Ultraknapp. So lässt sich das Abstimmungsergebnis in Merenschwand umschreiben. 12 Stimmen machten bei einer Stimmbeteiligung von 47 Prozent den Unterschied. So lehnen mit 538 zu 526 Stimmen 50,6 Prozent den Bau des Ersatzbaus Notterhaus ab. In dessen geplanten multifunktionalen Räumen hätten in Zukunft etwa Bibliothek, Tagesbetreuung, Jugendarbeit und Arbeitsräume für die Schule untergebracht werden sollen. Mit beinahe 7 Mio. Franken hätte das Projekt aber auch einiges gekostet. Diese Kosten hat nun offenbar eine Mehrheit stärker gewichtet als den Bedarf an Räumen für die Schule.

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Gemeindeammann Hannes Küng zeigt sich nach der Bekanntgabe des Resultats enttäuscht. «Doch nein heisst nein, egal wie knapp das Resultat ausgefallen ist.» Der Ausgang der Abstimmung überrascht ihn jedoch nicht. Wenn es um Geld gehe, sei es immer schwierig, ein Anliegen durchzubringen. «Es ist einfach schade, dass wir nach über sechs Jahren Planung fast wieder von vorne anfangen müssen.» Wie der zukünftige Raumbedarf abgedeckt werden soll, steht noch nicht fest. Es gibt keinen Plan B, möglicherweise kommen Übergangslösungen zum Zug. Fest steht, dass das Notterhaus nun länger als geplant so bleibt, wie es ist: ein altes Gebäude, dessen Räume von der Schule und der Jugendarbeit genutzt werden.

Das sei eine zweckmässige Lösung, findet Fritz Beck, der sich mit dem Verein Pro Merenschwand für ein Nein eingesetzt hat. Das Notterhaus mache auf ihn keinen baufälligen Eindruck, sagt der SVP-Ortsparteipräsident. Er findet: «Im Dorf hat es mehr als genug Räume, die man nutzen könnte — man muss sie nur sehen wollen.»

Mit dem Nein endet ein intensiver Abstimmungskampf, der mit der Gemeindeversammlung vom November 2018 begann. Damals waren rund zwei Drittel der Anwesenden für den Bau gewesen. Gegen das damalige Ergebnis wurde aber das Referendum ergriffen.