Berikon
Schulhaus-Wettbewerb: Projekt Tilia hat sich am besten angepasst

Noch ist ein neues Schulhaus nicht zwingend notwendig, trotzdem konnte die Gemeinde Berikon bereits heute Mittwoch den Sieger eines Projektwettbewerbs vorstellen: Tilia soll den zusätzlichen Raumbedarf für die kommenden Jahre decken.

Dominic Kobelt
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Siegerprojekt Tilia
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Präsentation Siegerprojekt neues Schulhaus (Projekt Tilia)
So sieht die Schulanlage momentan aus
Stefan Bossard, Ewald Keller und Otto Eggimann präsentiern das Siegerprojekt (v.l.)

Siegerprojekt Tilia

Dominic Kobelt

Die Primarschule in Berikon befindet sich unterhalb der Bahnhofstrasse, im Zentrum der Gemeinde. Nebst drei Schulhäusern stehen den Schülerinnen und Schülern eine Turnhalle und verschiedene Aussenanlagen zur Verfügung.

Nicht nur wegen steigender Schülerzahlen, auch wegen des gut genutzten Mittagstischs und dem Betreuungsangebot braucht die Schule mehr Platz. «Wir warten die Schülerzahlen ab. Im nächsten Jahr brauchen wir noch kein neues Schulhaus, aber bereits im übernächsten Jahr könnte es knapp werden», sagt Ewald Keller, Schulleiter der Primarschule.

Berikon bereitet sich weitsichtig auf die kommenden Anforderungen in der Schule vor: «Eine gute Schule mit Betreuungsangeboten ist auch Standortmarketing», sagt Gemeindeammann Stefan Bossard. Das neue Schulhaus muss vielen Anforderungen genügen: Vom Hauswart, der seine Geräte verstauen möchte, zu den Lehrern und Schülern, die eine gute Lernumgebung schätzen bis hin zur architektonischen Gestaltung. Deshalb hat ein breit abgestütztes Expertenteam aus dem Wettbewerb ein Projekt ausgewählt, das nicht gut aussieht, sondern auch die Anforderungen in Sachen Funktionalität und Flexibilität erfüllt.

Perfekt eingebettet

Es fiel der Jury nicht einfach, einen Sieger aus den acht Projekten zu küren – «alle Objekte haben eine hohe Qualität», sagt Bossard. Gewonnen hat schliesslich das Büro Naegele Twerenbold Architekten aus Zürich. Ihr Projekt Tilia wirkt sehr durchdacht und wusste die vorhandenen Gebäude optimal einzubinden.

Dies einerseits optisch, indem die Dachform von Schulhaus und Turnhalle übernommen wurden. Andererseits aber auch, indem es sich an das Schulhaus Linde anschliesst. Weil es im neuen Gebäude einen Lift geben wird und die beiden Gebäude auf jedem Stock miteinander verbunden sind, hat man damit auch das Linden-Schulhaus rollstuhlgängig gemacht.

Wichtig war der Jury auch die Nähe zum Hauptschulhaus – so bleiben die Wege kurz und es gibt keine «Spaltung» der Lehrerschaft in zwei Schulhäuser. Ausserdem stehen den Schülerinnen und Schülern im Tilia Lernnischen zur Verfügung, die zwar miteinander verbunden sind, und es dennoch zulassen, dass sich eine Gruppe etwas zurückziehen und sich auf ihre Arbeit konzentrieren kann.

Das Erdgeschoss wird für den Mittagstisch und das Betreuungsangebot genutzt; Musikzimmer, Malatelier und Lehrerzimmer werden im Sockelgeschoss untergebracht. Dieses verschwindet aber nicht ganz im Boden, weil das Gelände abfällt.

Realisierbar in 2-3 Jahren

Weil das Projekt sich gut in die bestehenden Schulhäuser einbettet und sich somit praktisch nicht zu den Anwohnern hin ausdehnt, hofft Bossard auf eine grössere Akzeptanz. «Noch müssen ein paar Detailanpassungen vorgenommen werden. Bei einem raschen Baubewilligungsverfahren ist das Projekt in zwei bis drei Jahren realisierbar.» Trotz Kosten von rund 8 Millionen Franken geht Bossard von einer Zustimmung der Gemeindeversammlung aus. «Wir wissen schon länger, dass Kosten auf uns zukommen werden und planen entsprechend. Wir bekommen mit diesem Schulhaus den nötigen Schulraum mit der pädagogischen Qualität – wir haben aber den Kostenaspekt nie ausser Acht gelassen.»