Merenschwand
Schulhausareale werden zu suchtmittelfreien Zonen

Wegen vermehrter Lärmklagen und Littering gehen die Schulpflege und der Gemeinderat nun mit Tafeln gegen Drogen, Lärm und Müll vor.

Andrea Knecht
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Wie im Kanton Graubünden sollen auch in Merenschwand bald Tafeln auf die Verbote hinweisen. wal/Archiv

Wie im Kanton Graubünden sollen auch in Merenschwand bald Tafeln auf die Verbote hinweisen. wal/Archiv

«Auf dem Schulareal der Gemeinde Merenschwand nimmt das Littering, vor allem nach kleineren nächtlichen Partys, zu», gaben Schulpflege und Schulleitung in einer Medienmitteilung bekannt. Flaschen und Dosen von alkoholischen Getränken blieben liegen, nicht nur Mofa- und Rollerfahrer würden den Rasen verunstalten, dieser würde ausserdem auch als Hunde-WC missbraucht. Dem Schulabwart würde dadurch stetiger Mehraufwand bereitet. Schulleiter Heinz Mäder ergänzt: «In letzter Zeit kamen von der Nachbarschaft vermehrt Klagen wegen Lärmimmissionen.»

Nun wird gehandelt: «Aufgrund dieser zunehmend untragbaren Situation haben sich die Schulpflege und der Gemeinderat entschieden, mittels einer neuen Arealordnung das Schulareal Merenschwand sowie den Kindergarten und die Schulanlage Benzenschwil zur suchtmittelfreien Zone zu erklären», wurde im Communiqué mitgeteilt.

Per 1. Januar 2013 sollen die neuen Regeln und Vorschriften in Kraft treten: Auf den Schulanlagen darf künftig nicht mehr geraucht werden und der Konsum von Alkohol und Drogen wird untersagt. Ausserdem wird zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eine Nachtruhe eingeführt. Während dieser Zeit seien keine Lärmemissionen gestattet. Der Rasen darf nicht mehr motorisiert befahren werden und Hunde sollen ihr Geschäft künftig anderswo erledigen. Um dem Volk den Ernst der Lage bildlich nahezubringen, werden die Verbote auf Tafeln mit einfachen Symbolen dargestellt.

In das Projekt ist auch die Regionalpolizei (Repol) involviert. Sie soll regelmässig präsent sein. Jedoch haben auch Mitglieder der Gemeinde oder der Schule die Kompetenz, Missetäter in ihre Schranken zu weisen. Das kulturelle Dorfleben wird die suchtmittelfreie Zone nicht einschränken: Für bewilligungspflichtige Anlässe, organisiert durch Vereine, Organisationen oder Privatpersonen, kann die Schulpflege in Absprache mit der Schulleitung spezielle Ausnahmen erlassen.

Schulleiter Mäder betont: «Wir sind ein Oberstufenstandort. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass sich Jugendliche abends auf dem Areal treffen – das Zusammenleben soll jedoch reibungslos stattfinden.» Dass dies funktionieren kann, zeigt als Vorreiter das Bündnerland. Die Gemeinde Davos hat schon im Jahr 2006 ein Verbot für Drogen, Tabakwaren und Alkohol auf den Schularealen geltend gemacht.

Auch Muri kennt das Verbot: Im Juni 2010 haben Gemeinde und Schulpflege die suchtmittelfreie Zone eingeführt. Die damalige Schulleiterin Christina Elsässer begründete zu jener Zeit: «Wir wollen die Kinder und Jugendlichen vor Alkohol und Drogen schützen und Littering vermeiden.» Heute stellt Hubert Anderhub, Gesamtleiter der Schulen Muri, fest: «Der Alkoholkonsum ist zurückgegangen.» Dies sei vor allem der anfänglich sehr präsenten Repol zu verdanken. «Bussen mussten wenige erteilt werden. Es ging vor allem darum, endlich ein Verbot auszusprechen.» Hingegen sei Littering nur mit der suchtmittelfreien Zone nicht zu bewältigen: «Nach wie vor liegen Red-Bull-Dosen und Schokoladenpapiere herum», so Anderhub.

Schulleiter Heinz Mäder ist trotzdem zuversichtlich: «Ziel ist eine Art Selbstkontrolle. Aufgrund der Tafeln sollten sich die Benützer auch gegenseitig auf Littering aufmerksam machen. Durch Aktionen wie Müllaufsammeln mit dem Schulabwart werde die Merenschwander Schülerschaft schon jetzt für die negativen Folgen des Litterings sensibilisiert.