Villmergen

Schutz durch Drive-In-Apothekenschalter

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Die Berg-Apotheke Jost AG in Villmergen kann durch ihre gute Planung mehr Sicherheit bieten.

Kranke Menschen brauchen ihre Medikamente. Doch damit die richtig ausgegeben werden können, müssen Apothekerinnen, Drogisten und ihre Teams gesund bleiben. Für diesen Schutz müssen sich Apotheken und Drogerien einiges einfallen lassen. Die Berg-Apotheke Jost AG in Villmergen zeigt ein Beispiel dafür: den Drive-in-Schalter, der sowohl Personal als auch Kunden schützen kann. Dabei wurde der Schalter nicht erst auf die Corona-Krise gebaut, sondern vor drei Jahren von der Familie Jost weitsichtig geplant.

Alle Kranken sollen direkt zum Drive-in-Schalter

Ein grosses Plakat beim Eingang in die Berg-Apotheke weist die Kunden darauf hin, dass all jene mit Symptomen des Corona-Virus direkt zum Drive-in-Schalter gehen sollen. «So schützen wir alle anderen Kunden, die beispielsweise ihre üblichen Medikamente abholen wollen», erklärt Geschäftsgründer und Senior-Chef Rudolf Jost. Ihm ist wichtig: «Am Drive-in-Schalter kann man sich ebenfalls von einem unserer Apotheker abklären lassen, genau wie im Laden drin. Nur, dass sowohl unser Personal als auch die Kunden durch die Glasscheibe geschützt sind.» Plexiglasscheiben trennen seit gestern auch im Verkaufsraum drinnen die Mitarbeiter von den Kunden. «Die haben wir am Dienstag in Auftrag gegeben und konnten sie schon gestern aufstellen», ist Jost froh.

Das Risiko ist zu gross: Alte Leute sollen daheim bleiben

2017 wurde die Berg-Apotheke an der Alten Bahnhofstrasse 6a in Villmergen neu gebaut. «Der Drive-in-Schalter ist eine der Massnahmen, die wir damals nach den neuesten Sicherheitsstandards konzipierten. Heute zahlt sich das aus.» Auch der Verkaufsraum ist so gross, dass die Kunden genügend Abstand einhalten können. «Sollte es schlimmer werden, könnten wir die Kunden trennen. Jene, die nur etwas abholen, auf die eine Seite, und jene, die sich abklären lassen wollen, auf die andere.»
Rudolf Jost kennt seine Kunden seit Jahren. «Sie vertrauen mir, darum bin ich auch aus den Ferien zurückgekommen und zeige mich explizit im Verkaufsraum. Das beruhigt viele», berichtet der Apotheker. «Viele unserer Kunden sind sehr alt. Ich sage ihnen allen, ich wolle sie in nächster Zeit nicht im Laden sehen. Wir liefern ihnen die Medikamente gerne aus. Aber genau sie sind die Risikogruppe.» Er müsse damit rechnen, dass früher oder später ein Corona-Patient in die Apotheke kommt. «Das könnte für die alten Leute tödlich sein. Aber wenn sich alle an die Regeln halten, bin ich zuversichtlich, dass wir das gut überstehen werden.»

Andrea Weibel

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