Am 23. Juni 2015 hat der Wohler Einwohnerrat das Projekt «Oscosa» beerdigt. Der Gemeinderat hatte geplant, an der Pilatusstrasse ein neues Bezirksschulhaus zu bauen. Mit einem grossen Eingriff sollten die Wohler Schulraumprobleme auf ein Mal gelöst werden – das war ursprünglich der Plan des Gemeinderates.

Mit ein Grund für die Ablehnung dieses Vorhabens war ein verbreitetes Misstrauen gegen die seit 2012 laufende Schulraumplanung. Eine Mehrheit glaubte nicht an die Prognosen über die Entwicklung der Schülerzahlen und zog auch die veranschlagten Kosten in Zweifel. Kurz: Die Situation war ziemlich verfahren.

Anderthalb Jahre später ist man einen Schritt weiter. Es gibt zwar noch keine konkreten Projekte, wie man das akute Problem mit dem knappen Schulraum und den verschiedenen Provisorien innert nützlicher Frist lösen will. Aber es gibt immerhin verschiedene Ideen und eine neue Strategie.

Weil beides an einem «runden Tisch» mit den verschiedenen Interessengruppen ausführlich diskutiert worden ist, darf man diesmal von einer breiteren Abstützung ausgehen. Die 2012 und 2014 erarbeiteten Schülerprognosen, die zwischenzeitlich stark umstritten waren, haben sich bestätigt und werden laut Gemeinderat von den Teilnehmenden am «runden Tisch» ebenso anerkannt wie der angestrebte Schulraumstandard.

Ein bisschen da, ein wenig dort

Nach dem neuen Konzept soll auf den Bau eines neuen Bezirksschulhauses verzichtet werden. Stattdessen baut man da ein bisschen aus und dort ein wenig um, lagert den Kindergarten ganz aus dem Schulzentrum Halde aus und bringt – wenn nötig – auch zusätzlich erforderliche Schulabteilungen in anderen Schulzentren unter.

Raum für weitere Schulräume soll es in der Halde auch geben, weil man die Turnhalle aufheben und in der Bleichi eine neue realisieren will. Dank all diesen Massnahmen bleibt es im Schulzentrum Halde an der Bremgartenstrasse zwar eng.

Anstelle von 42 Abteilungen sollen dort jedoch maximal nur noch 37 angesiedelt werden. Mit viel gutem Willen und neuen Ideen kann allenfalls auch die «Problematik Pausenplatz» einigermassen sinnvoll gelöst werden.

So weit die Fakten. Präsentiert wurden sie an einer Medienkonferenz von Gemeinderat Arsène Perroud, der das komplexe Schulraumdossier seit 2015 führt und auch den «runden Tisch» leitet, und Vizeammann Paul Huwiler, der diesen Planungsbereich zuvor betreut hat.

Schule kann damit leben

«Es ist für uns zwar nicht die gewünschte ideale Lösung. Aber es ist ein durchaus gangbarer Weg. Für uns zählt primär, dass es wieder vorwärtsgeht. Nach Badi und Eisbahn muss jetzt wirklich die Schule dran sein», kommentierte Schulpflegepräsident Franco Corsiglia die aktuelle Entwicklung.

Und auch die betroffene Lehrerschaft kann laut Rolf Stadler, dem Präsidenten der Schulleiterkonferenz, damit leben. «Wir sind uns bewusst, dass es bei dem nun aufgezeigten Weg nicht ohne Provisorien gehen wird. Die damit verbundenen allfälligen Unannehmlichkeiten nehmen wir aber im Hinblick auf eine baldige gute Gesamtlösung in Kauf.»

Der «runde Tisch» ist seit August dieses Jahres tätig und hat das Thema laut Arsène Perroud intensiv und «gelegentlich auch emotional» diskutiert. Teilnehmer sind Franco Corsiglia als Vertreter der strategischen Ebene der Schule sowie Rolf Stadler, Paul Bitschnau und Caroline Bruggisser für die operative Ebene, weiter sind mit Urs Müller und Benno Kohli zwei Mitglieder der Wohler Architektengruppe vertreten, welche die ursprünglichen Pläne stark kritisiert hat. Vom Gemeinderat sitzen Arsène Perroud und Urs Kuhn mit am Tisch, von der Verwaltung Roland Konrad, der Leiter der Abteilung Planung, Bau und Umwelt.

Grundsatzentscheid im Parlament

Der Gemeinderat will den vorgeschlagenen Lösungsansatz jetzt vorab dem Einwohnerrat unterbreiten. Wenn dieser das aufgezeigte Konzept mitträgt, werden die entsprechenden Projekte erarbeitet und die nötigen Kredite eingeholt. Der Zeit- und der Kostenrahmen sind dabei im Moment noch völlig offen.