu befinden. Mit dem Stück «Amparito Roca ‹Paso Doble›» begann dann eine Reise durch die Länder, die von tänzerischen Klängen, schnellen Rhythmen und orientalischen Melodien bestimmt war.

Das stürmische Konzert «Scirocco» ist das letzte, das die Brass Band unter der Leitung von Alex Elmiger vorführt. Nach acht Jahren gibt er das Amt des Dirigenten auf, um sich neuen Herausforderungen in einem anderen Verein zu stellen. «Ich durfte mit der Brass Band Auw acht erfolgreiche und schöne Jahre erleben. Für die Band ist es gut, wenn neuer Schwung reinkommt. Es fällt mir aber schon schwer, zu gehen», gestand Elmiger, der die Brass Band im kommenden Sommer verlässt. Für sein letztes Jahreskonzert wünsche er sich nur eins: «Der Wüstenwind soll durch die Halle fegen.»

Auch der Präsident des Auwer Vereins, Marco Imbach, hielt fest: «Mit Alex Elmiger geht uns ein sehr guter Dirigent verloren. Aber für Melancholie haben wir während den Aufführungen keine Zeit», schmunzelte Imbach. Alle Beteiligten freuten sich, zum Ende der Dirigenten-Ära Elmiger ein solch anspruchsvolles Konzert wie «Scirocco» vorzuführen.

Den musikalischen Höhepunkt des ganzen Abends stellte das letzte Stück «Scirocco» dar. In drei Sätzen wurde das titelgebende Stück von der Brass Band vorgeführt: Der erste war von Tarantella-Musik bestimmt, der spanische Mittelteil enthielt ein gefühlvolles Solo und im dritten Teil machten die Musikanten einen kleinen Abstecher nach Griechenland.

Als danach der Applaus nicht mehr enden wollte, kündigte die Brass Band eine Überraschung als Zugabe an. «Es folgt: Eine speziell für Sie arrangierte Zugabe», kündigte eine Dame mit Sturmfrisur an. Und da fingen die Musikanten wie Baschi an zu singen: «Chom breng ois hei, Scirocco, chom breng ois hei, uf Auw.» Beim Publikum stiess diese originelle Ankunft in der Schweiz auf viel Gegenliebe, und nach der nächsten Zugabe mit dem Titel «Time to say Goodbye» waren die Zuhörer endgültig vom Winde verweht.

Die Brass Band Auw tritt am Samstag, 11. Mai, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle nochmals mit «Scirocco» auf.

Aktuelle Nachrichten