Muri
Schwerstbehindertenheim Roth-Haus bekommt gute Noten

Das Schwerstbehindertenheim Roth-Haus in Muri schrieb im letzten Jahr schwarze Zahlen. Möglich wurde das Ergebnis durch Personaleinsparungen im Rahmen der üblichen Mutationen.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen
Das Roth-Haus ist seit 15 Jahren Heimat für Schwerstbehinderte. ES

Das Roth-Haus ist seit 15 Jahren Heimat für Schwerstbehinderte. ES

Die Zufriedenheit der Eltern und gesetzlichen Vertreter der Bewohner des Schwerstbehindertenheims Roth-Haus in Muri ist sehr hoch. Das hat das externe Qualitätsaudit ergeben. Besonders geschätzt wurden die transparente Information und Kommunikation, hält Heimleiter Uwe Tischer im Jahresbericht 2012 fest.

Die Ergebnisse und Rückmeldungen eines internen Audits und der Befragung der Klientenzufriedenheit ergaben zudem Hinweise für Verbesserungsmöglichkeiten bei der Begleitung einzelner Klienten.

Treue Mitarbeitende

Das Schwerstbehindertenheim Roth-Haus feierte im letzten Jahr sein 15-jähriges Bestehen. «Besonders erfreulich war, dass wir diesen Geburtstag zusammen mit 12 Mitarbeitenden feiern durften, welche seit Beginn an im Roth-Haus angestellt sind», hält Tischer fest.

Mitte der 80er-Jahre waren in Muri viele Menschen mit schweren Behinderungen im Pflegeheim untergebracht. Der damalige Direktor des Heimes, Rudolf Wernli, erkannte, dass der Rahmen seiner Institution für diese Menschen nicht optimal war. Er initiierte 1986 eine Strategiekommission zur Verbesserung der Situation.

Eine erste Planungskommission unter der Leitung des Pflegi-Direktors Josef von Felten erarbeitete bis 1991 ein Vorprojekt. Das Ziel war, im Roth-Haus ein Wohnheim mit 28 Plätzen mit familienähnlichen Strukturen und im Bühlerhaus eine Beschäftigungsstätte mit vier Ateliers und insgesamt 34 Plätzen zu schaffen.

Am 28. Juni 1997 konnten die ersten Bewohner ins Heim einziehen. Das Roth-Haus sei heute eine Institution, «die Menschen mit schweren Beeinträchtigungen eine möglichst normalisierte Lebenssituation bietet, wo sich diese Menschen wohlfühlen können und wo ihnen eine möglichst grosse Selbst- und Mitbestimmung geboten wird», formuliert Tischer den Anspruch gleich selbst.

Positives Ergebnis

Die Rechnung 2012 der Stiftung Roth-Haus Muri schliesst bei einem Aufwand von 4,727 Mio. und einem Ertrag von 4,750 Mio. Franken mit einem Betriebsgewinn von 23 280 Franken ab; budgetiert war ein Defizit von knapp 7000 Franken.

Obwohl die Betreuung von Schwerstbehinderten sehr personalintensiv ist, sei es im Jahr 2012 gelungen, durch Personaleinsparungen im Rahmen der üblichen Mutationen den Aufwand so weit zu senken, dass ein positives Betriebsergebnis erzielt werden konnte, hält Stiftungsratspräsident Harold Külling fest.

«Allerdings sind solchen Sparmassnahmen enge Grenzen gesetzt. Um die hohen Qualitätsansprüche zu befriedigen, welche nicht zuletzt auch vom Kanton gestellt werden, wird ausreichend gut qualifiziertes Personal benötigt.»

Aktuelle Nachrichten