Wohlen
Schulraumplanung: Wohler Pilatus-Areal hat höchste Priorität

Wohlen braucht neuen Schulraum. Wie sich die Planung entwickelt, hängt von den laufenden Verhandlungen ab. Nun wurde ein Arbeitsbericht vorgestellt.

Dominic Kobelt
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Schulpflegepräsident Franco Corsiglia und die Gemeinderäte Urs Kuhn und Paul Huwiler (von links) stellten sich den Fragen der Einwohnerräte. Dominic Kobelt

Schulpflegepräsident Franco Corsiglia und die Gemeinderäte Urs Kuhn und Paul Huwiler (von links) stellten sich den Fragen der Einwohnerräte. Dominic Kobelt

Wohlen braucht in den nächsten Jahren total 120 Schulabteilungen: 18 Abteilungen für die Bezirksschule, 12 für die Sekundarschule, 16 Abteilungen für den Kindergarten, 45 für die Primarschule und 12 für die Realschule. Weiter sind 17 Spezialabteilungen nötig. Die Zeit drängt: 2018 fallen die zehn gemieteten Schulzimmer am Oberdorfweg weg. Dieser Raum muss ersetzt werden.

Um den Bedarf und mögliche Varianten für Renovationen und Neubauten aufzuzeigen, wurde ein Arbeitsbericht Schulraum ausgearbeitet (az vom 4. August). Am Dienstagabend hat nun die Schulraumplanungskommission den Bericht vorgestellt und Möglichkeit für Nachfragen gegeben. Rund 15 Einwohnerräte sind dem Aufruf gefolgt und diskutierten mögliche Varianten.

Verhandlungen laufen

Verfasst worden ist der Bericht von der auf Städtebau und Raumplanung spezialisierten Eckhaus AG in Zürich anhand der Vorgaben, welche die achtköpfige Schulraumplanungskommission erarbeitet hat. Markus Pfyl, der den Bericht mitverfasste, hat das rund 100 Seiten dicke Dokument erläutert. In der Studie wurden elf Standorte und verschiedene Gebäudetypen geprüft.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Kombination aus dem Bleichi-Areal und einem der vier umliegenden Areale (Pilatus, Obstgarten, Oberdorfweg oder Merkur) den Anforderungen am besten entspricht. Die höchste Priorität legt der Bericht auf die Kombination Bleichi-Pilatus. In der Bleichi würde in dem Fall eine Doppelturnhalle entstehen, auf dem an die Halde grenzenden Pilatus-Areal ein Bez-Schulhaus.

Das Risiko bei dieser Variante ist die Verfügbarkeit: Das Pilatus-Areal ist in Privatbesitz. «Es wird sich bald ergeben, ob diese Variante realisierbar ist», sagte Vizeammann Paul Huwiler. Der Gemeinderat Wohlen sei in Verhandlungen. Die Variante Bleichi-Pilatus wird bevorzugt, weil das Grundstück ideal für ein Schulhaus ist und in unmittelbarer Nähe zur Schulanlage Halde liegt. So können weiterhin rund 700 m2 Schulraum in der bestehenden Schulanlage Halde genutzt werden und müssen nicht neu erstellt werden.

Der Planungskommission war es wichtig, dass es weiterhin stufendurchmischte Standorte gibt. Wenn Primarschüler und Oberstufenschüler am gleichen Ort zur Schule gingen, diene das der Gewaltprävention, erklärte Schulpflegepräsident Franco Corsiglia. Die Durchmischung erlaube auch eine gewisse Flexibilität, erklärte Pfyl: «Wir kennen das aus anderen Gemeinden mit reinen Oberstufen- und Unterstufenstandorten. Die Schulhäuser laufen Gefahr, immer zu gross oder zu klein zu sein.»

Obwohl das Pilatus-Areal viele Vorteile aufweist, mahnte Gemeinderat Urs Kuhn, sich nicht auf die Version zu versteifen. «Wir sind in Verhandlungen, haben aber auch noch einen Plan B.»

Mehrheitlich positives Echo

Die Einwohnerräte nutzten die Möglichkeit auch zu Fragen und zur Kritik. So monierte Roland Vogt (SVP): «Für mich ist das die teuerste Variante. Man baut an zwei Standorten und muss auch noch Land kaufen.» Huwiler entgegnete darauf, dass man dafür weniger Räume bauen müsse, weil Synergien genutzt werden könnten. Zudem dürfe man einen Landkauf nicht als reine Ausgabe betrachten, merkte Kuhn an: «Wir bekommen dafür auch einen Vermögenswert.»

Harry Lütolf (CVP) schlug vor, statt das neue Bez-Schulhaus auf dem Merkurareal zu errichten, ein zusätzliches Gebäude auf dem Haldegrundstück zu bauen, entweder im Westen oder anstelle der alten Turnhalle. Dieser Vorschlag erhielt aber heftigen Gegenwind, vor allem vonseiten der anwesenden Lehrer. Sie wiesen unter anderem darauf hin, dass dann der Pausenplatz für die vielen Kinder zu klein wäre. «Ein genügend grosser Pausenplatz ist wichtig für das Klima», sagte etwa Einwohnerratspräsidentin Ariane Gregor.

Insgesamt schien der detailliert ausgearbeitete Bericht auf Akzeptanz zu stossen. Er wird im September dem Einwohnerrat vorgelegt.