Bremgarten

Schützenvereine feiern den Schutzpatron Sebastian gemeinsam

Andacht im Sebastian-Nebenschiff der Stadtkirche für die Schützen mit Diakon Ueli Hess. HRE

Andacht im Sebastian-Nebenschiff der Stadtkirche für die Schützen mit Diakon Ueli Hess. HRE

Schützengesellschaft Bremgarten und Militärschützen Hermetschwil feierten den Schutzheiligen miteinander – und nach altbewährtem Muster. Nach der Andacht in der Kirche fuhren sie mit Kreuz und Fahnen feierlich zum Schiessstand hinaus.

Noch ist es nicht offiziell beschlossen, indes eine reine Formsache: Die logische Folge der Gemeindefusion Bremgarten/Hermetschwil-Staffeln ist der Zusammenschluss der zwei örtlichen Schützenvereine.

Schützen sind Kameraden – also ist das für die Schützen von hüben wie drüben kein Problem. So zierten zwei farbige Fahnentücher die Kanzel der Stadtkirche in Bremgarten, als die beiden Schützengesellschaften feierlich den Ehrentag des heiligen Sebastianus begingen, ihres Schutzpatrons der Soldaten und Schützenbruderschaften: das Tuch der Schützengesellschaft Bremgarten und das der Militärschützen von Hermetschwil-Staffeln.

Es wurde eine gute Feierstunde dort im Nebenschiff und ein eindrückliches Erlebnis vor dem Sankt Sebastian Altar. «Glaube zuerst an dich selbst, traue dir selber, dann gelingt dein Leben», sagte Diakon Ueli Hess. «Denn Gott werden wir sowieso nie ergründen oder begreifen können».

Schützen schiessen seit 1476

Selbstverständlich haben die alten Chinesen das Schwarzpulver erfunden. Jedoch begann man in Bremgarten bereits 1476 während der Burgunderkriege mit Schiessübungen. Ab 1500 gab es beim «Chatzentörli» an der Reuss, durch das später Zwingli im Nachthemd kopfvoran aus der Stadt nach Zürich geflüchtet sein soll – aber das ist eine andere Geschichte – eine «Zielstatt» vor dem Oberen Thor und dann den ältesten Schiessplatz ab 1520. Man schoss auf Kurzdistanz nordwärts und trank davor und danach im Schützenhaus, dem heutigen Restaurant Bijou. 1836 kamen die Schützen ins heutige Casino und schossen neuerdings südwärts.

Sebastiani-Bruderschaft seit 1680

Sebastians-Bruderschaften gibt es viele. Diejenige in Bremgarten ist per 1680 verbürgt. Noch heute erinnert die damalige Vereinskasse daran. Sie ist eine besondere Statue und besteht aus einer vergoldeten Plastik des Heiligen Sebastian aus Lindenholz, die auf einem Rundsockel mit Geldbüchse hockt. Die Figur gehört der Schützengesellschaft, steht aber im Stadthaus.

Natürlich gäbe es aus dem Schützenwesen Bremgartens unzählige Daten zu nennen, doch wir wollen uns beschränken. Die erste Schützenordnung stammt aus dem Jahre 1772. Der 28. Juni 1807 wurde zur Wiedergeburt der viel früher entstandenen Stadtschützengesellschaft. Die Gründung des Militärschiessvereins Bremgarten geht auf 1880 zurück. Fusion der beiden Stadtbremgarter Schützenvereine: 22. Februar 1997.

Die Militärschützengesellschaft Hermetschwil-Staffeln ist 1914 aus zwei älteren dörflichen Schiessvereinen eine «gebildete» Gesellschaft geworden. Sie hat, wie die Bremgarter, eine ehrenvolle Geschichte mit vielen Goldkränzen und zahllosen Mouchen absolviert.

Herzlich willkommen

Erstmals also waren zu Ehren des Heiligen Sebastian die beiden Schützenvereine vereint. Der schöne Anlass verlief nach altbewährtem Muster. Früher wäre man nach der Andacht in der Kirche ja mit Kreuz und Fahnen feierlich zum Schiessstand hinaus marschiert. Heute fährt man. Draussen in der Schützenstube gabs Suppe mit viel Spatz, die Soldatenkost. Und dann massen sich die Schützen ernsthaft über 300 Meter und die Pistolenschützen über 25m.

Aus der Rangliste 300 m: 1. Camenzind Peter 94 Punkte, 2. Wittwer Hans-Peter 93, 3. Brem René 93.

Aus der Rangliste Pistolenschützen: 1. Spicher Erwin 144 Punkte, 2. Meier Beat 143, 3. Arthur Lüthy 140.

Dass die vereinigten Schützen danach noch einige Zeit mit Schützengruss die Freundschaft pflegten und etwas Latein droschen, versteht sich von selbst und gehört sich ja auch.

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