Das giftige Gas im Primarschulhaus Aristau kann bei Menschen zu Beschwerden wie Augenbrennen, Kopfschmerzen oder Unwohlsein führen. Deshalb werden vier Schulzimmer vorübergehend geräumt.

«Weit unter zulässigem Wert»

«Wir handeln präventiv», stellt Schulpflegepräsident Marco Jörg jedoch richtig. «Wir liegen lediglich ganz leicht über dem empfohlenen Richtwert des Bundesamtes für Gesundheit, allerdings weit unter dem zulässigen Arbeitsplatzkonzentrationswert.» Ausserdem seien bisher noch keine Meldungen über Formaldehyd-typische Beschwerden der Schüler oder Lehrpersonen eingegangen, hält die Schule in einer Mitteilung fest.

Trotzdem reagiere die Schulleitung sofort: «Die Messung ist letzte Woche durchgeführt worden. Die Schüler, deren Klassenzimmer sich in den entsprechenden Räumen befindet, werden nun vorübergehend in anderen Räumen der Gemeinde unterrichtet», so der Schulpflegepräsident. «Um den Umzug zu organisieren, fällt der Unterricht der Primarschüler einen Tag aus. Danach findet er wieder nach Stundenplan normal statt.» Der Kindergarten sei von den Sicherheitsmassnahmen nicht betroffen, da er in einem separaten Gebäude untergebracht ist.

Empfehlung: Schafwollmatten

Die angeforderten Experten gehen davon aus, dass das Formaldehyd aus dem Leim des alten Mobiliars in den Schulzimmern ausgetreten ist. «Laut Experten können Lanolinmatten aus Schafwolle den Formaldehydwert innert Stunden deutlich senken. Diese sind sofort in den Räumen angebracht worden», sagt Jörg.

Wenn der Richtwert wieder unterschritten sei, könnten die Schüler in ihre Schulzimmer zurück. «Das ist aber nur eine Symptombekämpfung. Sobald sicher ist, was den erhöhten Wert ausgelöst hat, soll die Ursache beseitigt werden.» Laut Mitteilung der Schule analysieren und prüfen der Gemeinderat und die Schulpflege in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachstellen und den Verantwortlichen des Kantons derzeit Massnahmen zu einer effizienten Sanierung.