Mehr Holz geht kaum. Aber nicht nur deshalb hat der Waldwirtschaftsverband Freiamt-Lenzburg seinen Waldpreis der Ortsbürgergemeinde Dietwil für die Erstellung ihres Mehrgenerationenhauses vergeben. Der Holzbau nehme Vorbildfunktion wahr und passe hervorragend ins Ortsbild. Die Hälfte der Wohnungen ist bereits vermietet, wie Gemeindeammann Pius Wiss erklärt.

Das Mehrgenerationenhaus, das 16 Wohneinheiten umfasst, wird übrigens heute um 13.30 Uhr offiziell eingeweiht, bevor er ab Dezember bezogen wird. Nach dem Festakt mit Ansprachen, Einsegnung und musikalischer Umrahmung durch die Musikgesellschaft Dietwil kann das Wohnhaus frei besichtigt werden.

177 Tonnen Holz

Für das Mehrgenerationenhaus wurden 373 Kubikmeter oder rund 177 Tonnen Holz verbaut, wie Projektleiter Patrick Heim bei der Preisverleihung ausführte. Es stammt zu 91 Prozent aus Schweizer Wäldern. Nur das Treppenhaus – aus statischen Gründen und wegen der Erdbebensicherheit – und der Mehrzweckraum wurden massiv gebaut. Für die Auftraggeberin, die Ortsbürgergemeinde Dietwil, war die Verwendung von möglichst viel Schweizer Holz Voraussetzung, wie Gemeindeammann Pius Wiss ausführte.

Die Mehrkosten für Schweizer Holz liegen übrigens bloss bei einem Prozent, im Vergleich zur Gesamtbausumme ist es noch weniger. Im Rahmen des Architekturwettbewerbs war allerdings noch kein Holzbau verlangt worden. Das Siegerprojekt der a4D-Architekten AG, Muri, das zur Ausführung kam, war ursprünglich als Massivbau konzipiert. «Der Wunsch nach einem Holzbau hat uns dann vor einige Herausforderungen gestellt», machte Heim deutlich. «Aber es hat viel Spass gemacht.» Die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachleuten sei sehr gut verlaufen. Nicht zuletzt die Montage der vorvergrauten Holzfassade habe von den Handwerkern auch viel Sinn für das Optische abverlangt.

25. Preisträger

Hanspeter Gehrig, Präsident des Waldwirtschaftsverbandes Freiamt-Lenzburg, freute sich, den Waldpreis an Wiss zu übergeben. Die Ortsbürgergemeinde Dietwil ist die 25. Preisträgerin. Um für den Preis in Betracht gezogen zu werden, muss ein Werk aussergewöhnlich, nachhaltig nützlich, nachahmenswert und innovativ sein. Das viergeschossige Mehrgenerationenhaus, für das die Ortsbürgergemeinden 6,9 Mio. Franken investierten, erfülle diese Vorgaben. Es besteche nicht nur mit der Holzkonstruktion und einer Schindelfassade aus Fichten- und Tannenholz, sondern auch mit der Wärmeversorgung ab der Holzschnitzelfeuerung hinter dem Gemeindehaus. Schliesslich füge sich das Bauwerk auch bestens ins Dorfbild ein und verspreche viel Lebensqualität.

Die Ortsbürgergemeinde hatte vor zwei Jahren eine Umfrage unter den über
60-jährigen Dietwilerinnen und Dietwilern gemacht, um das Bedürfnis nach altersgerechten Wohnungen zu ermitteln. Das war der Grundstein für das Projekt. Der Gemeinderat wollte für ältere Personen die Gelegenheit schaffen, aus ihren Einfamilienhäusern ziehen und in altersgerechte Wohnungen zügeln zu können. Mit dem Mehrgenerationenhaus sind
jetzt viele Möglichkeiten offen.