Merenschwand
Schüler sagten Fuchs und Hase gute Nacht

Die Jagdgesellschaft Reusstal lud Primarklassen zu einem interessanten Waldparcours ein. Ziel ist es, den Kindern die einheimische Tier- und Pflanzenwelt näher zu bringen.

cornelia bisch
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Waldparcours in Merenschwand
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Waldparcours in Merenschwand
Waldparcours in Merenschwand
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Waldparcours in Merenschwand

Waldparcours in Merenschwand

Aargauer Zeitung

Die Jagdgesellschaft Reusstal setzt mit ihrem Waldparcours für Primarschüler bei der Jugend an: «Ziel ist es, jedes Kind während seiner Primarschulzeit einmal auf einen Parcours mitzunehmen, ihm die einheimische Tier- und Pflanzenwelt näher zu bringen und die Aufgaben der Jäger und Förster zu erklären», sagte Obmann Alex Keusch. Da ist auch Förster Josef Schärer jeweils mit von der Partie. «Ich möchte bei den Kindern das Verständnis für Wald und Tiere fördern, damit sie lernen, auf die Waldbewohner Rücksicht zu nehmen und ihnen mit Respekt zu begegnen», erklärte er. Seit der Jagdverein 1996 mit der Durchführung der im Dreijahres-Rhythmus stattfindenden Schülerparcours begonnen hat, leitet Josef Schärer den Posten «Forstwirtschaft».

Tiere hautnah erleben

Mit einer rassigen Fanfare des Bläserkorps, tatkräftig unterstützt vom Gejaule des betagten Jagdhunds Pluto, wurden die jungen Gäste und ihre Lehrpersonen bei der Galgenholz-Waldhütte Merenschwand begrüsst. In Gruppen suchten sie nacheinander die fünf Posten in der Umgebung der Hütte auf. Gut verständlich und kindgerecht informierten die Mitglieder der Jagdgesellschaft über Körperbau, Lebensrhythmus, Verhalten und Krankheiten von Reh-, Raub- und Federwild. «Warum werden Füchse gejagt?», fragte etwa Postenleiter Ernst Suter. «Weil es zu viele gibt oder weil sie krank sind», kam prompt die richtige Antwort aus den Reihen der Primarschüler.

Ein Bauernjunge erklärte Mitschülern, wie man Rehkitze schützt, die vielleicht im hohen Gras liegen, das der Bauer mähen möchte. «Wir schlagen jeweils am Vorabend Stöcke ein und stülpen einen Sack darüber». Landwirt und Jäger Rainer Weber
erklärte, warum: «Wenn die Geiss, das ist die Mutter des Kitzes, die Veränderung sieht, wittert sie Gefahr und bringt ihr Junges in Sicherheit.»

Da kaum zu erwarten war, dass sich einer der scheuen Waldbewohner der Besucherschar zeigen würde, brachten die Mitglieder der Jagdgesellschaft eindrückliche Tierpräparate von Sing- und Greifvögeln, von Raub- und Rehwild mit, deren Körperbau studiert werden konnte.

Schüler auf Spurensuche

Welches Tier hat welche Spuren hinterlassen? Verschiene Trittsiegel, Losungen (Tierdung) und Schädel
gaben Rätsel auf, die man mit vereintem Wissen und Raten löste. Auf Spuren an Bäumen und Pflanzen wies Förster Josef Schärer hin. «Die Knospen des jungen Laub- und Nadelholzes werden vorzugsweise von Rehen abgeäst, das heisst gefressen».

Eine seiner Aufgaben ist es, den Baumbestand vor zu grossen Schäden zu schützen. «Manchmal zäunen wir eine Waldfläche ein. Manchmal müssen wir auch die Jäger bitten, den Tierbestand etwas zu reduzieren». Zudem sorgt der Förster dafür, dass genug Futter für die Rehe vorhanden ist, indem er die Begrünung von Waldflächen mit Kräutern und niederen Bäumen sowie die Verjüngung des Pflanzenbestandes fördert.

Blick durch ein Zielfernrohr

Die beiden erfahrenen Jäger Willi Huwyler und Josef Hürlimann hatten alles dabei, was das Jägerherz begehrt: Dichte Kleidung und praktische Westen, grell farbige Hüte,
«damit man nicht aus Versehen ein paar Schrotkugeln abbekommt», ein Fernglas, ein Horn, Werkzeug, klappbare Sitzgelegenheiten und natürlich eine Schrotflinte und ein Gewehr, durch dessen Zielfernrohr man probe- gucken durfte. Die beiden Postenleiter informierten über die verschiedenen Jagdarten und -einrichtungen, Traditionen und Brauchtum.

Ein weiteres, spannendes Schauspiel boten der Jäger Pius Balmer
und sein Schweisshund Falk, der mit erstaunlichem Geschick eine gelegte Fährte aufspürte. Dies, obwohl ihn das Geschrei der 150 Kinder in ziemliche Aufregung versetzte.

Positives Echo bei den Lehrern

Schliesslich offerierte die Jagdgesellschaft allen Gästen gebratene Würste und kühle Getränke. Ein origineller Wettbewerb gab Aufschluss darüber, ob das Gehörte auch im Gedächtnis haften geblieben war. Einen Preis gabs für alle Kinder.

«Dieser Anlass wird von den Lehrpersonen sehr positiv aufgenommen», sagte Alex Keusch. «Und auch die Kinder erleben wir als aufmerk-same, interessierte Zuhörer.» Deshalb nehmen er und seine 15 Helfer die grosse Vorbereitungsarbeit auch künftig gerne wieder auf sich. Der nächste Schülerparcours wird im Jahr 2015 stattfinden.