Oberwil-Lieli
Schulhaus Falter soll bis 2016 wesentlich ausgebaut werden

An der Sommergemeindeversammlung in Oberwil-Lieli ging es vor allem um Geld. Das gab jedoch kaum zu reden, zu Diskussionen führte viel mehr die Revision des Personalreglements.

Andrea Knecht
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5,5 Millionen Franken dürfte der Ausbau des Schulhauses Falter kosten – vorerst wurde ein Projektierungskredit von 150000 Franken bewilligt.

5,5 Millionen Franken dürfte der Ausbau des Schulhauses Falter kosten – vorerst wurde ein Projektierungskredit von 150000 Franken bewilligt.

Dominic Kobelt

Das Personalreglement der Gemeinde Oberwil-Lieli stammt aus dem Jahr 1992 und «verströmt Beamtenmief», wie es Gemeindeammann Andreas Glarner ausdrückte.

Mit der Gesamtrevision soll das Reglement privatwirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden. Die neue Version baut ausserdem auf dem Obligationenrecht (OR) auf, sodass Änderungen im Arbeitsrecht automatisch auch für die Angestellten der Gemeinde gelten.

Obwohl Glarner betonte, dass die Überarbeitung auf Anregung des Personals selbst erfolge, wurden vereinzelt Bedenken geäussert. «Unsere Gemeinde ist keine Firma», befand eine Teilnehmerin.

«Zu undurchsichtig dargestellt» seien die Veränderungen, klagte ein Stimmbürger – die beantragte Rückweisung wurde jedoch verworfen. Trotz Diskussion stimmte die Gemeinde dem Antrag grossmehrheitlich, mit zwei Gegenstimmen, zu.

Im Gegensatz zur Revision des Reglements, wurden die Kreditanträge ohne viel Federlesens von der Versammlung durchgewinkt. Der Planungskredit in Höhe von 100 000 Franken für die Revision der Bau- und Nutzungsordnung wurde einstimmig angenommen.

Ziel der Revision sei es, die Entwicklung der nächsten 15 Jahre zu steuern und «in der schlanksten Nutzungsordnung des Kantons Aargau festzuhalten», so Glarner. Die 2008 von der Gemeinde bewilligte Nutzungsordnung war dem Kanton dann doch zu schlank und deshalb nicht bewilligt worden.

Ziele der Ordnung sind erhöhte Siedlungsqualität, innere Verdichtung und Gestaltung des öffentlichen Raums. «Wachsen wollen wir eigentlich nicht mehr», sagte Glarner.

Für neue Sauberwasserleitungen im Gebiet Prügelgasse und Lunkhoferstrasse wurde ein Kreditantrag von 240 000 Franken gestellt. Die Bauarbeiten sollen mit der Sanierung der Kantonsstrasse erfolgen. «Dadurch entstehen Synergien und das Projekt wird kostengünstiger», erklärte Gemeinderat Paul Wälti. Die Versammlung stimmte dem Antrag zu.

Bis zum Schuljahr 2016/17 rechnet die Gemeinde mit rund 60 Prozent mehr Schulkindern in der Primarschule, dies unter anderem aufgrund der Umstellung des Systemwechsels von 5/4 zu 6/3.

Das macht einen Ausbau des Schulhauses Falter nötig. «Bildung braucht Raum – und an Schulräumen solls nicht scheitern», sagte Glarner.

Der moderne Unterricht brauche Gruppenräume, Zimmer für die integrative Förderung, sowie Raum für Mittagstisch und Randstundenbetreuung. Des Weiteren ist ein Gymnastikraum geplant, um die Turnhalle zu entlasten.

Der Projektierungskredit von 150 000 Franken wurde einstimmig bewilligt. Den Baukredit schätzt der Gemeinderat auf ungefähr 5,5 Millionen Franke, er soll an der Wintergemeinde vor das Volk kommen.

«Das Schulhaus soll grosszügig, jedoch kein Luxusbau werden», betonte Glarner. Ausserdem strebe er einen ambitionierten Zeitplan an: Der Neubau soll im August 2016 eingeweiht werden.

Weiter bewilligte die Versammlung 150 000 Franken für einen neuen Traktor. Auch das Protokoll und die Verwaltungs- und Bestandesrechnung sowie der Rechenschaftsbericht 2012 wurden genehmigt. Oberwil-Lieli schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 739 456 Franken oder in den Worten des Ammanns: «Es geht uns gut.»