Muri

Schwerstbehindertenheim im Umbau: Es herrscht Vorfreude auf die neuen Räume

Die Arbeiten für den Um- und Neubau des Roth-Hauses in Muri kommen planmässig voran. Vom Heimcharakter will man wegkommen. Das hat Auswirkungen auf die Gestaltung der Zimmer.

Er geht gut voran, der Um- und Neubau des Schwerstbehindertenheims Roth-Haus in Muri. Aber die Bauarbeiten einerseits, die provisorische Unterbringung andererseits sowie die Arbeit in der Beschäftigungsstätte erfordern sowohl von den Mitarbeitenden als auch von den Klientinnen und Klienten eine grosse Flexibilität. «Wir haben uns an den Zusatzaufwand gewöhnt, alle kommen mit der Situation gut zurecht und wir geniessen eine grosse Unterstützung durch die Pflegi», stellt Heimleiter Uwe Tischer fest. «Alles ist sehr spannend, aber auch anstrengend und herausfordernd.» Wohnen in einem Provisorium ist eben nicht Wohnen wie dort, wo man sich zu Hause fühlt. Abgesehen davon sind sowohl Angestellte als auch Klienten sehr interessiert am Baufortschritt. «Es läuft immer etwas, und es ist spannend und abwechslungsreich, zuzuschauen, wie gebaut wird.» Die Bauarbeiten sind, nicht zuletzt dank der guten Witterung, im Plan. Selbstverständlich herrscht schon jetzt eine grosse Vorfreude auf den Bezug der neuen Räumlichkeiten: «Man sieht inzwischen, wo die neuen Einzelzimmer sind, und kann sich bereits vorstellen, wie sie eingerichtet werden, wie der Tagesablauf aussehen könnte.» In eineinhalb Jahren ist es so weit, diese Gedankenspiele konkret umzusetzen.

Laufend werden viele Details geklärt

Bis es so weit ist, müssen allerdings noch zahlreiche organisatorische Klippen umschifft, Details abgeklärt und viele Fragen immer wieder beantwortet werden. Welche Böden sollen verbaut, welche Apparate angeschafft werden? «Müssen wir angesichts der Digitalisierung an eine Ladestation für Roboter denken?», lacht Tischer, der nicht daran glaubt, dass solche dereinst die Pflege von Schwerstbehinderten übernehmen können. Aber die Überlegung zeigt trotzdem die Dimension dieses Projekts: «Man muss offen bleiben, sowohl für technische als auch gesellschaftliche Veränderungen», weiss er. Sicher ist, dass das Roth-Haus mit dem Um- und Neubau so weit weg wie möglich vom Heimcharakter wegkommen will. Die Zimmer sollen deswegen sehr individuell möbliert und ausgestaltet werden. «Eltern können ihren Kindern gerne bevorzugte Möbel kaufen und das Zimmer einrichten.»

Bestehendes Haus genügte Anforderungen nicht mehr

Die Züglete im Juni letzten Jahres war eine grosse Sache für alle. Neben den Mitarbeitenden des Roth-Hauses halfen viele Familienangehörige der 28 Bewohnerinnen und Bewohner beim Umzug mit. Das wird nach der Fertigstellung nicht anders sein, aber mit der Gewissheit, eine bessere und schönere Wohnsituation vorzufinden. Das Bauwerk wurde notwendig, weil im bestehenden Roth-Haus die räumlichen Anforderungen nicht mehr genügten. Die Richtlinien der IV definieren die Raumansprüche, andererseits zwang der Wunsch nach Einzelzimmern zum Handeln. Auch waren für die neuen Elektrorollstühle die Durchgänge und die ganzen Platzverhältnisse sehr eng. Der neue Annexbau, der mit diesen Problemen aufräumt, steht anstelle des früheren Bühlerhauses am Südklosterrain. Das Projekt kostet rund 8,7 Mio. Franken.

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Autor

Eddy Schambron

Eddy Schambron

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