Muri
Schülerzahlen erfordern neues Rösslimatt-Schulhaus

Zehn Millionen Franken für ein neues Schulhaus mit Einfachturnhalle und Spielplatz - das ist ein happiges Geschäft, das vor die Einwohnergemeindeversammlung Muri am 27. November kommt.

Eddy Schambron
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Der Schulstandort Rösslimatt soll mit einem neuen Schulhaus und einer neuen Einfachturnhalle stark ausgebaut werden.

Der Schulstandort Rösslimatt soll mit einem neuen Schulhaus und einer neuen Einfachturnhalle stark ausgebaut werden.

ES

Es ist nicht nur die Umstrukturierung der Schulen im Aargau von fünf auf sechs Primarschulklassen. Es sind vor allem auch die steigenden Schülerzahlen im Bezirkshauptort, die sich durch das stete Wachstum der Wohnbevölkerung ergeben. Die Auswertungen einer Arbeitsgruppe, die die Schulraumplanung in einem zeitlichen Horizont bis 2040 untersucht, zeigten klar auf, dass in den kommenden Jahren die Schülerzahlen im Gebiet östlich der Bahnlinie ansteigen. Es mache deshalb Sinn, den Schulstandort Rösslimatt auszubauen, hält der Gemeinderat fest. Mit dem Rösslimatt-Ausbau können die 1. bis 4. Klassen künftig dezentral in den Dorfquartieren unterrichtet werden.

Für Doppelturnhalle zu eng

Gegen einen Antrag auf die Erstellung einer Doppelturnhalle würden einerseits die vor Ort sehr engen Platzverhältnisse mit nur noch sehr beschränkten Zugangsmöglichkeiten sprechen. Andererseits würde sie durch die Vereinsnutzung abends einen erheblichen Mehrverkehr und Lärm ins Quartier bringen. Im Bereich der Erweiterung würden zudem vier Erdsondenbohrungen bis 300 Meter Tiefe liegen, welche mit hohen Kostenfolgen neu erstellt werden müssten. Schliesslich würden durch eine Doppelturnhalle Mehrkosten von etwa 1,85 Mio. Franken entstehen. Mittelfristig, finden Gemeinderat und Baukommission Rösslimatt, sei es sinnvoller, andernorts eine einfache Ballsporthalle in der Grösse einer Dreifachturnhalle anzustreben. Erste Abklärungen seien bereits getroffen worden.

Anstelle der heutigen Gymnastikhalle soll also eine Einfachturnhalle entstehen. Die zwei heute bestehenden baufälligen Schulzimmer über der Gymnastikhalle werden abgerissen und ersetzt. Hinzu kommen vier neue Klassenzimmer mit Gruppenräumen, ein Lehrerzimmer, Arbeitsräume für die Lehrpersonen, ein Büro für die Schulleitung und die Schulsozialarbeit, ein Musikzimmer, Musikkojen zum Erteilen des Instrumentalunterrichts und zwei Räume für Randstundenbetreuung und Mittagstisch sowie Technik- und Nebenräume für die Hauswartung. Die beiden Schulräume im bestehenden Pavillon müssen während der Bauzeit durch ein Provisorium ersetzt werden. Dazu werden zwei Container aufgestellt.

Anforderungsreicher Spielplatz

Der vorgeschriebene Spielplatz wird auf der Nachbarparzelle realisiert, weil der Schulhausneubau den Standort des heutigen Spielplatzes benötigt. Die Idee ist es, Räume mit hohen Anforderungscharakter zu schaffen, welche Fantasie, Kreativität und Spielerlebnis fördern. Verwendet werden ausschliesslich einheimische Pflanzen und Materialien sowie robuste, natürliche Spielgeräte. Ein Hartplatz für Team-Ballspiele sowie Basketball oder Fussball ist zudem zentraler Bestandteil. Um die Lärmimmissionen gegenüber dem angrenzenden Wohngebiet zu minimieren und einen Sichtschutz zu garantieren, wird ein bepflanzter Erdwall erstellt. Die Öffnungszeiten der Anlage würden auf die Bedürfnisse der Anwohner Rücksicht nehmen.

Neues Mobiliar

Die Baukosten sind mit 9,675 Mio. Franken veranschlagt. Dazu kommen 565 000 Franken für die Ausstattung und Mobiliar von Schulhaus und Turnhalle. Sowohl für den Schulhausneubau als auch für die Turnhalle muss das ganze Inventar neu angeschafft werden, wie der Gemeinderat weiter festhält.

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