Bremgarten
Schulleiter: «Dieser Tag im Freien war nicht als Badetag gedacht»

Am Montagmorgen verschwindet ein 14-jähriger Jugendlicher in den Fluten der Reuss. Der Schüler ging während einer Schul-Exkursion im Rahmen einer Projektwoche baden, obwohl dies nicht vorgesehen war. Er konnte bislang nicht wieder gefunden werden.

Silvan Hartmann
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Montag-Vormittag kurz nach 11 Uhr in Bremgarten: Zwei erwachsene Wasserfreudige lassen sich auf Luftmatratzen die Reuss hinuntertreiben - kreischen und paddeln heftig mit den Armen gegen die Kräfte des Wassers.

Sie dürften nicht wissen, warum ihnen unzählige Boote der Polizei und Armee flussaufwärts entgegenkommen: Aargauer Polizisten sowie Soldaten des Waffenplatzes in Bremgarten sind auf der Suche nach einem 14-jährigen Jugendlichen.

Kurz nach 10 Uhr ging bei der Polizei der Alarm ein, dass ein Jugendlicher vermisst wird. Der Schüler sei während des Unterrichts, der draussen stattgefunden hatte, plötzlich von der Strömung weggetrieben worden, untergetaucht und in der Reuss verschwunden.

Badeunfall im Bremgarten: 15-jähriger Schüler wird vermisst
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Die Polizei wurde bei der Suche von der Armee unterstützt.
Insgesamt standen rund 12 Boote im Einsatz.
Hier an dieser Stelle in Bremgarten ging die Schulklasse ins Wasser. Es ist ein beliebter Ort zum Baden.
Ein Armeetaucher macht sich auf die Suche nach dem vermissten Jugendlichen
Die Polizei steht mit mehreren Patrouillen im Einsatz. Die Ambulanz ist mittlerweile vom Einsatzort wieder abgefahren - ohne Patienten.

Badeunfall im Bremgarten: 15-jähriger Schüler wird vermisst

mzm

Bekannter Badeort im Freiamt

Von dem Badeunfall betroffen ist eine Realschulklasse der Kreisschule Mutschellen. Die Freiämter Klasse mit 12 Schülern sollte die Schulstunden am bislang heissesten Tag des Jahres im Rahmen einer Projektwoche am Ufer der Reuss verbringen.

Louis Isenmann, Schulleiter der Kreisschule Mutschellen, zeigt sich tief betroffen. «Dieser Tag im Freien war nicht als Schwimm- oder Badetag gedacht. Die Lehrperson ging mit den Schülern an das Reuss-Ufer, um Experimente zu machen und zu grillieren», sagt er der az Aargauer Zeitung mit gebrochener Stimme.

Die verantwortliche Lehrperson, die als einzige erwachsene Person mit den Schülern vor Ort war, soll noch mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt gewesen sein, als Schüler bis Kniehöhe ins Wasser liefen. Wenig später tauchte ein Jugendlicher ab und verschwand in der Reuss. Der Unglücksort gilt im Freiamt als beliebter Badeort.

Suche in Abendstunden abgebrochen

Die Polizei suchte bis in die Abendstunden nach dem Buben, brach dann jedoch die Suche ab. «Wir haben das Ufer abgesucht und sind bislang auf keine Hinweise gestossen», sagt Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

Auch eine Suche von Armeetauchern blieb bislang erfolglos.

Wann der geordnete Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann, ist noch unklar. Die Schüler sowie die Lehrperson werden intensiv betreut.