Wohlen

Schwimmbad und Eisbahn sollen bis 2014 saniert werden

Die Eisbahn soll bis 2014 saniert werden

Die Eisbahn soll bis 2014 saniert werden

Wie bereits der letzte Finanzplan zeigt auch die nun vorliegende Ausgabe für die Jahre 2011 bis 2015, dass die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde immer mehr ausgereizt wird.

«Zwar weist Wohlen heute eine erfreulich tiefe verzinsliche Nettoschuld von 15,2 Mio. Fr. aus», hält der Gemeinderat fest. Die im aktuellen Investitionsprogramm aufgeführten Vorhaben belaufen sich jedoch auf insgesamt 75,4 Mio. Fr.

«Nun sollen die notwendigen prioritären Investitionen von 38,6 Mio. Fr. in den kommenden Jahren realisiert werden, was zu einem deutlichen Anstieg der Schulden führen wird», schreibt der Gemeinderat. In diesem Zusammenhang wurde eine klare Prioritätensetzung vorgenommen. Konkret: Die Sanierung des Schwimmbades und der Eisbahn für die Jahre 2012–2014 wurde bestätigt, die Sanierung des Gemeindehauses sowie der Ausbau der Nutzenbachstrasse wurden aber zurückgestuft.

Landverkäufe zur Finanzierung

Neben den in der Planung bereits enthaltenen Verkäufen, wie altes Postareal, Restparzelle Paul-Walser-Areal und Teilparzelle Gewerbering, sind laut Gemeinderat künftig «weitere Veräusserungen nötig, um zusätzliche Beiträge an die Finanzierung der künftigen Investitionen zu generieren und der wachsenden Verschuldung entgegenzuwirken.»

Zudem soll durch raumplanerische Massnahmen, wie die beschlossene Erschliessung Rebberg und die Überarbeitung des Zonenplanes, die Ertragslage der Gemeinde verbessert werden. Unter diesen Vorzeichen seien auch die bestehenden Reglemente und Verordnungen zu überprüfen und wo nötig anzupassen.

«Das vorhandene Wohler Eigenkapital von 9,6 Mio. Fr. wird zum Ausgleich des Aufwandüberschusses herangezogen», erläutert der Gemeinderat. Dieser Betrag wird aufgrund der Planzahlen bis 2015 ausreichen, um die laufende Rechnung auszuglei-chen. Ab 2016 werden jedoch Bilanzfehlbeträge erwartet.

Die Entnahmen aus dem Eigenkapital bewirken zwar eine ausgeglichene Rechnung, die Schulden werden dagegen jeweils um den Aufwandüberschuss zunehmen.

Steuersenkungen nicht möglich

Nach einer umfassenden Gesamtbeurteilung kommt der Gemeinderat zum Schluss, «dass die dargestellten Perspektiven in naher Zukunft keine markanten Steuersenkungen zulassen». Er ist überzeugt, dass die Vorinvestitionen sich langfristig positiv auf die Entwicklung von Wohlen auswirken. Für den Gemeinderat gelte es, «die Herausforderungen gemein-sam mit der Bevölkerung zu meistern und konstruktiv an Lösungen zu arbeiten, damit der Standort weiter an Ausstrahlung gewinnt und Wohlen als fortschrittliche Gemeinde wahrgenommen wird».

15000 Einwohner in vier Jahren

Der Gemeinderat geht im Finanzplan von einem Bevölkerungswachstum von jährlich 0,8% aus. Wohlen dürfte damit in rund vier Jahren die 15000er-Marke bei der Einwohnerzahl überschreiten. Allgemein rechnet der Gemeinderat auf der Einnahmenseite mit Wachstumsraten von 0,7 bis 2,5%. Bei den Steuern der juristischen Personen wird unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten zuerst von wachsenden Einnahmen ausgegangen, ab 2014 erwartet man einen konstanten Ertrag.

Der Wohler Gemeinderat hält einmal mehr fest, dass «bereits getroffene und geplante Entscheide auf Bundes- und Kantonsebene deutlich spürbare finanzielle Auswirkungen auf die Gemeinde» hätten. Vor allem der Ausbau der Polizeidichte, die Stärkung der Volksschule Aargau, die neue Spitalfinanzierung, die Neuordnung der Pflegefinanzierung, die Beiträge an die Spitex, die familienergänzende Kinderbetreuung, die Beitragsentwicklungen im öffentlichen Verkehr und die vorgesehene Teilrevision des kantonalen Steuergesetzes würden den Handlungsspielraum in Wohlen massiv beeinflussen.

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