Rudolfstetten
Schulanlage wird günstiger, aber die Steuern müssen rauf

Der Gemeinderat will 4 statt 7 Millionen Franken in den Schulbau in Rudolfstetten investieren und Steuerfuss von 91 auf 98 Prozent erhöhen.

Lukas Schumacher
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Die Schulhaustrakte 1 und 2 der Dorfschule werden mit verglasten Gruppenräumen ausgestattet, die man als Anbauten bei den Treppen der Schulgebäude realisiert. sl

Die Schulhaustrakte 1 und 2 der Dorfschule werden mit verglasten Gruppenräumen ausgestattet, die man als Anbauten bei den Treppen der Schulgebäude realisiert. sl

Lukas Schumacher

Der Ausbau der Schulanlage Rudolfstetten wird preiswerter. Ursprünglich sollte die Erweiterung sieben Millionen Franken kosten. Jetzt ist die Vergrösserung und Modernisierung für rund 4 Mio. Franken zu haben. Ein kleines Wunder geschah nicht. Vielmehr gingen Gemeinderat und Schulbehörde gründlich über die Bücher. Sie einigten sich auf eine Abspeckrunde respektive eine Etappierung.

So wird vorerst nur der ausgewiesene Raumbedarf bis und mit dem Jahr 2020 gedeckt. Dazu gehören neue Gruppenräume bei den Schulhaustrakten 1 und 2 sowie zwei zusätzliche Klassenzimmer im Schulgebäude anstelle der Schuladministration. Die Schuladministration (Sekretariat, Schulleitung, Büro Schulpflege) soll nach einem Umbau ins Obergeschoss des Gebäudes alte Bremgarterstrasse 2 zügeln. Das Erdgeschoss dieses Gebäudes soll weiterhin für die Logopädie, die Legasthenie-Therapie sowie künftig auch für die Tagesstrukturen genutzt werden. Offen bleibt, wo der Mittagstisch logieren soll. Schulverantwortliche sind auf der Suche nach einer vernünftigen Alternativlösung.

Verzicht und neue Heizung

Vorderhand nicht realisiert wird der geplante, komfortable Anbau beim Gebäude alte Bremgarterstrasse 2 mit zusätzlichen Klassenzimmern und multifunktionalen Räumen. Weil die Schule diese Räumlichkeiten noch nicht benötigt, verzichtet man einstweilen auf deren Erstellung und spart so rund 4 Millionen Franken ein. Vom Tisch ist dieses Erweiterungsprojekt nicht. Bei ausgewiesenem Bedarf könnte es in drei, vier Jahren wieder aktuell werden.

Der abgespeckte Ausbau der Schulanlage kostet 3,25 Mio. Franken, wovon eine halbe Million für den Umbau des Gebäudes alte Bremgarterstrasse 2. Abgestimmt darüber wird an der Gemeindeversammlung vom Freitag, 6. November. Ebenfalls zur Abstimmung gelangt eine zweite Investition in die Schulanlage zu Kosten von 865'000 Franken: die Sanierung der Heizungsanlage. Als Wärmeträger will man fortan in erster Linie Erdwärmesonden verwenden, die durch eine Wärmepumpenanlage betrieben werden. Die Wärmepumpen sollen 90 bis 95 Prozent des Bedarfs decken. Zur Abdeckung der Spitzen setzt man auf Öl, die neue Heizung kann sowohl mit Erdwärme als auch mit Heizöl betrieben werden. Die Anlage soll alle Schulhaustrakte und die Turnhalle beheizen. Auch ein Anschluss der römisch-katholischen Kirchgemeinde in Form eines Wärmeverbundes sei möglich, hält der Gemeinderat fest.

Markante Steuererhöhung

Zu reden geben wird an der «Gmeind» vom 6. November der Steuerfuss. Der Gemeinderat schlägt eine Erhöhung des Steuersatzes um 7 Prozentpunkte vor. Statt 91 Prozent soll der Steuerfuss nächstes Jahr 98 Prozent betragen. Den Aufschlag begründet der Gemeinderat unter anderem mit stagnierenden Steuereinnahmen und hohen anstehenden Investitionen. Die Investitionsausgaben 2016 in Rudolfstetten belaufen sich auf rund 5,5 Mio. Franken.