Schule
Dietwil plant Sanierung der Turnhalle für 2 Mio. Franken – eine neue Doppelturnhalle wäre zu teuer

In Dietwil entscheiden die Stimmberechtigten am 10. Juni an der Gemeindeversammlung über einen Kredit von 2 Mio. Franken für die Sanierung der Mehrzweckanlage. Die Gemeinde informierte, warum eine zusätzliche zweite Halle oder ein Abriss plus Neubau ungeeignet wäre. Vereine sind nicht zufrieden damit.

Melanie Burgener
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Die Schulanlage Dietwil von oben samt Mehrzweckanlage, den Schulhäusern Chileblick und Badiblick sowie dem Schwimmbad und dem Beachvolleyballfeld im Hintergrund.

Die Schulanlage Dietwil von oben samt Mehrzweckanlage, den Schulhäusern Chileblick und Badiblick sowie dem Schwimmbad und dem Beachvolleyballfeld im Hintergrund.

zvg (August 2020)

Fast ein halbes Jahrhundert hat die Mehrzweckanlage der Gemeinde Dietwil bereits auf dem Buckel. Mehr als 30 Jahre nach der letzten umfassenden Sanierung hat die Turnhalle samt Nebenräumen nun wieder einiges an Aufarbeitung nötig. Das betonte der Gemeinderat am Donnerstagabend im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum geplanten Projekt.

«Die sanitären Anlagen sind in einem desolaten Zustand und der Boden der Turnhalle ist spröde», zählte Gemeinderätin Beatrice Gisin zwei der Probleme auf. Der Gemeinderat plant deshalb eine Sanierung des Gebäudes und beantragt dafür an der Gemeindeversammlung vom 10. Juni einen Kredit in der Höhe von 2 Mio. Franken.

Turnhalle entspricht nicht modernem Standard

Die geplanten Aufarbeitungen umfassen nebst den sanitären Anlagen auch die Lüftungs- und Heizanlagen sowie die Fenster, Storen und Türen. Zudem sollen auch die Elektroanlagen umfangreich saniert und auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage installiert werden. Nebenräume wie beispielsweise der Geräte- oder der Werkraum seien in ihrer aktuellen Form für den Unterricht nicht praktisch. Mit effizientem Aufwand könne man diesen aber gut erweitern, wie Yves Siegrist vom Planungsbüro Langenegger Architekten AG Muri an der Infoveranstaltung erklärte. Weiter sagte er:

«In der Projektgruppe war auch die Grösse der Turnhalle immer wieder ein Thema. Sie entspricht nicht mehr dem modernen Standard.»

Die Halle innerhalb der bestehenden Struktur zu vergrössern, wäre aber sehr aufwendig und nicht zielführend, weil die Sanierung trotzdem noch anstände, führte der Planer aus. Aufgrund der Grösse hätte man innerhalb der Projektgruppe, die aus Mitgliedern der Schulleitung und Schulpflege, des Gemeinderates, des Planungsbüros und der ortsansässigen Vereine besteht, weitere Projektvarianten in Erwägung gezogen.

Yves Siegrist vom Planungsbüro Langenegger Architekten AG Muri an der Infoveranstaltung über die Turnhallensanierung in Dietwil.

Yves Siegrist vom Planungsbüro Langenegger Architekten AG Muri an der Infoveranstaltung über die Turnhallensanierung in Dietwil.

Melanie Burgener

Eine Alternative wäre unter anderem die Sanierung der bestehenden Anlage und der zusätzliche Neubau einer zweiten Einfachturnhalle für 6 Mio. Franken gewesen. Auch über den Abbruch des Gebäudes und die Realisierung einer neuen, grösseren Mehrzweckanlage für knappe 8,1 Mio. Franken oder den Bau einer Doppelturnhalle für rund 9 Mio. Franken sei ausführlich diskutiert worden.

Vereine fühlen sich vernachlässigt

Ein Abbruch des Gebäudes sei insofern nicht nötig, als die Bausubstanz des Gebäudes keine Mängel aufweise und auch in 30 Jahren noch tragfähig sein werde, sagte Siegrist. So ist der Gemeinderat – auch mit Blick auf das Budget der kommenden Jahre – zum Schluss gekommen, dass eine Sanierung die beste Lösung ist. Denn eine Doppelturnhalle würde zusätzlich höhere Betriebs- und Personalfolgekosten verursachen.

Zudem müssten in nächster Zeit auch der Schulhausplatz und die Auskleidung der Schwimmbecken des Freibades erneuert werden. «Für die Schule reicht eine Anlage, und bei einem Anlass könnte auch in der zweiten Halle kein Sport getrieben werden. Der Mehrwert einer Doppelturnhalle wäre nicht gegeben», begründete Beatrice Gisin.

Während der Diskussion im Anschluss an die Infoveranstaltung haben einige Stimmen aus der Bevölkerung zum Ausdruck gebracht, dass die Vereine Dietwils sich in Bezug auf die für sie verfügbaren Lokalitäten vernachlässigt fühlen. Sollte die Mehrzweckanlage saniert werden, würde der Werkraum im Untergeschoss vergrössert und das angrenzende Vereinslokal verkleinert werden. Ausserdem gäbe es viele Sportvereine, aber nur eine Turnhalle, die fast immer ausgelastet sei. Sie wünschten sich, dass man bei der Planung auch ihre Anliegen berücksichtigt hätte.